3 Tipps zum Vorlesen

So weckst du die Lesefreude beim Baby

17.Jan 2018
Deutsch

Immerhin: es gibt in Deutschland seit 2004 den bundesweiten Vorlesetag. Jedes Jahr am dritten Freitag im November. Die ehrenamtlichen Vorleser zeigen an diesem Aktionstag, wie schön und wichtig Vorlesen ist. Denn für das Lesen brauchen Kinder Vorbilder, die ihnen Lesefreude vermitteln. Das Vorlesen ist dazu der beste Einstieg – und das schon ab dem Babyalter! Denn wenn Mama oder Papa, Oma oder Opa, mit verstellter Stimme aus einem Buch lesen, lachen sich schon die Allerkleinsten kringelig. Das Vorlesen wird so zu einem sehr speziellen Erlebnis. Und ein tolles Ritual im ansonsten vielleicht hektischen Tagesablauf. Vorlesen macht der Familie richtig Spaß, es entspannt und vertieft das Bonding.

Die Sprachentwicklung des Babys beginnt im Grunde bereits vor der Geburt, denn das Hören vertrauter Stimmen fängt schon in Mamas Bauch an. Deine wechselnden Gefühlsausdrücke über die Stimme, lernt dein kleiner Liebling also früh zu interpretieren. Änderst du nun beim laut Lesen absichtlich deine Stimmlage, erhöht sich automatisch das Interesse deines Sprösslings. Neugierig und gebannt folgt das Kleine deinen Gesten, während du auf die bunten Bilder im Buch deutest. Es lernt dadurch rasch, Farben und Formen zu unterscheiden. Während du Reime vorliest, oder abenteuerliche Geschichten erzählst, schenkst du ihm deine volle Aufmerksamkeit. Viele gute Gründe, um schon früh mit dem Vorlesen zu beginnen!

3 Tipps zum Vorlesen

Foto: Shutterstock

Und das kannst du beachten, damit das Vorlesen zum besonderen Ereignis wird:

  • Lass dich von der etwas veralteten Ansicht „Ach, das können Babys noch nicht verstehen“ nicht aus der Fassung bringen. Selbst Stoffbücher mit wenigen Bildern sind unterhaltsam beim gemeinsamen Durchklappen. Und die dürfen vom Baby sogar geknuddelt und besabbert werden. Vorlesen tut einfach gut. Je eher du damit beginnst, desto besser für die Sprachentwicklung!
     
  • Erwachsenenbücher oder Zeitschriften vorzulesen macht nur wenig Sinn, denn da gibt es für das Baby nicht viel zu bestaunen. Die zukünftigen Leseratten fassen nach kurzer Zeit die Seiten an, um sie zu rupfen oder gar zu kauen. Manchmal werden die Seiten auch mit Kritze Kratze kunstvoll bemalt. Deine Literatur bringst du deshalb besser in Sicherheit. Bist du aber selbst ein Bücherwurm, dann wird dein Baby später mit Begeisterung ebenfalls zu Büchern oder E-Books greifen. Der Lesestoff für das Kind sollte zum Vorlesen jedoch immer altersgerecht sein. In gut sortierten Buchhandlungen gibt es tolle Klappbücher, Bilderbücher, moderne Märchen und fabelhafte Geschichten zum Vorlesen.
     
  • Das Vorlesen eignet sich besonders gut in Verbindung mit den Schlafenszeiten.

 

Dabei geht es nicht unbedingt darum, das Baby müde zu machen, sondern um Ruhe in den Tagesablauf zu bringen. Es ist das beste Einschlaf-Ritual. Denn sobald du ein Buch zur Hand nimmst, oder es gemeinsam mit dem Kleinen auswählst, kommt es zu einem Wohlfühleffekt der Wiederholung. Selbst Neugeborenen prägt sich so ein ritueller Ablauf langsam aber sicher ein, wenn dies zuverlässig stattfindet. Dabei ist die entspannte Atmosphäre auch ein wichtiger Faktor. Und wenn das Baby beim Lesen zu Brabbeln beginnt, freut es sich, wenn du ihm aufmerksam zuhörst. Es sammelt früh einen passiven Wortschatz an und möchte dir seine Version der Geschichte mitteilen.

Babys und Kleinkinder lieben es, die Stimme der Eltern zu hören. Und die Zeit, die ihr beim Vorlesen miteinander verbringt ist verflogen, sobald das Kind die Lust am Lesen für sich selbst entdeckt. Deshalb: genieße die schönen Momente!

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