Allergien beim Baby

Erkennen und behandeln

08.Mai 2020
Deutsch

Kaum auf der Welt und schon eine Allergie? Geht denn das überhaupt? Leider ja: die Neigung zur Überreaktion auf diverse Stoffe ist vererblich. Dabei ist es auch unerheblich, unter welchen Beschwerden die Eltern leiden – weitergegeben wird eine allgemeine Anfälligkeit zu Allergien.  Wovon schon Babys betroffen sein können und wie man vorbeugen kann, liest du hier.


Foto: Shutterstock

 

Warum neigen bereits Neugeborene zu Allergien?

Eine Allergie ist eine übersteigerte oder „fehlerhafte“ Abwehrreaktion des Körpers auf fremde, aber eigentlich harmlose Stoffe (statt wie sonst z.B. auf Krankheitskeime). Da das Immunsystem bei der Geburt noch nicht vollständig entwickelt ist, ist es anfälliger für Reaktionen auf Fremdstoffe. Es muss erst „lernen“ sich richtig gegen diese zu schützen. Auch die durchlässigere Darmschleimhaut begünstigt das Eindringen allergen wirkender Stoffe in den Organismus. In Folge produziert das Immunsystem übermäßig viele Antikörper.

All das sorgt dafür, dass auch Kinder im 1. Lebensjahr mit Unverträglichkeiten zu kämpfen haben, besonders gegen fremdes Eiweiß.

Je mehr Verwandte unter Allergien leiden, umso größer das Risiko.*

 

Welche Allergien gibt es bei Säuglingen?

  • Asthma
  • Heuschnupfen
  • Neurodermitis
  • Lebensmittelallergien/Magen-Darm-Beschwerden

Am häufigsten sind Lebensmittelallergien. Besonders Kuhmilcheiweiß sorgt bei manchen Säuglingen für Magen-Darm-Probleme. Mit diesem kommen schon die Kleinsten bei der Fütterung mit Flasche in Kontakt. Mit Einführung der Beikost können dann auch Hühnereiweiß, Fisch, Nüsse und Soja Beschwerden auslösen.

 

Wie sehen Allergiebeschwerden aus?

Bei Lebensmittelallergien kommt es meist zu Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen, Erbrechen, Durchfall oder Schwellungen der Schleimhäute.

Kontaktallergien zeigen sich häufig durch Hautausschläge und/oder schuppige Stellen.

Weiters können Atembeschwerden, Schnupfen und Husten auftreten.

 

Wie kann man Allergien vorbeugen?

  • Eine Spontangeburt (vaginale Geburt) scheint das Allergierisiko zu senken, da die Kinder auf dem Geburtsweg wichtige Bakterien von der Mutter aufnehmen. Ob das Vaginal Seeding diesen Effekt nachahmen kann, ist noch nicht endgültig bewiesen.
  • Möglichst in den ersten 6 Monaten ausschließlich Stillen
  • Achte auf eine möglichst schadstofffreie Umgebung ohne z.B. chemische Dämpfe aus Möbeln, Plastik und Kleidung. Second-Hand-Möbel und Wäsche eignen sich dazu besonders gut: aus ihnen sind sämtliche Schadstoffe bereits entwichen bzw. ausgewaschen.
  • in der Umgebung von Kindern nicht rauchen
  • Für eine möglichst Hausstaub- und Milben-freie Umgebung sorgen
  • Leicht zu reinigende Zimmer ohne Teppiche und offene Regale, in denen sich Staub sammeln kann
  • Verwende waschbare Bettwäsche aus synthetischen Materialien und Schaumstoffmatratzen
  • Verzichte auf Pflegeprodukte mit ätherischen Ölen und synthetischen Düften – nicht nur bei Babyprodukten, sondern auch bei deiner Kosmetik, da einige dieser Stoffe auch in die Muttermilch gelangen.
  • Staubsauger mit Feinstaubfilter verwenden
  • Vermeide Spielzeug mit Federn oder Tierhaaren sowie Deko, die leicht verstaubt
  • keine Haustiere
  • keine Holzschutzmittel oder imprägniertes Holz im Kinderzimmer
  • Neu gekaufte Kleidung unbedingt vor dem Tragen mindestens einmal waschen

Keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise gibt es übrigens im Zusammenhang zwischen Latex-Saugern und Latex-Allergien. Wenn du unsicher bist, greife aber ganz einfach zu Silikon-Saugern!

Tipp: Auf einer speziellen Seite der „Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind“ können ältere Geschwister sich selbst über das Thema Allergie und Immunsystem informieren.

 

Das könnte dich noch interessieren:

SOS Babyhaut - Neurodermitis bei Säuglingen

Windelfrei von Anfang an – geht das?

 

Quellen:

*https://www.aak.de/allergie-bei-kindern/allergien-bei-saeuglingen/

Die Hebammen-Sprechstunde, Ingeborg Stadelmann, 2. Auflage 2019, S. 223, 236 & 364

 

Tags: 
Sende diese Seite an einen Freund