Auch Papas haben Ängste

Blog Gastartikel: Micky von Salon Papa

24.Sep 2019
Deutsch

Eltern haben Angst um ihre Kinder. Das ist das Normalste auf der ganzen Welt. Was bei Mamas dazugehört und salonfähig ist, wird bei Papas oft unter den Tisch gekehrt. Aber auch Papas haben Ängste. Micky vom Blog Salon Papa schreibt sehr offen über seine Gefühle rund um Tochter Rosa, seine Frau und die gemeinsame Zukunft.

Familienausflug

Foto: Salon Papa 

Papas sind stark. Papas weinen nicht. Papas wissen immer eine Lösung. Herbert Grönemeyer hat mit seinem Song „Männer“ schon besungen, wie Männer zu sein haben und genau die gleichen Vorstellungen gibt es auch von Papas. Nur, dass es bei Papas eben unter der Oberfläche auch ganz anders aussieht, denn Ängste gehören zum Papa-Sein dazu. Auch wenn kaum jemand darüber spricht.

Wie schön – aber auch gleichzeitig surreal – wäre es zu glauben, dass Papas keine Ängste haben, dass wir nur voller Glücksgefühle und Stolz sind. Ängste verfolgen mich jeden einzelnen Tag. Und dabei geht es um Rosa, meine Frau und mich. Und natürlich auch um uns alle zusammen.
 

Die Angst um das Baby

Wenn ich nachts aus dem Schlaf hochschrecke, dann nicht weil ich einen Albtraum habe, sondern weil ich Angst habe, dass Rosa aus dem Bett fällt. (Und das obwohl sie im Beibett schläft.) Wenn ich wie ein Verrückter alle Kleinigkeiten vom Boden aufhebe, dann nicht weil ich ein Ordnungsfreak bin, sondern weil ich mir Sorgen mache, dass Rosa etwas verschlucken könnte. Ich habe Angst, dass sie schwer krank wird, dass sie sich eine Infektion holt oder, dass sie sich verletzt. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Meine Angst konnte ich mit einem Erste-Hilfe-Kurs für Babys ein bisschen in Zaum halten.
 

Die Angst um meine Frau

Wenn ich Abends – dann wenn alle schlafen – noch ein Birchermüsli vorbereite und in den Kühlschrank stelle und den Coffee-To-Go Becher in der Kaffeemaschine stelle, dann nicht, weil es in der Früh schneller gehen soll, sondern weil ich Angst um meine Frau habe, die um 2:50 aufsteht und um diese Uhrzeit in die Arbeit fährt. Weil ich mit ihr alt werden will und ich weiß, dass sie sich einfach kein Müsli machen und auf das Frühstück vergessen würde. Und weil der Kaffee im Auto ihr hilft, sicher und wach durch die Nacht zu fahren.
 

Die Angst um unsere Zukunft

Wenn ich unsere Rechnungen bezahle und ausrechne ob sich alles ausgeht und was wir wie finanzieren, dann mache ich das nicht, weil ich mir ein neues Fahrrad kaufen will, sondern weil ich mir Gedanken um unsere Zukunft mache und darüber ob wir uns alles leisten können, damit Rosa friedlich, zufrieden und ohne Geldsorgen aufwachsen kann.
 

Die Angst um unsere Umwelt

Wenn ich den Kompost umgrabe, den Müll trenne und versuche auf Plastik zu verzichten, dann nicht weil ich mich wichtig machen möchte (oh ja, auch das habe ich schon gehört!), sondern weil ich Angst habe, dass Rosa in einer zerstörten Umwelt aufwächst und das Klima nicht mehr zu retten ist. Ich mache mir Sorgen um Rosas Zukunft und wie sie leben wird. Wie wird das Klima in 10 oder 20 Jahren sein? Welche Tiere wird Rosa nur aus dem Internet oder aus Büchern kennen?
 

Die Angst um unsere Gesundheit

Wenn ich den Zucker verstecke und gesund koche, dann mache ich das nicht – wie früher – aus sportlicher Sicht, sondern vor allem, weil ich mir wünsche, dass wir lange leben und gesund bleiben. Dass wir fit bleiben und Rosa auf ihrem Lebensweg möglichst lange begleiten können.
 

Was ich damit sagen möchte:

Die Ängste von Papas sind unendlich. Sie belasten uns genauso wie Mamas. Nur dass wir eben nicht darüber reden... aber dafür darüber schreiben.
 

Wie ich meine Ängste bei Autofahrten durch ein paar Tipps gemeistert habe, erfährst du in diesem Artikel von mir.

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