Baby - Hörst du mich?

So kannst du Schwerhörigkeit möglichst früh erkennen

24.Sep 2018
Deutsch

Hörstörungen wie Schwerhörigkeit oder Taubheit beim Baby sind nicht immer bereits im Wochenbett festzustellen. Denn nicht alle Erkrankungen des Gehörs sind angeboren. Es ist deshalb wirklich wichtig, dass du dein Baby stets gut beobachtest.

Baby - Hörst du mich?

Foto: Shutterstock

Hörverlust sollte tatsächlich so früh als möglich erkannt werden. Damit eine Fehlbildung behandelt werden kann, und die Sprachentwicklung des Kleinen nicht darunter leidet. In den ersten drei Lebensjahren entfaltet sich das Gehirn soweit, dass gehörte Information vom Kind vollständig wahrgenommen und ausgewertet werden kann. Deshalb sollten Hörprobleme diese wichtige Entwicklung nicht einschränken.

Aber selbst, wenn eine Früherkennung nicht möglich war, helfen auch später Spezialisten der Pädaudiologie oder Pädakustiker weiter. Hörgeräte und spezielle Therapiemethoden erzielen bei Kindern dabei sehr gute Erfolge. Wichtig ist ein achtsamer Umgang und die laufende Beobachtung der Sinneswahrnehmung deines Babys. Einige Infos dazu und mögliche Anzeichen für ein Hörproblem, haben wir für dich zusammengefasst.

Der erste Test - das Hörscreening

Innerhalb der ersten Tage nach der Geburt, wird ein Hörscreening (OAE-Test) noch in der Klinik oder etwas später beim Kinderarzt durchgeführt. Das Screening wird von Fachleuten als sehr zuverlässig eingestuft. Die Untersuchung wird gemacht während das Neugeborene sehr ruhig ist oder schläft. Dabei werden Töne ins Innenohr geschickt und geprüft, ob eine Reizantwort zurückkommt. Haarzellen im Ohr leiten die akustischen Reize als elektrische Signale zum Gehirn weiter. Das Tonsignal wird mit einer winzigen Sonde gesendet. Wird kein Signal gemessen, kann das ein Hinweis auf eine Hörstörung sein. Manchmal wird dabei aber vermutet, dass noch etwas Fruchtwasser oder Käseschmiere im Gehörgang ist. Deshalb sollte der Test eine Weile später wiederholt werden, um auch wirklich sicher zu gehen.

Mögliche Ursachen und Auffälligkeiten bei Hörschwäche

Hörverlust kann erst Monate oder Jahre nach der Geburt auftreten.  

Schallleitungsschwerhörigkeit etwa, tritt als Folge von Krankheiten wie der Mittelohrentzündung auf. Auch das Wachstum kann sich auf die Gehörgänge auswirken.
Infektionen durch typische Kinderkrankheiten können Hörstörungen bis zu völliger Taubheit verursachen. In vielen Fällen bleibt aber die Ursache ungeklärt.

  • Babys plappern schon früh. Dein Kleines freut sich dabei zunehmend über vertraute Dinge, die Geräusche machen. Sollte aber das Glucksen und Babbeln nach den ersten fünf bis sechs Monaten nachlassen, ist das ein mögliches Anzeichen auf einen Hörverlust.
     
  • Die Beobachtung des Verhaltens allein reicht für eine Diagnose nicht aus.
    Dennoch solltest du auf dein Bauchgefühl hören, wenn du zum Beispiel den Eindruck    hast, dass dein Baby auf bestimmte Tonlagen gar nicht reagiert.
     
  • Babys gleichen Störungen des Gehörs durch den verstärkten Einsatz der anderen Sinnesorgane aus. Sie fühlen feine Erschütterungen über die Haut und reagieren mit den Augen auf Bewegungen oder räumliche Veränderungen.
     
  • Selbsttests für die Feststellung einer möglichen Schwerhörigkeit, die für Eltern zuhause vorgeschlagen werden - wie Händeklatschen, Zurufen oder die plötzliche Herstellung unerwarteter, lauter Geräusche -  sollen jedoch als Prüfung des Hörsinnes im Säuglingsalter eher ungeeignet sein.
     
  • Es ist gar nicht so einfach, beim eigenen Kind eine Hörschwäche festzustellen.
    Schließlich hat dein kleiner Schatz sein eigenes Entwicklungstempo. Ein Säugling, der     bei Geräuschen nicht so leicht erschrickt, gilt vielleicht als super entspannt.

Dennoch ist die Sprachentwicklung deines Kleinen aber für seine späteren Lebensjahre sehr, sehr wichtig! Deshalb: warte nicht lange zu, und sitze lieber einmal zu oft beim Kinderarzt im Warteraum.

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