28.-31. Schwangerschaftswoche

Was passiert? Wie entwickelt sich das Baby?

26.Jan 2020
Deutsch


Foto:Shutterstock

So sieht’s jetzt aus: Die Entwicklung des Kindes im Bauch

Das Baby ist zwischen 38-40 cm groß und ungefähr 1–1,5 kg schwer. Der Kopf hat einen Durchmesser von ca. 8 cm. In der Gebärmutter wird es immer enger, darum befindet sich das Baby in der klassischen „Fötusstellung“: die Beine sind angewinkelt und angezogen, die Arme befinden sich vor der Brust und der Kopf ist leicht nach vorne eingerollt mit dem Kinn auf der Brust. Sollte das Baby nicht richtig herum liegen, ist das kein Problem. Für eine Drehung ist genug Platz, bzw. kann eine Hebamme jetzt noch gut nachhelfen. Bis zur 35. Woche sollte das Kind mit dem Kopf nach unten liegen. Die Körperbehaarung wird nun weniger – dafür wachsen die Haare auf dem Kopf bei manchen Kindern nun schon kräftig.

Die Proportionen zwischen Kopf und Körper passen sich nun immer weiter an. Rein äußerlich verändert sich nun also nur noch wenig – bis auf weiteres Wachstum und eine Gewichtszunahme. Dafür tut sich innerlich noch eine Menge: besonders Gehirn und Lunge entwickeln sich kräftig weiter. Das ist vor allem dann wichtig, wenn das Baby zu früh auf die Welt kommt – jede Woche mehr ist ein Gewinn. Das Risiko für langfristige Probleme ist nun aber dank der medizinischen Möglichkeiten nicht mehr so groß wie in den Wochen davor. Alle Sine sind voll entwickelt.

Über die Plazenta erhält das Baby nun die erste „Impfung“ über das Blut der Mutter. Wichtige Abwehrstoffe gegen Krankheiten, mit denen die Mutter schon konfrontiert war, werden auf das Kind durch die durchlässigere Plazenta übertragen. Man nennt diese Abwehrstoffe auch Immunglobuline. Sie sorgen für den sogenannten „Nestschutz“, der das noch unreife Immunsystem des Babys beim Kampf gegen Keime unterstützt. Diese mütterlichen Abwehrstoffe werden in den ersten 4 Lebensmonaten wieder abgebaut. In dieser Zeit ist das Stillen darum ein wesentlicher Beitrag für weitere Portionen von „Schluckimpfungen“, denn auch die Muttermilch enthält zahlreiche Antikörper gegen Krankheiten.

 

Und so geht es der Mutter

In der 28. Schwangerschaftswoche (SSW) beginnt das 3. und damit letzte Trimester (auch Trimenon genannt) der Schwangerschaft. Dass das Ende nun schon in Sicht ist, merken viele Frauen auch körperlich: der Platz im Bauch wird teilweise unangenehm eng. Das Schlafen kann schwieriger werden – viele Schwangere können nur noch in Seitenlage schlafen. Spezielle Seitenschläferkissen entlasten den Rücken. Auch das spätere Stillkissen kann übrigens für diesen Zweck bereits verwendet werden.

Sinnvoll ist es, mit den Vorbereitungen für die Geburt zu starten, damit alles bereit ist, sollte es früher losgehen. In der 31. Woche kann z.B. schon die Kliniktasche gepackt werden. Durch den immer größer werdenden Bauch und schlechteren Schlaf sind viele Schwangere gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr so fit. Auch darum ist es empfehlenswert, jeden Tag ein bisschen zu erledigen statt sich zu viel auf einmal zuzumuten. Es kann nämlich gut sein, dass du für Erledigungen nun länger brauchst oder nicht mehr so viel auf einmal schaffst wie vorher. Das muss natürlich nicht sein – manche Schwangere ist bis zum Ende voll im Einsatz und putzt bis kurz vor der Entbindung noch das ganze Haus.

Wie schon in den Wochen davor können Sodbrennen und Verstopfung zu Problemen führen. Zusammen mit dem Druck auf den Beckenboden kann es zu Hämorrhoiden kommen. Das ist bei fast der Hälfte der Schwangeren der Fall – die meisten sprechen nur nicht gerne darüber. Rede aber jedenfalls mit einem Arzt oder einer Ärztin darüber, falls du betroffen bist, und was du dagegen tun kannst. Durch den Druck auf das empfindliche Gewebe können nicht nur Hämorrhoiden, sondern auch sogenannte „Analthrombosen“ auftreten. Das sind schmerzhafte Knubbel rund um den After, die von den Venen in diesem Bereich gebildet werden. Sie können auch nach dem Pressen bei der Geburt auftreten und werden oft mit Hämorrhoiden verwechselt. Während letztere sich aber nur durch ein Jucken oder unangenehmen Druck bemerkbar machen, sind Analthrombosen meist sehr schmerzhaft und können in weiterer Folge Fissuren oder Abszesse begünstigen. Besser also keine Scheu und alles sofort ärztlich abklären lassen, um noch unangenehmere Nachwirkungen zu vermeiden.

Für Schwangere in Österreich steht jetzt die 4. Mutter-Kind-Pass-Untersuchung mit einem Ultraschall an. In Deutschland sollte nun ein Zahnarztbesuch, ebenfalls eine weitere gynäkologische Kontrolle und der 3. Ultraschall durchgeführt werden.

 

Wichtig:

In Österreich muss der Arbeitgeber in der 28. Woche informiert werden, dass in 4 Wochen (in der 32. SSW) die 8-wöchige Schutzfrist (umgangssprachlich auch als „Mutterschutz“ bezeichnet) beginnt. In Deutschland beginnt die Schutzfrist 6 Wochen vor der Geburt. Achtung bei den Begriffen: der Mutterschutz gilt korrekter Weise mit Beginn der Schwangerschaft und ist in Deutschland im Mutterschutzgesetz geregelt. Das Beschäftigungsverbot vor der Geburt wird durch die oben erwähnte „Schutzfrist“ definiert. Infos dazu – und vor allem auch zu den Änderungen seit 2018 – findest du hier.

Auch in Österreich gibt es das Mutterschutzgesetz. Details dazu gibt es auf der Seite des Ministeriums nachzulesen.

 

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Quellen:

https://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/29-ssw-6804763

https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/30-ssw/

https://www.netdoktor.de/krankheiten/thrombose/analthrombose/

 

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