Was tun bei Blasenschwäche?

Praktische Tipps zur Vorbeugung in der Schwangerschaft

14.Nov 2017

Sie gehört zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden und sind eigentlich keine große Sache: die sogenannte Schwangerschaftsinkontinenz oder Blasenschwäche.

Auslöser dafür ist bereits in der Frühschwangerschaft die Hormonumstellung. Das Schwangerschaftshormon Progesteron sorgt für eine durchdringende Entspannung im Bindegewebe. Die erhöhte Konzentration des Östrogens trägt zusätzlich zur Lockerung der Muskulatur und des Gewebes bei. 

Ein wenig niesen, husten oder ein spontanes Lachen, können deshalb schon mal ungewollt einige Tropfen Harn lösen. Du musst also oft auf die Toilette laufen. Manchmal mehrmals hintereinander, und das auch nachts. Denn bei fortgeschrittener Schwangerschaft entsteht immer mehr Druck auf dem Beckenboden. Die Muskulatur rund um die Blase wird dadurch zusätzlich strapaziert. Und die Überdehnung des Gewebes während der Geburt, kann danach deine Blasenschwäche sogar noch für eine Weile verlängern.

Viele Mamas in spe finden alleine die Vorstellung, es könnte ab und an zu einer misslichen Situation kommen, richtig enervierend. Eine Slip-Einlage im Höschen ist also grundsätzlich eine gute Idee.

Du kannst aber on-top noch etwas tun, um deinen Beckenboden zu stärken. Mit diesen Tipps, bekommst den unliebsamen Harndrang besser in den Griff:

 

Übe dich fit!

Das Ausüben von sanften Sportarten tut während der gesamten Schwangerschaft gut. Es steigert generell dein Wohlbefinden, fördert die Durchblutung und versorgt dadurch das Baby ausreichend mit Sauerstoff. Auch die Muskulatur am Beckenboden wird dadurch gestärkt. Yoga, Nordic Walking, Radfahren,     Schwangerengymnastik oder Schwimmen eignen sich dafür ganz besonders.

Was tun bei BlasenschwächeFoto: Shutterstock

Diese einfache Übung kannst du zuhause und sogar im Bett machen.

Die Yoga Schulterbrücke (Setu Bandha Sarvangasana):

  • Lege dich auf den Rücken. Atme dabei tief und ruhig.
  • Bringe die Arme ausgestreckt, mit den Handflächen auf der Unterlage, neben dich.
  • Stelle die Füße auf, und bringe die Beine angewinkelt, hüftbreit vor deinen Po.
  • Für fortgeschrittene Yoginis: Bringe die Schultern im Rücken ein wenig zusammen, und die Handballen mit ineinander gehakten Fingern zueinander.
  • Mit der Einatmung hebe behutsam, im Sekundentakt dein Becken, und spanne dabei die Muskulatur im Beckenboden aktiv an. Die Bauchmuskulatur bleibt dabei locker.
  • Atme aus und senke langsam Po und Oberkörper wieder ab. Erst wenn du sicher deine Matte unter dir spürst, entspanne den Beckenboden wieder. Bleibe für 2 bis 3 Atemzüge so liegen.
  • Wiederhole diese Übung mehrmals.

 

Eat-Drink-Love

  • Achte auf deine Verdauung: eine ballaststoffreiche Ernährung kann dir dabei helfen, den regelmäßigen Harn- und Stuhlgang zu unterstützen.
  • Gelegentliche Blasenschwäche ist während der Schwangerschaft vollkommen normal. Selbst wenn der häufige Weg zur Toilette manchmal störend ist:  vergiss´ nicht, ausreichend zu trinken. Schwangere brauchen viel Flüssigkeit! Und die volle Blase ein wenig zurückzuhalten, ist zwischendurch ein gutes Mini-  Training für den Beckenboden.
  • Das sanfte Liebesspiel mit dem Papa in spe - eventuell kombiniert mit einer sinnlichen Damm-Massage - beugt außerdem einer leichten Inkontinenz vor!

Sollte beim Wasserlassen ein Brennen im Harntrakt entstehen, kontaktiere sicherheitshalber deinen Arzt und kläre die Ursachen ab.

 

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