30, schwanger, Blasenschwäche

Blog Gastartikel: Evelyn von Little Paper Plane

17.Sep 2019
Deutsch

Müssen Schwangerschaften immer glamourös und magisch sein? Wohl kaum. Denn eine Schwangerschaft bringt nicht nur tolle Haare, einen spektakulären Glow und schöne, glatte Haut mit sich, sondern gelegentlich auch eher unschöne Dinge. Blasenschwäche zum Beispiel. Gastbloggerin Evelyn von Little Paper Plane hatte damit zu kämpfen und so viel sei gesagt: Sie war damit nicht alleine.

Schwangere Frau am Strand

Und so stand ich vor dem Bindenregal im Supermarkt. Hochschwanger. Doch anstelle der kleinen Slipeinlagen, legte ich massive Tena Lady in den Einkaufswagen. Ja, die aus der Werbung. Die, für die Blasenschwäche. So unsexy hatte ich mich vermutlich noch nie zuvor gefühlt.
Denn nein, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Schließlich verbindet man Schwangere mit bezauberndem Glow, mit wallenden Mähnen und sanftem Lächeln. Meine Wenigkeit hingegen hatte Wassereinlagerungen und Blasenschwäche.

Und wie das in den Zeiten des Internets so ist, ließ ich das nicht auf mir sitzen und googelte sofort nach den Ursachen des Problems. Ich war offensichtlich mit meinem Blasenproblem nicht alleine. Bereits in der Frühschwangerschaft bemerken die meisten Frauen, dass sie deutlich häufiger als sonst zur Toilette müssen. Auch der Nachtschlaf wird hierdurch, oft sogar mehrmals, unterbrochen. Verantwortlich für die häufigen Toilettenbesuche ist das Schwangerschaftshormon Progesteron, das unter anderem für die Entspannung der Muskeln sorgt. Und davon ist natürlich auch die Beckenbodenmuskulatur betroffen. Das Hormon Östrogen trägt auch seinen Teil dazu bei und lockert ganz nebenbei das Gewebe auf. Lustig ist, dass die Harnblase dabei keineswegs bereits prall gefüllt ist. Durch die entspannten Muskeln entsteht jedoch das Gefühl intensiven Harndrangs.
Im dritten Trimester wirkt sich auch das Gewicht des Babys stärker aus. Außerdem wandert sein Kopf nach unten, was der Blase immer weniger Raum lässt. So kann es beim Husten, Lachen oder Niesen zu – naja – zu Pipi in der Hose führen. Glamourös? Nicht wirklich.

Nie ist man als Frau den Naturgewalten so ausgesetzt wie während einer Schwangerschaft. Ja, es gibt sie, die Schwangeren, die glatte, pralle Haut bekommen, die sich wohl in ihrem Körper fühlen und nicht ständig auf die Toilette müssen (sei es um die Blase oder den Magen zu entleeren). Diese Fabelwesen existieren. Aber es gibt auch Frauen wie mich, die das erste Trimester eine Klobrille umarmt haben, die mit Pickelchen übersät und Wasser in den Fingern unter Anstrengungen Bettruhe halten mussten.
 

Trotz all der Wehwehchen und der riesigen Tena Lady Binden sind wir wunderschön und selbstbewusst und bezaubernd. Und kein bisschen weniger magisch als die anderen Schwangeren.

Den Großteil meiner zweiten Schwangerschaft habe ich dann im Bett verbracht. Unfreiwillig. Und wie das so war, könnt ihr hier, in diesem Beitrag lesen.

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