Breastsleeping – Mama ganz nah

Blog Gastartikel Mini and Me

19.Nov 2016

Gastbloggerin Jeannine von Mini and Me widmet sich in ihrer Kolumne einem besonders interessanten Thema: Breastsleeping. Unbedingt lesen. 

breastsleeping schlafgewohnheiten

Foto: © Jeannine Mik, Mini and Me

Babys Schlafgewohnheiten können Eltern den Schlaf kosten. Breastsleeping, also das Schlafen ganz nah bei Mama und das Stillen nach Bedarf auch nachts, können für uns täglich bis zu eine Stunde mehr Schlaf bedeuten. Ich denke an die ersten Wochen mit Baby und daran, wie unglaublich müde ich war; wie anstrengend jede Stunde schien. Absolute Überforderung an allen Ecken und Enden und dann auch noch dieses Nicht-Schlafen des kleinen Lieblings. Ein Baby, das weder Schnuller noch Fläschchen, sondern nur die Mama will. Die durchwachten Nächte und Tage, ganze TV-Staffeln, die ich innerhalb einer Woche nachts am Sofa angesehen habe. Und das ohne das Wissen, dass andere Zeiten kommen und ich wieder mehr schlafen werde.

Dass man hier als Elternteil alles mögliche ausprobiert, um dem Baby und sich selbst zu mehr Schlaf zu verhelfen, ist verständlich. Leider stoßen manche Eltern auf der Suche nach ruhigeren Nächten auf Schlaflernprogramme, die das „Schreienlassen“ des Babys empfehlen. So soll es in nur wenigen Tagen lernen, sich selbst zu beruhigen und dann länger oder sogar durchschlafen.

Das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit ist evolutionsbiologisch in uns verankert. Auch größere Kinder, die müde werden, suchen oftmals den Kontakt zur Bezugsperson. Nähe hilft dabei, zur Ruhe zu kommen. Wird das Baby nachts alleine gelassen und erfährt es keine Geborgenheit, bedeutet das enormen Stress, es hat Angst. Das Baby weiß noch nicht, dass Mama oder Papa gleich im nächsten Raum sind. Dass solche „Trainings“niemals die Antwort sein dürfen, liegt nahe.

Was aber tun?

Unsere Antwort war und ist Breastsleeping. Das ist ein moderner Ausdruck fürs Schlafen im Familienbett und das nächtliche Stillen bei Bedarf. Das Baby ist also ganz nah bei Mama und sein Bedürfnis nach Nähe kann einfach „gestillt“ werden. Stillende Mütter müssen daher nicht aufstehen, zum Babybett gehen, das Kind herausnehmen und wachen, bis es wieder eingeschlafen ist, um es dann wieder ins Bettchen zu legen. Sie können einfach weiterschlafen, angekuschelt an ihre Lieblinge.

Nachdem das Stillen im Liegen in den ersten Monaten in unserem Fall nicht so recht klappen wollte und ich Sorge hatte, das Neugeborene würde nachts womöglich irgendwie unter die Decke rutschen, begannen wir damit erst nach ein paar Monaten. Breastsleeping machte das nächtliche Wachen um einiges leichter und kann – nach Schlafforscher James McKenna – für Mama bis zu eine Stunde mehr Schlaf pro Nacht bedeuten. „Breastsleeping“ ist das Natürlichste, was man nachts mit so einem kleinen aufgeweckten Baby anfangen kann. Es erfährt Nähe, Schutz und Geborgenheit und Mama kann einfach weiterschlafen. Und kuscheln, ganz viel kuscheln. Ich möchte keine Sekunde, in der wir unsere Tochter behütet in unserer Nähe hatten, missen. 

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