Auf Augenhöhe

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

09.Jan 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern schreibt darüber, wie wichtig und sinnvoll es ist, das eigene Baby auf Augenhöhe zu tragen. Und warum es aus dem Tragetuch oder der Trage sicher die Welt entdecken kann.

Auf Augenhöhe

Ein Baby zu tragen ist sinnvoll und schön – aus vielen Gründen. Die Babys genießen weiterhin die vertraute Nähe und Geborgenheit, die sie noch aus der Zeit im Bauch kennen. Auch die Bindung zum Kind wird durch das Tragen weiter intensiviert. Das anfangs noch sehr empfindliche und leicht verformbare Köpfchen wird vor Abflachungen und Verformungen geschützt. Denn wenn Babys viel getragen werden, reduzieren sich die Liegezeiten auf dem Rücken entsprechend.

Die beim Tragen vom Baby eingenommene Anhock-Spreizhaltung fördert die Reifung der Hüfte. Aber auch für den Tragenden ist es vorteilhaft, weil der Rücken so entlastet wird. Durch die gleichmäßige Gewichtsverteilung und das körpernahe Tragen wird einer Fehlhaltung vorgebeugt, wie sie leicht entsteht, wenn das ja immer schwerer werdende Baby nur auf einem Arm getragen wird.
 

Baby bekommt ein Lächeln geschenkt

Der Gleichgewichtssinn des Babys wird stimuliert, ebenso auch all seine anderen Sinne. Das Tragen unterstützt zudem sinnvoll die Wärmeregulation des Kindes. Untersuchungen zeigen auch, dass getragene Babys weniger weinen.  Für das Baby und seine Eltern hat das Tragen also viele positive Aspekte.

Aber auch für die Menschen in der Umgebung des Kindes. Dies fällt mir gerade immer wieder auf, wenn ich mit unserem mittlerweile sehr neugierig und interessiert schauendem Kind durch den Alltag gehe. Wie oft wird unser Baby freundlich angesprochen oder bekommt ein nettes Lächeln geschenkt, was es nur allzu gerne erwidert. Die meisten Menschen freuen sich, wenn sie ein Baby sehen. Und das Baby freut sich, aus dieser sicheren Perspektive die Welt jeden Tag ein Stückchen mehr zu entdecken.

Unsere Tochter liebt das Tragen und hält sich deshalb eher selten im Kinderwagen, den wir trotzdem an so einigen Stellen in unserem Alltag sehr praktisch finden, auf. Aber es ist doch auffallend, wie viel weniger sie dort von den Menschen im unmittelbaren Umfeld wahrgenommen wird. Im Tragetuch ist sie auf Augenhöhe – mit uns, aber auch mit den Menschen in ihrer Umwelt.
 

Hilfreich nach der Geburt

Die Verkäuferin an der Kasse in der Drogerie hat zum Beispiel immer ein paar nette Worte für unser Baby übrig, wenn es wach aus dem Tragetuch heraus blinzelt. Auch beim Bäcker oder unterwegs in der Bahn lächeln Menschen der Kleinen freundlich zu. Trotzdem bleibt die richtige Distanz gewahrt, weil das Baby all diese neuen Eindrücke direkt an Mama oder Papa angekuschelt verarbeiten kann. Und wenn es zu viel wird, dreht es sich einfach weg.

Auch der Schlaf ist bisweilen im Tragetuch viel besser und geschützter, als es das manchmal der Fall ist, wenn übereifrige Mitmenschen sich zu neugierig über den Kinderwagen lehnen. Aber ganz am Ende ist das Tragen zum einen wirklich praktisch, um mit dem Baby von A nach B zu kommen. Oder um im Haushalt oder für die Geschwisterkinder die Hände frei zu haben. Gut getragen wird alles ein bisschen einfacher. Aber das Tragetuch oder die Tragehilfe ist vor allem auch ein guter und geborgener Platz für unser Baby, von dem aus es in Augenhöhe die Welt entdecken kann.

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