Fremdeln: Ein natürlicher Entwicklungsschritt beim Baby?

Wertvolle Tipps im Umgang mit dem fremdelnden Kind

15.Jun 2017

In den ersten Lebensmonaten sind Babys eher neugierig, friedlich und sogar fröhlich beim Kontakt mit neuen Bekanntschaften. Etwa ab dem 8. Lebensmonat aber, reagiert dein Kleines möglicher Weise mit Ängstlichkeit und Ablehnung auf weniger bekannte Gesichter. Was bei uns als Fremdeln bekannt ist, bezeichnen Experten gerne als „Achtmonatsangst“.

Die Phase des Fremdelns gehört zu den wichtigen Schritten in der Entwicklung des Babys. Es beginnt zwischen Bekannten und Unbekannten zu unterscheiden. Unbekannte werden von deinem Schatz nun mit Misstrauen betrachtet. Selbstverständlich hat das auch mit der Entwicklung seiner Sinnesorgane zu tun. Es reagiert nun verstärkt sensibel auf Gerüche, Stimmen und auf das Gesichtsfeld von Menschen, denen es im Alltag nur selten begegnet. Das Fremdeln kann je nach Charakter des Kindes unterschiedlich ausgeprägt sein und durchaus bis zum 3. Lebensjahr andauern.

 

Foto: Shutterstock

Typisches Verhalten des fremdelnden Kindes

• ängstlicher Gesichtsausdruck und Anspannung in der Körpermuskulatur

• Kleben an Mama oder Papa: sehr enger Körperkontakt zu Bezugspersonen

• abweisendes Verhalten oder schlechte Laune, wenn andere Personen anwesend sind

• Kontaktverweigerung, Ablehnung

• sich verstecken (mit Vorliebe hinter den Beinen von Mama oder Papa)

• weinen oder auch schreien

 

3 Tipps im Umgang mit dem fremdelnden Kind

#1 Spielerischer Umgang

Die wichtigsten Bezugspersonen für das Baby sind Mama und Papa. Es erkennt sie an der vertrauten Stimme und am Duft. Dazu kommt die Gewissheit der Nahrungszufuhr von der weichen Brust oder dem warmen Fläschchen. Beim Fremdeln spielt deshalb die Angst vor dem Verlust der Eltern ebenfalls eine Rolle.

Es kann darum hilfreich sein, wenn ihr immer mal wieder kurze Trennungsmomente erzeugt. Am besten auf spielerische Art, damit sich dein Kind nicht unnötig ängstigt.

Zum Beispiel könnt ihr euer Gesicht hinter einem Tuch verstecken und euch lächelnd wieder sichtbar machen. Solange dein Kleines Spaß an derartigen Versteckspielen hat, ist das eine gute Art um zu vermitteln, dass Trennungen nicht endgültig sind.

#2 Sei der sicheren Hafen

Einige Kinder überwinden die Angst vor fremden Personen und neuen Situation recht schnell, andere sind empfindlicher und brauchen Zeit. Die Aufgeschlossenheit deines Lieblings hängt natürlich auch mit seiner Tagesverfassung und seinem bisherigen Erfahrungsschatz zusammen.

Die Empfehlung von Erziehungsexperten ist deshalb eindeutig: Zwinge dein Kind niemals zu Körpernähe oder Freundlichkeit mit Unbekannten. Vor allem, solange es fremdelt.

Egal ob dein Kind intensiv fremdelt, nur über einen kurzen Zeitraum skeptisch ist oder ob es über Jahre hinweg vorsichtig bleibt. Es braucht darin den bedingungslosen Rückhalt seiner wichtigsten Bezugspersonen.

#3 Geduld und Klärung

Sei geduldig. Auch wenn das Verhalten deines Kindes in manchen Momenten aufreibend sein kann. Besonders, wenn es sehr an dir klammert. Es braucht die Gewissheit, dass du es immer liebst. Und es muss einen vertrauensvollen zwischenmenschlichen Umgang erst lernen. Kläre die betroffenen Erwachsenen über die Fremdel-Phase auf, sodass sie sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlen. Im Normalfall reagieren Bekannte und Verwandte mit viel Verständnis und zeigen sich in dieser Zeit sehr einfühlsam.

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