Ach wie praktisch! Füttern mit der Flasche

Und was du dabei beachten solltest.

05.Dez 2019
Deutsch

Ein Baby zu Füttern ist mehr als nur das Geben von Nahrung. Es gibt vielmehr auch Geborgenheit, Nähe, Liebe und ist ein besonders intimer Moment – unabhängig ob stillend oder Fläschchen gebend. Voraussetzung dafür ist nur, sich die entsprechende Zeit zu nehmen und den Augenblick bewusst zu genießen, sich selbst und seinem Kind ein paar Minuten Ruhe zu gönnen. Worauf du beim Fläschchen geben achten solltest, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Das richtige Milchpulver

Die sogenannte „Pre“-Milch oder „Anfangsnahrung“ ist der Muttermilch nachempfunden und kann somit auch nach Bedarf gefüttert werden. Das heißt: das Baby bestimmt die Häufigkeit und Menge. Das kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein oder sich phasenweise ändern, wenn z.B. ein Wachstumsschub ansteht. Auf jeder Packung befinden sich Anhaltspunkte für Mengen: du kannst aber auf dein Baby vertrauen. Ein gesundes Kind trinkt weder zu viel noch bleibt es freiwillig hungrig. Halte dich bei der Dosierung bei Mischen aber unbedingt an die Angaben der Hersteller.
Ob und wann man auf die „Folgemilch“ umsteigen sollte, ist für manche eine Glaubensfrage. Fakt ist: du musst gar nicht auf Folgemilch umsteigen. Dein Baby ist das ganze erste Jahr mit Pre-Milch ausreichend versorgt. Ab dem 5. Monat kann außerdem bereits mit der Beikost in Form von Brei angefangen und somit kommen automatisch weitere Nährstoffe und Sattmacher zu den Mahlzeiten. Manche Mütter haben das Gefühl, das Kind würde mit der Pre-Milch nicht satt werden, weil es unruhig ist. Auch hier sitzen Fläschchen- und Stillmamas im gleichen Boot: Quengeln muss nicht unbedingt Hunger bedeuten, sondern kann auch mit dem Zahnen, Reizüberflutung oder diversen anderen Ursachen zusammenhängen. 1er Nahrung wirkt sättigender, weil sie meist einen Stärkezusatz beinhaltet, der die Konsistenz sämiger macht. Das heißt aber nicht, dass sie so viel gehaltvoller ist. Ein wesentlicher Unterschied zur Pre ist jedenfalls, dass man durch den höheren Stärkegehalt besser auf schon vorhandene Zähne achtgeben und putzen sollte. Folgemilch enthält oft mehr zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe – ob das für dein Kind wirklich nötig ist, besprich am besten in deiner Kinderordination im Zuge der Mutterpass- bzw. MuKi-Passuntersuchungen.

Der Vorteil von Pre-Milch sind die strikten Regeln, die alle Hersteller einhalten müssen. So darf in Pre nur Milchzucker zugesetzt werden und keine andere Form von Kohlenhydraten (wie Stärke oder - überflüssigen - Zucker).

Öko-Test hat 2019 Pre-Milch unterschiedlicher Hersteller geprüft. Das Ergebnis gibt es hier günstig zu kaufen.

 

Die richtige Flasche

Fläschchen werden in verschiedenen Größen aus BPA-freiem Plastik und Glas angeboten. Achte auf eine weite Öffnung des Flaschenhalses: so ist sowohl das Befüllen als auch das Reinigen einfacher. Besonders praktisch sind auch Fläschchen mit einer selbst-sterilisierenden Funktion – das spart einen extra Behälter oder ein eigenes Gerät, denn die Flasche wird einfach schnell umgebaut und in die Mikrowelle gestellt. Bei der Wahl der Größe, entscheidet allein deine Vorliebe – und die Menge, die dein Kind am liebsten in einer Mahlzeit zu sich nimmt.

Ein wichtiges Thema ist das Vermeiden von Koliken. Dabei hilft nicht nur eine ruhige Umgebung. Auch der Bau der Flasche kann hier unterstützend wirken. Flaschen mit eigenen Ventilationslöchern am Boden beugen Koliken aktiv vor, da sie den gleichmäßigen Trinkfluss fördern und die Entstehung von Luftbläschen vermeiden. Studien belegen, dass Babys dank der eingebauten Löcher die Milch mit optimalen Druckausgleich ohne Aufschäumen trinken können und so weniger Luft schlucken.*  

 

Die optimale Position.

Ganz genauso wie beim Stillen solltest du auch beim Fläschchen geben auf eine bequeme Sitzgelegenheit für dich und Liegemöglichkeit für dein Baby achten. Immerhin kann es auch einmal 20 Minuten und länger dauern – du solltest also jedenfalls eine unverkrampfte Position einnehmen. Dein Schatz kann in deinem Arm und/oder auf einem (Still-)Kissen liegen und sich so ganz und gar aufs Saugen konzentrieren – und dir tief in die Augen zu schauen.
 

Praktisches Zubehör.

Spezielle Fläschchenbürsten haben meistens eine besondere Form, um leichter reinigen zu können. Einige sind auch mit extra weichen Borsten versehen, um weder Glas noch Plastik zu zerkratzen bzw. zu beschädigen. Für alle, die gern viel unterwegs sind, kann auch ein Spender für einzelne Milchpulverportionen sinnvoll sein. In Mikrowellen-Dampfsterilisatoren können zeitsparend mehrere Fläschchen keimfrei gemacht werden und bleiben dann im verschlossenen Behälter bis zu 48 Stunden steril. Noch mehr Details zu dem Thema findest du übrigens auch hier.

Nach so viel Theorie bleibt uns nur noch eines zu sagen: wir wünschen euch eine kuschelige Fläschchenzeit!

*Quelle: Studie an der Medizinischen Universität Graz, 2011

 

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