9 Dinge, die du über einen Kaiserschnitt wissen solltest

Blog Gastartikel: Evelyn von Little Paper Plane

28.Okt 2019
Deutsch

Too posh to push“ heißt es im Englischen und bedeutet auf Deutsch soviel wie: „Zu edel um zu pressen“. Ja, der Kaiserschnitt wird oft als eine „softe“ Version der Geburt angepriesen – ist er aber nicht. Gastbloggerin Evelyn von Little Paper Plane hatte zwei Kaiserschnitte und bei beiden Malen war es kein Wunschkaiserschnitt. Es ging nur einfach nicht anders.

Frau mit Babybauch

Ein Kaiserschnitt ist nicht „der leichte Weg“ und jedes Mal wenn ich das höre, stößt es mir sauer auf. Es ärgert mich einfach. Denn vor hundert Jahren wäre ich bei meiner ersten Geburt vermutlich gestorben. Und mein Baby auch.
Wenn ich also gesagt bekomme, dass Frauen, die sich für einen Kaiserschnitt entscheiden, sich einfach zu schade für eine natürliche Geburt sind, dann empfinde ich das als unglaublich beschränkt gedacht.
Es gibt nämlich nicht die eine, die richtige Geburt. Jede Frau hat ihre eigene, ihre „richtige“ Geburt.

Und deswegen bin ich der Meinung, dass man diese 9 Dinge wissen sollte, wenn es sich um einen Kaiserschnitt handelt:
 

1. Ein Kaiserschnitt ist eine große OP

Eine Sectio kommt relativ häufig vor, ist aber dennoch eine Operation, die nicht zu unterschätzen ist.
 

2. Das erste Mal stehen ist verdammt schmerzhaft

Als ich nach meiner ersten Geburt zum ersten Mal aufgestanden bin, habe ich gedacht, ich sei ein zweihundertjähriger Greis. Überall hatte ich Schmerzen, die Wunde brannte wie Feuer und mir wurde sofort schwindelig. Jeder Tag wird dann zwar etwas besser und auch die Schmerzen lassen Stunde für Stunde nach, aber man sollte dennoch wirklich nichts überstürzen.
 

3. Nimm die Medikamente!

Nach meinem ersten Kaiserschnitt dachte ich, ich müsse tapfer sein und keine Schmerzmittel nehmen, wegen dem Stillen und so. Das Ergebnis waren Schmerzen aus der Hölle und ein verspäteter Milcheinschuss. Bei der zweiten Geburt hatte ich dazugelernt. Ich nahm all die Schmerzmittel, die mir angeboten wurden und war viel schneller fit als nach der Geburt meiner ersten Tochter. Ich weiß jetzt, es ist nicht „tapfer“ zu leiden. Niemand bekommt dafür einen Orden verliehen. Und außerdem hat man im Hier und Jetzt möglichst fit zu sein, um ein neugeborenes Baby zu umsorgen.
 

4. Manchmal ist ein Kaiserschnitt der sicherste Weg

Lediglich zwei Prozent der Kaiserschnitte erfolgen z.B. bei uns in Österreich ohne medizinische Indikation. In 98 Prozent der Fälle wird die Sectio nicht auf Wunsch der Schwangeren, sondern aus medizinischer Notwendigkeit durchgeführt.
 

5. Lacher und Huster sind der Erzfeind

Das erste Mal Lachen nach einem Kaiserschnitt wird von einem fiesen Stechen im Unterleib begleitet. Dieser Schmerz ebbt leider erst nach mehreren Tagen ab. Und vom Husten möchte ich gar nicht erst sprechen.
 

6. Eis hilft

Ein Eisbeutel auf der Wunde verschafft Kühlung und lindert den Schmerz und die Schwellung. Es gibt mittlerweile sogar eigene Unterwäsche, die nach dem Kaiserschnitt getragen werden kann und mit einem Eis-Pack-Fach versehen ist – eine super Investition, wenn du mich fragst.
 

7. Die Hormone machen alles nur schlimmer

Die Flut an Hormonen, die nach der Geburt über uns einbricht, lässt uns schwarzsehen und fühlen. Dabei sollte man doch eigentlich stolz auf sich sein. Stolz, dass man nach all den Monaten ein kleines Menschlein auf die Welt befördert hat.

Aber:
 

8. Es ist okay, wenn du traurig bist

Denn manchmal hat man sich die Geburt einfach anders vorgestellt. Mein Traum war immer eine Wassergeburt. Mit sanfter Musik und Bilderbuchbonding. Geendet hat die erste Geburt in einem Notkaiserschnitt mit Vollnarkose. Natürlich war ich traurig darüber und auch enttäuscht. Aber nichtsdestotrotz muss man irgendwann mal verstehen:
 

9. Ein Kaiserschnitt ist eine ECHTE Geburt

Eine, die vielleicht nicht immer geplant ist und die man sich vielleicht anders vorgestellt hat, aber dennoch eine Geburt. Wir Kaiserschnitt-Mamis sind nicht weniger großartig, nur weil eine Sectio hatten. Wir tragen unsere Narbe mit stolz!
 

Und auch eine Schwangerschaft ist nicht immer glamourös. Wieso das so ist könnt ihr in diesem Beitrag von mir über die allseits bekannte Blasenschwäche nachlesen.

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