Alles über: Baby-Stuhl

Aussehen, Häufigkeit und mehr

21.Apr 2020
Deutsch

Das hätte man sich als Nicht-Elternteil wohl kaum gedacht: plötzlich drehen sich ganze Gespräche um den Windelinhalt. Wie hat der Stuhl ausgesehen? Wie flüssig darf er sein? Ist es o.k., dass er so grün ist? Die wichtigsten Antworten findest du hier!


The Honest Company via Unsplash

#1 Der 1. Stuhlgang: das Mekonium

Schon im Bauch nimmt der Fötus über das Fruchtwasser z.B. abgestorbene Hautzellen, Darmzellen und Haare zu sich. Diese und andere Reste bilden dann den ersten Stuhl: das Mekonium. Es wird auch „Kindspech“ genannt, weil es für gewöhnlich eine schwarz-grünliche Färbung hat. Meistens kommt es in den ersten 1-2 Tagen nach der Geburt zur Ausscheidung.

 

#2 Aussehen und Farbe von Baby-Stuhl

Still-Stuhl

Babys, die gestillt werden, haben meisten einen leicht süßlich riechenden, hellgelb bis ockerfarbigen Stuhl. Er kann unterschiedliche Konsistenz haben – von ganz flüssig bis breiig oder mit „Stückchen“ ist alles möglich und im Rahmen. Stillkinder haben kaum Durchfall, selbst eine ganz flüssige Form ist also nichts Ungewöhnliches. Der Still-Stuhl unterscheidet sich sehr von Beikost-Stuhl und kann aus Stoffwindeln einfach ausgewaschen werden, d.h. die Stoffwindeln müssen nicht mit extra Windelvlies ausgelegt werden, um den Still-Stuhl vor dem Waschgang zu entfernen.
 

Flaschen-Stuhl

Bei Babys, die Milchersatzpulver bekommen, ist der Stuhl meistens hellgelb bis lehmbraun und eher breiig. Die Mengen sind häufig auch größer als bei Stillkindern und der Stuhl riecht stärker.
 

Grüner Stuhl

Die grüne Farbe schockiert viele Eltern erst einmal – vor allem, wenn das Kind noch gar kein grünes Gemüse isst, sondern nur gestillt wird oder die Flasche bekommt. Die vielleicht eigenartig anmutende Farbe muss aber gar keinen Anlass zu Sorge geben, sondern kann ganz „normal“ sein. Sollte dir allerdings der Geruch auch ungewöhnlich erscheinen und dein Schatz krank wirken, solltest du zum Kinderarzt oder zur Kinderärztin.
 

Beikost-Stuhl

Sobald Kinder feste Nahrung bzw. Brei bekommen, verändert sich auch der Stuhl. Er wird meistens geformter, fester und riecht strenger. Eine Verstopfung liegt eventuell vor, wenn das Kind nur einmal in der Woche Stuhlgang hat und der Stuhl sehr hart ist. In diesem Fall hilft als erster Schritt mehr Wasser zum Trinken zu geben und flüssigere Breie zuzubereiten. Stopfende Lebensmittel wie geriebene Äpfel und Bananen können durch anderes Obst wie Birnen ersetzt werden. Sprich im Zweifel mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin.

 

#3 Diesen Stuhl solltest du ärztlich abklären lassen:

(Hell-)Roter Stuhl bzw. Stuhl mit rötlichen Schlieren

Es kann sich um frisches Blut im Stuhl halten. Die Ursache sollte unbedingt geklärt werden.
 

Dunkelroter Stuhl

Kann von der Nahrung kommen (z.B. rote Beete/rote Rüben) oder von altem Blut – auch das sollte ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin kontrollieren.
 

Schwarzer Stuhl

Ist nach dem Ausscheiden des Mekoniums eventuell ein Anzeichen für eine Erkrankung und muss untersucht werden.
 

Weißer/farbloser Stuhl

Kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein – abklären lassen.
 

Wie immer: bei Unsicherheiten lieber Kinderarzt, Kinderärztin oder Hebamme fragen!

 

#4 Häufigkeit des Stuhlgangs bei Babys

Stillkinder haben oft mehrmals täglich Stuhlgang. Die vollen Windeln sind auch ein gutes Zeichen dafür, dass das Baby genug Milch zu sich nimmt. Meist gilt als Richtwert, dass täglich 6-8 nasse Windeln und 3 oder mehr mit Stuhlgang in den ersten 6 Wochen „gut“ sind.

Danach kann sich die Häufigkeit auf alle 3-4 Tage reduzieren. Das muss aber nicht so sein! Der Stuhlgang ist individuell sehr unterschiedlich und kann von 5x am Tag bis zu 1x alle 5 Tage variieren.

 

#5 Spezialnahrung bei Verdauungsproblemen

Spezielle Nahrung sollte nie auf Verdacht gegeben werden. Besprich das Problem und mögliche Lösungen lieber zuerst mit Fachärzten oder -ärztinnen. Auch Hebammen sind gute Ansprechpartnerinnen bei Fragen und haben oft tolle Hausmittel, die wirksam sind.

 

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Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mekonium
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/verdauung/

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