35.-38. Schwangerschaftswoche

Was passiert? Wie entwickelt sich das Baby?

23.Feb 2020
Deutsch


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So sieht’s jetzt aus: Die Entwicklung des Kindes im Bauch

Das Baby ist zirka 45-49 cm groß und ungefähr 2,4–3 kg schwer. Der Kopfdurchmesser liegt bei etwa 9-10 cm.

Die Lunge hat sich schon so weit entwickelt, dass sie ausreichende Mengen von „Surfactant“ bilden kann. Diese Substanz sorgt dafür, dass die Lungenbläschen nach der Ausatmung nicht zusammenfallen – es ist also wesentlich für eine funktionierende Atmung. Ein weiterer Meilenstein wird nun erreicht: Ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche spricht man nicht mehr von einer Frühgeburt, sollte sich das Baby auf den Weg machen! Das Kind gilt nun als „reif“ und fertig entwickelt. Da die Entwicklung so gut wie abgeschlossen ist, schläft es viel und legt nur weiter an Gewicht zu, um für die Geburt und die Zeit danach bereit zu sein.

Der Darm des Kindes ist nun unter anderem mit Fruchtwasserresten gefüllt. Man spricht von „Mekonium“ oder „Kindspech“, da der erste Stuhlgang beinahe schwarz erscheint. Für gewöhnlich kommt es in den ersten Tagen nach der Geburt zum ersten Stuhlgang – hin und wieder werden Mütter damit allerdings schon beim ersten Kennenlernen unmittelbar nach der Entbindung überrascht. Stressbedingt wird das Mekonium manchmal bereits während der Geburt ausgeschieden. Das Fruchtwasser färbt sich dadurch grün. Sollte das der Fall sein, werden Mutter und Kind genauer überwacht, um eventuelle Komplikationen zu vermeiden und weitere Stressreaktionen im Auge zu behalten.

 

Und so geht es der Mutter

Der Bauch erreicht nun seine endgültige Größe – zum Glück für viele Schwangere, die manchmal gar nicht glauben können, wie riesig die „Kugel“ nun schon geworden ist! Entsprechend schwer kann das Schlafen mittlerweile fallen. Es ist einfach nicht leicht, die richtige Position zu finden oder sie zu wechseln. Seitenschläferkissen oder Stillkissen können helfen, in der Seitenlage einen Arm und ein Bein abzulegen und den Rücken so zu entlasten. Auch Bauchschmerzen und Übelkeit sind in dieser Zeit der Schwangerschaft keine Seltenheit, da die inneren Organe der Mutter in diesem Bereich nun sehr stark eingeengt werden.

Bis zur 38. Woche können noch Senkwehen auftreten, die das Kind tiefer ins Becken rutschen lassen. Im Gegensatz zu echten Geburtswehen kommen sie unregelmäßig und verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Auch Senkwehen können unangenehme, stechende Schmerzen im vorderen Scheidenbereich verursachen oder sich als Ziehen im Rücken zeigen.

Wie davor gilt: Wässriger Ausfluss oder Blutungen sollten unbedingt sofort ärztlich abgeklärt werden.

Manchen Schwangeren fällt das Atmen nun wieder leichter, da das Zwerchfell entlastet wird, sobald das Baby hinunterrutscht.

Durch die starke Dehnung kann zusammen mit Trockenheit der Haut ein Ausschlag entstehen. Dieser ist nicht bedenklich, lass aber abklären, ob es sich um keine andere Erkrankung handelt. Ein ganz normales Phänomen auf der Haut ist die Linea Negra, die bei manchen Frauen schon ganz früh in der Schwangerschaft erscheint, bei anderen erst jetzt oder fast gar nicht. Alles ist möglich – sollte die dunkel pigmentierte Linie vom Bauch bis zum Schambein sichtbar sein, verschwindet sie jedenfalls nach der Geburt von alleine wieder.

Eine besondere Hautstelle sollte jetzt durch regelmäßige Pflege auf die kommende Geburt vorbereitet werden: mit der Dammmassage kann ein Dammriss im Idealfall vermieden werden.

 

Wichtig:

Es wird Zeit, die Kliniktasche zu packen, falls das Baby spontan beschließt „auszuziehen“! Mutterpass bzw. Mutter-Kind-Pass sollten Schwangere ohnehin immer bei sich tragen – nun ist es aber noch mehr anzuraten, ihn wirklich niemals zu Hause zu vergessen.

Der Arzt kann feststellen, dass der Kopf noch nicht tief im Becken sitzt. Das heißt im Fall eines (vorzeitigen) Blasensprungs, dass die Schwangere sich sofort hinlegen und die Rettung rufen sollte, um liegend transportiert zu werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Nabelschnur zwischen Beckenboden und Kind eingequetscht wird und damit die Versorgung unterbrochen wird – das kann für das Baby lebensgefährlich sein!

 

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Quellen:
https://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/38-ssw-6804834
https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/37-ssw/

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