9 Mythen rund ums Baby

Der Wahrheit auf der Spur

25.Jul 2017
Deutsch

Herzlichen Glückwunsch! Du bist gerade Mutter oder Vater geworden oder du wirst es bald, sonst würdest du diesen Artikel wahrscheinlich nicht lesen. Bestimmt hast du schon ganz viele kuriose, beängstigende - aber selbstverständlich gut gemeinte - Ratschläge von so ziemliche allen Freunden und Verwandten bekommen. Und vermutlich hat dich zwischenzeitlich schon die Angst gepackt, dass du alles falsch machen wirst.

Die gute Nachricht ist: Ganz so verwirrend wie es im ersten Moment klingt, ist es gar nicht.

Wir sind den größten Mythen rund um Neugeborene auf den Grund gegangen, damit du zumindest in der zweiten Nacht mit Baby beruhigt (und erschöpft) einschlafen kannst.

Mythos 1: Wenn man Babys Kopf nicht hält, verletzt man das Genick

Ganz so schlimm ist es zum Glück nicht. Für die Kleinen ist es nur sehr, sehr unangenehm wenn der Kopf ruckartig nach hinten fällt. Außerdem bekommen sie dadurch das Gefühl zu fallen, und das macht ihnen Angst. Da die Muskulatur noch nicht stark genug ist den Kopf alleine aufrecht zu halten, sollte immer darauf geachtet werden ihn zu stützen. Sonst ist ein Schreikonzert vorprogrammiert.

 

Mythos 2: Stillende Mütter müssen auf ihre Ernährung achten

Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf verschiedene Lebensmittel, darum heißt es:  ausprobieren.

Grundsätzlich verzichten solltest du - wenig überraschend - auf Alkohol und Koffein. Diese Substanzen gehen über die Milch an den Säugling weiter, der sie nur sehr langsam abbauen kann. Auch bei jedem Medikament das man als Mutter einnimmt, sollte man Rücksprache mit einem Arzt halten.

Wichtig ist generell eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung. Vor allem sind Kalzium, Zink und Jod notwendig. Diese sind ausreichend in der Muttermilch vorhanden, da sie direkt von der Mutter genommen werden. Genau deshalb kann es aber passieren, dass die Mutter einen Mineralstoffmangel bekommt, wenn sie nicht genug davon zu sich nimmt.

 

Mythos 3: Ein Bäuerchen nach jeder Mahlzeit ist ein Muss

Das Bäuerchen nach der Mahlzeit sorgt dafür, geschluckte Luft wieder hinauszubefördern. So gibt es nachher auch weniger Spucken oder Verdauungsbeschwerden. 

Das ist aber kein Grund das Baby so lange zu schaukeln bis es aufstößt. Passiert das einmal nicht, ist es nämlich gar nicht gefährlich. Also kannst du dein Baby, wenn es beim Stillen einschläft, ruhig schlafen lassen.

 

Mythos 4: Biertrinken erhöht die Milchmenge einer stillenden Mutter

Das stimmt tatsächlich, aber nicht wegen des Alkoholgehalts. Im Gegenteil: Alkohol kann die Milchproduktion sogar behindern! 

Viel mehr liegt es an einem Polysaccharid in der Gerste, dass das Hormon Prolaktin zu stimulieren scheint. Das bedeutet, dass alkoholfreies Bier die gleiche Wirkung hat.

Hinzu kommt noch der Aspekt, dass du dein Baby ohnehin keinem Alkohol aussetzen solltest. Und das bringt uns zum nächsten Mythos …

 

Mythos 5: Alkoholtrinken ist während dem Stillen gefährlich 

Der Alkoholpegel ist in der Muttermilch genauso hoch wie im Blut. Bis zu 90 Minuten nach dem Konsum kann der Alkoholgehalt noch ansteigen. Aber selbst wenn du nur wenig getrunken hast, gilt es zu bedenken, dass dein Baby um vieles kleiner ist und der Alkohol eine viel stärkere Wirkung hat.

Ein kleiner Schluck ist gelegentlich erlaubt, danach sollte man aber lieber zwei Stunden warten, bevor das Baby gestillt wird, damit der Alkohol aus der Muttermilch wieder abgebaut ist.

 

Mythos 6: Wer ein Steißbein-Tattoo hat, bekommt keine PDA

Ja, tatsächlich. Bei einem Tattoo am unteren Rücken kann es passieren, dass der Anästhesist sich weigert eine PDA zu setzen.

Durch die Nadel, mit der das Schmerzmittel eingebracht wird, könnten Farbpigmente in den Körper gelangen. Was dadurch ausgelöst wird ist zwar nicht genau bekannt, aber das Risiko für ernsthafte Verletzungen oder Nervenschädigungen wird als zu groß eingestuft.

 

Mythos 7: Schwangere dürfen keine Katzen streicheln

Streicheln geht in Ordnung. Jedoch sollten schwangere Frauen nicht mit Katzenkot in Berührung kommen, da dadurch Toxoplasmose übertragen werden kann, eine Infektionskrankheit die dem Kind schwer schaden kann. Wer aber schon einmal mit Toxoplasmose infiziert wurde, ist immun, und das Kind geschützt. Ob eine Immunität vorliegt, wird zu Beginn der Schwangerschaft bei der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung (Kindervorsorgeuntersuchung) festgestellt.

 

Mythos 8: Schwangere dürfen keinesfalls Sushi essen

Dass roher Fisch Toxoplasmose übertragen kann, ist ein Irrglaube. Das trifft, unter anderem, auf rohes Fleisch zu. Bei Fisch lauert die Gefahr in Form von Listerien. Eine Infektion mit diesen Bakterien zeigt sich in der Schwangerschaft meist recht unscheinbar mit Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellungen. Dennoch kann sie für das Kind sehr gefährlich sein. Bereits ab der fünften Schwangerschaftswoche (SSW) können Listerien auf das Ungeborene übertragen werden. Findet eine Übertragung in der Frühschwangerschaft statt, kann dies zu einer Fehlgeburt führen. Das Aus für Sushi muss all das aber nicht bedeuten - eine Infektion ist selten, und kann über alles Rohe erfolgen - Fleisch, Meerestiere, Speiseeis, Obst, Gemüse und Rohmilchprodukte. Am besten bist du bei einem Sushi-Restaurant deines Vertrauens aufgehoben, bei dem bisher alles in Ordnung war. 

 

Mythos 9: Babys dürfen von den Eltern nicht hingesetzt werden, wenn sie es nicht von selbst tun

“Vorsicht, die Wirbelsäule!” ist ein häufig verwendeter Satz bei Bewegungen von wenigen Monaten alten Babys. Medizinische Hinweise dahingehend, dass Sitzen oder ähnliche Verrenkungen dem Säugling schaden können, gibt es keine. Dass das Baby gekrümmt sitzt hat auch einen ganz einfachen Grund: Während die Wirbelsäule eines Erwachsenen von der Seite wie eine Doppel-S-Form aussieht, haben Babys eine runde Wirbelsäule, die in einem Bogen verläuft. Die typische Wirbelsäulenkrümmung kommt mit der Zeit in den ersten ein- bis eineinhalb Jahren.

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