Montessori von Anfang an

Blog Gastartikel: Mini and Me

18.März 2017

Gastbloggerin Jeannine von Mini and Me widmet sich umfangreichen Thema Montessori- Pädagogik. Welche Tipps aus dem pädagogischen Bildungskonzept sie tatsächlich in ihren Alltag einbaut, erzählt sie im Artikel. 

Montessori

Foto: Mini and Me

Ich wurde auf Montessori aufmerksam, als meine Tochter bereits einige Monate alt war. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich denke, sie hatte damals gerade zu Laufen begonnen. Den Anfang machte eines von Maria Montessoris berühmtesten Zitaten, das zeitgleich auch einen wichtigen Grundsatz dieser Pädagogik beschreibt: „Hilf mir dabei, es selbst zu tun!“

Ich las mehr über das Schaffen dieser inspirierenden Frau, inhalierte Artikel von Jesper Juul und Alfie Kohn, vergrub mich in großartige Blogs wie „Das gewünschteste Wunschkind“, pickte mir die für uns passenden Bausteine heraus und bereicherte dadurch unser Miteinander. Ich versuchte, meiner Tochter immer mehr Freiraum und Ruhe zu lassen und so ungestörtes spielen zu ermöglichen. Oft haben wir Eltern so sehr den Wunsch, alles richtig zu machen und unserem Kind so viel wie möglich zu zeigen, dass wir dabei vergessen, es „atmen“ zu lassen. Eine besonders schwierige Übung bestand und besteht für mich noch immer darin, mein Kind einfach mal machen zu lassen, mich zurückzuhalten, nicht immer alles erklären zu wollen. Aber das ist ein anderes Thema – ein sehr interessantes, das auf jeden Fall einen eigenen Beitrag verdient.

Hier möchte ich zurückkehren zur Montessori-Pädagogik und zwei Tipps für Babys Entwicklung teilen, die ich erst recht spät entdeckte. Ich bin keine ausgebildete Pädagogin und setze die für uns gefühlsmäßig passenden Puzzlestücke so um, dass sie unseren Alltag bereichern, ohne dabei ein enges Korsett an Handlungsmöglichkeiten und Verhaltensregeln zu werden.

Raumgestaltung: Weniger ist mehr

Das Neugeborene muss sich erst an seine neue Umgebung gewöhnen. Im Mutterleib war es dunkel und ruhig, dumpfe Geräusche drangen an Babys Ohr. Auch in den ersten Wochen braucht es – entgegen der Bemühungen vieler Eltern – nicht viel, um Babys Aufmerksamkeit zu erregen. Auf dem Foto seht ihr unseren bunten Hund „Trixie“, den meine Tochter sehr mochte. Aber eigentlich muss da nichts leuchten. Natürliche Materialien wie Holz und eine kleine Schelle daran, reichen Babys vollkommen und faszinieren genauso. Die klassische Rassel, eben. Auch ein Fenster, vor dem sich Bäume im Wind wiegen, kann ein spannendes Schauspiel sein. Mobiles sollten zwar starke Kontraste aufweisen, aber nicht so überladen und schrill sein, wie die meisten die es zu kaufen gibt. Eine schöne Idee hierfür sind zum Beispiel Fotos der Eltern oder auch ein Glasball, der das Licht reflektiert. Mobiles sollten nicht weiter als 30 Zentimeter entfernt aufgehängt werden, da das Baby ja noch nicht so weit sehen kann.

Spiegel in Bodennähe

Das Baby entdeckt die ganze Zeit – seine Umwelt und sich selbst. Nach Montessori ist es ratsam, einen länglichen Spiegel in Bodennähe, idealer weise gleich neben der Matratze bzw. der Kuscheldecke des Babys anzubringen. So kann es sich selbst beobachten und seine Umwelt auf eine neue Weise, aus einem anderen Blickwinkel wahrnehmen. Auch kann der Spiegel die Aufmerksamkeit des Babys auf sich ziehen, während Mama oder Papa gerade die Windel wechseln und so für mehr Ruhe sorgen.

Das sind nur zwei von einer Unmenge an interessanten Tipps. Wenn ich euer Interesse wecken konnte, dann freut mich das natürlich sehr! Mehr zum Thema gibt’s entweder bei mir am Blog beim „Montessori Montag“ oder bei so wertvollen Montessori-Wissensquellen wie den Blogs „Eltern vom Mars“ und „How we Montessori“.

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