Montessori: Lernen und wachsen mit allen Sinnen

Blog Gastartikel Mini and Me

20.Apr 2017

Unsere Gastautorin Jeannine vom Blog Mini and Me widmet sich heute wieder einmal einem spannenden Montessori Thema: der Sinnesentwicklung beim Baby und der Frage, wie man diese fördern kann.

Montessori

Foto: Mini and Me

Montessori: Riech mal! Wir lernen durch unsere Sinne. Verfeinern wir sie, erweitern wir unseren Horizont – auch als Erwachsene. Wie alles in den ersten Jahren im Leben gleicht auch die Sinnesentwicklung einem Marathon. Die gute Nachricht: Lernen passiert automatisch. Nun gibt es mittlerweile natürlich viel Spielzeug, das vor allem den Seh- und Gehörsinn anspricht bzw. unterstützen soll. Auch ans Tasten haben die SpielzeugentwicklerInnen gedacht, indem sie immer andere, vermeintlich spannende Rasseln und Fühlgegenstände mit unterschiedlicher Haptik für Babys auf den Markt bringen. Nun haben viele dieser Spielwaren ihre Berechtigung und manche wohl nicht, aber eines bleibt bei modernem Spielzeug oft auf der Strecke: der Geruchssinn.

Nun geschieht auch das Riechen zum Glück im Regelfall ganz von selbst. In unserer Welt - egal ob wir nun auf dem Land wohnen oder in der Stadt – gehören Gerüche ganz einfach dazu. Trotzdem oder gerade deshalb kann es sehr spannend sein, sich mit kleinen Kindern bewusst auf die Suche nach neuen olfaktorischen Sinneseindrücken zu machen. Das beginnt schon dabei, Gerüche stärker in den Vordergrund und somit ins Bewusstsein zu rücken. Wie das funktioniert? Ganz einfach: beim Kochen und während des Essens das Kleinkind einfach mal fragen: „Hm, wie riecht denn das? Irgendwie ein bisschen süßlich, oder? Riecht der Reis auch?“ Und schon wird geschnüffelt und gemeinsam entdeckt. Wem das zu alltäglich ist, der kann auch mal eine Geruchsschnitzeljagd unternehmen. Ähnlich wie bei herkömmlichen Schnitzeljagden gibt es eine Liste an Dingen, die gefunden – oder gerochen –  werden wollen. Bei sehr kleinen Kindern lohnt es sich, sie zu bebildern, ausgedruckt mitzunehmen und gemeinsam abzuhaken.

Beim nächsten Ausflug auf den Bauernhof bespricht man also vorher, dass es einen Schweinestall zu riechen gibt, das Heu, und die frischen Äpfel am Baum. Eine Tour durch bunte Märkte bietet sich da natürlich auch an. Wir waren letztens am Wiener Naschmarkt und danach in einem türkischen Lebensmittelhandel und kamen mit reicher Beute zurück. All die herrlichen Gewürze wurden daheim gleich neugierig gerochen und landeten dann schnell in der Puppenküche. Es gibt viele Wege, die kindlichen Sinne abseits von gekauftem Spielzeug anzuregen. Und im Vordergrund stehen natürlich immer die Neugier und der Spaß bei der Sache. Dass dabei auch noch Lernen stattfindet durch echtes Interesse - das ist ein positiver Nebeneffekt.

Übrigens: Weitere Ideen fürs gemeinsame Erforschen der Sinne gibt es unter der Kategorie Montessori Montag auf Mini und Me. 

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