Baby da – Verhütung her!

Welche Möglichkeiten gibt es nach der Geburt?

08.Dez 2019
Deutsch

Bevor es um das Thema Verhütung geht, noch ein wichtiger Punkt vorweg um euch vielleicht etwas Stress zu nehmen: durch das Hormon Prolaktin, das während der Stillzeit produziert wird, kann sich die Lust auf Sex verringern. Es sorgt außerdem dafür, dass die Scheide trockener sein kann als gewöhnlich. Sprich mit deinem Partner auch offen über Probleme nach Geburtsverletzungen. Wenn du dir damit schwertust, kann dir eine Hebamme dabei helfen. Mit Problemen sind übrigens nicht nur rein physische Beeinträchtigungen wie Narben und davon verursachte Schmerzen gemeint, sondern auch seelische Umstände, wenn die Geburt zum Beispiel traumatisch war. Scheide und Schamlippen können sich ebenso verändert haben wie die Pigmentierung der Haut im Intimbereich. Vielleicht ist das auch eine schöne Gelegenheit, einander wieder neu kennenzulernen. Und wenn es so weit ist, aber noch kein Geschwisterchen geplant ist? Dann sollte man sich vorab ein paar Gedanken zur Verhütung gemacht haben!


Foto: Toa Heftiba on Unsplash

Schützt Stillen vor einer Schwangerschaft?

Es kann sein. Es muss aber nicht sein. Und da liegt das große Problem. Auch wenn du wochen- oder sogar monatelang keine Menstruationsblutung und somit keinen Zyklus hast, kann sich das plötzlich ändern. Es ist aber unmöglich vorherzusagen, wann es soweit ist. Trotz relativ häufigem Stillen kann es plötzlich zu einem Eisprung kommen – Sex ohne Verhütung ist also jedenfalls ein Spiel mit dem Feuer, wenn man definitiv nicht wieder schwanger werden möchte.
 

Kondome

Wie auch vor der Geburt bei korrekter Anwendung ein gutes Mittel zur Verhütung - Vorsicht ist nur geboten, wenn ihr wegen Scheidentrockenheit zu Hilfsmitteln greift. Natürliche Öle können Kondome porös machen. Auf der – im wahrsten Sinne des Wortes – sicheren Seite seid ihr, wenn ihr spezielle Produkte verwendet, die für die Anwendung mit Kondom gedacht sind.
 

Pille

Während der Stillzeit kann nicht jede Pille problemlos genommen werden. „Klassische“ Pillen, die Östrogen und Gestagen enthalten scheiden zum Beispiel aus, weil das Östrogen die Milchproduktion negativ beeinflussen kann*. Aber auch stillende Frauen haben die Möglichkeit, eine sogenannte „Minipille“, die nur Gestagen enthält zu nehmen. Ab wann sie eingesetzt werden kann, besprichst du am besten mit deinem Gynäkologen oder deiner Gynäkologin.
 

Spirale

Sowohl Kupfer-, Kupfer-Gold- als auch Hormonspiralen sind für stillende Mütter eine Verhütungsmöglichkeit. Bedenken sollte man vorher aber auf Grund der relativ hohen Kosten auch die eventuell auftretenden Nebenwirkungen: Hormonspiralen enthalten nur Progesteron. Dieses kann zu längeren Schmierblutungen führen und auch dazu, dass du keinen normalen Zyklus mehr hast. Manche Frauen finden das vorteilhaft, andere reagieren auf den fehlenden Zyklus mit Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme. Ob und wie stark diese Begleiterscheinungen auftreten, lässt sich aber vorher nicht sagen. Kupfer- bzw. Kupfer-Gold-Spiralen haben keinen Einfluss auf den Zyklus. Sie können aber die Menstruationsblutung verstärken und/oder zu Krämpfen führen. Manche Frauen wollen aber auch das Gefühl eines Fremdkörpers in sich nicht haben oder haben generell Schwierigkeiten mit der Vorstellung, dass nicht die Befruchtung verhindert wird, sondern nur die Einnistung.
 

Vaginalring und Verhütungspflaster

Beide dürfen wie die Kombi-Pille wegen des Östrogens nicht in der Stillzeit angewandt werden. Nicht stillende Frauen können aber Vaginalring oder Verhütungspflaster verwenden.
 

Diaphragma

Kann wie das Kondom jedenfalls verwendet werden. Wie bei anderen Barrieremethoden liegt die Sicherheit in der Hand der Verwenderinnen. Der richtige Sitz und die passende Größe sollte in einer Beratung geklärt werden – auch wenn schon vor der Geburt ein Dia verwendet wurde. Muttermund und Scheide können sich durch die Geburt nachhaltig verändert haben.
 

Natürliche Familienplanung

Ist im Falle eines nicht vorhandenen Zyklus schwierig bis unmöglich. Auch gestörter Schlaf kann ein Problem beim Messen der Temperatur sein. Solltest du vor der Geburt aber schon viel Erfahrung damit gesammelt haben, kann es unter Umständen trotzdem ein Weg sein. Auch diverse Computer und andere technische Hilfsmittel – diese sind allerdings auch eine größere Investition.
 

Sterilisation

Wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, kann auch eine Sterilisation eine – endgültige – Möglichkeit sein. Bedenkt auf alle Fälle, dass es keine Garantie gibt, dass eine Durchtrennung der Samenleiter wieder rückgängig gemacht werden kann. Die Unterbindung der Eileiter ist im Gegensatz zum ambulanten Eingriff beim Mann mit einem Aufenthalt im Krankenhaus verbunden und eine kleine OP.
 

Dreimonatsspritze

Eine Dosis Gestagen wird dabei verabreicht und wirkt über einen längeren Zeitraum. Auch wenn man nicht alles glauben soll, was Google sagt, sind Berichte über Nebenwirkungen häufig. Auch wenn das bei anderen Verhütungsmethoden ebenso der Fall sein kann, ist der Nachteil der Depot-Präparate, dass man sie nicht beliebig wieder absetzen kann. Die Nachwirkungen können auch über die 3 Monate hinausgehen.

Nehmt euch ausreichend Zeit zu überlegen, was für euch am besten geeignet ist und besprecht eure Wahl jedenfalls mit einem Arzt bzw. einer Ärztin. Auch Hebammen bieten Sprechstunden an, um nicht nur über die Verhütung, sondern auch Veränderungen beim Sex und der Partnerschaft zu reden und euch an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen.

*Quelle: https://www.netdoktor.at/sex/verhuetung/verhuetung-nach-der-geburt-5679

 

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