Äußere Wendung in Steißlage

Was – und wann – tun, wenn das Baby verkehrt liegt

24.Apr 2020
Deutsch

Wie das Baby kurz vor bzw. bei der Geburt liegt, kann den Geburtsverlauf wesentlich beeinflussen. Vor allem, wenn das Kind mit dem Kopf nach oben – in Beckenendlage – Platz genommen hat, denn dann droht meist ein Kaiserschnitt. Kein Wunder, dass viele Schwangere in diesem Fall über eine äußere Wendung nachdenken. Aber wie genau funktioniert das überhaupt?


Foto: Shutterstock
 

Was ist eine äußere Wendung?

Es wird während eines ambulanten Krankenhausaufenthaltes versucht, das Kind von außen so zu drehen, dass es mit dem Kopf nach unten liegt.

 

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Meist empfiehlt man die äußere Wendung in der Schwangerschaft ab 37+0 (in der 38. Schwangerschaftswoche). Das hat vor allem 2 Gründe: es ist zum einen noch etwas mehr Fruchtwasser vorhanden als zu einem späteren Zeitpunkt, zum anderen kann das Baby bei Komplikationen per Kaiserschnitt geholt werden und gilt nicht mehr als Frühchen.

 

Wie läuft die äußere Wendung ab?

Meist findet zuerst ein Vorgespräch mit einer Ultraschalluntersuchung statt. Hier wird folgendes kontrolliert:

  • Genaue Lage des Kindes
  • Größe und Gewicht des Kindes
  • Wie viel Fruchtwasser vorhanden ist
  • Lage der Plazenta

Außerdem wird die Schwangere über mögliche Risiken aufgeklärt.

Am Tag der Wendung wird die Schwangere üblicher Weise nüchtern (also ohne Frühstück) ins Krankenhaus bestellt. Nach einer weiteren Ultraschalluntersuchung, bei der kontrolliert wird, ob sich an der Lage etwas geändert hat, wird ein Venen-Zugang gelegt, um bei Komplikationen rasch handeln zu können.

Die Frau muss dann eventuell einige Zeit mit dem Becken in erhöhter Lage liegen. Dadurch soll das Kind aus dem Becken rutschen, damit die Wendung leichter gelingt. Das Baby wird mittels CTG überwacht. Eventuell wird ein Wehenhemmer verabreicht, um die Gebärmutter zu entspannen. Anschließend versuchen Arzt oder Ärztin, das Kind manuell zu drehen. Ein OP-Team ist währenddessen auf Rufbereitschaft zur Stelle. Für die Wendung wird in der Regel auf den Unterbauch gedrückt und damit auf den Po des Babys sowie oben auf das Köpfchen, damit eine Vorwärts- oder Rückwärtsrolle (je nach Lage des Babys) durchgeführt werden kann. Die Erfolgsquote liegt je nach Krankenhaus bei ca. 60%.

War die Wendung erfolgreich, wird das Baby per CTG zur Sicherheit noch einige Zeit überwacht.
 

Die Erfolgsquote einer äußeren Wendung liegt bei ca. 50-60%

 

Risiken einer äußeren Wendung

  • Schmerzen (die Wendung kann aber jederzeit abgebrochen werden und dauert meist nur wenige Minuten)
  • Plazentalösung
  • vorzeitiger Blasensprung
  • Wehen
  • Vaginale Blutungen
  • Stress beim Kind, Notkaiserschnitt

 

Was gegen eine äußere Wendung spricht

Eine äußere Wendung kann in folgenden Fällen NICHT durchgeführt werden:

  • Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge)
  • Früherem Kaiserschnitt
  • auffälliges CTG
  • Plazenta Praevia (Plazenta liegt vor dem Muttermund)
  • Vorzeitigem Blasensprung
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • Bestimmten Nabelschnur-Umwicklungen
     

Sollte die äußere Wendung nicht klappen, wird meistens ein Kaiserschnitt empfohlen. Eine natürliche Geburt aus Beckenendlage (BEL) ist aber grundsätzlich auch möglich. Wie bei jeder vaginalen Geburt und bei jedem Kaiserschnitt gibt es Risiken – diese gilt es im Vorfeld abzuwägen. Geburten aus BEL erfordern bestimmtes Wissen von den Geburtshelferinnen. Eine Beratung durch eine Hebamme ist also sehr empfehlenswert.

 

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Quellen:
https://www.hebammenblog.de/beckenendlage-klar-zur-wendung/
https://de.wikipedia.org/wiki/Äußere_Wendung

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