Baby und Haustiere? Ja bitte! - Unser Weg

Blog Gastartikel: Mini and Me

27.Jul 2018
Deutsch

Sind Haustiere im Leben mit Baby eine Bereicherung oder eine Belastung? Wird der Familienhund zum treuen Freund und Begleiter oder leidet die Hygiene im Haus unter den tierischen Mitbewohnern? Für Jeannine von Mini and Me ist die Antwort klar: „Haustiere? Immer wieder: Ja!“
 

Baby und Haustiere? Ja bitte! - Unser Weg
Foto: Mini and Me

Oft höre ich von Familien, die kurz bevor sie um ein Familienmitglied reicher, erstmal um eines ärmer wurden: Das Haustier muss gehen, bevor das Baby kommt. Dafür mag es sicher Gründe geben, für mich bzw. für uns stand es aber niemals zur Debatte, ob unser kleiner Familienhund weiterhin zu uns gehören dürfte.

Ich selbst kam zur Welt, als der Kater meiner Eltern ein Jahr alt war. 23 wundervolle Jahre durften wir gemeinsam verbringen. Ich möchte diese bereichernde Erfahrung nicht missen. Er wuchs mit mir auf und es fiel mir schwer, ihn gehen zu lassen als er alt und grau geworden und seine Zeit gekommen war. 

Für uns war es wichtig, unsere Hündin bereits während meiner Schwangerschaft mit einzubeziehen. Wir ließen sie an Kleidung schnuppern, die wir fürs Baby kauften und auch das neu eingerichtete Zimmer mit Wickeltisch und Co. inspizieren. 

Als unsere Tochter auf der Welt war und wir nach ein paar Tagen heim durften, war unser Hund natürlich unglaublich neugierig. Das schlafende Baby im Maxi-Cosi stellten wir erstmal in unserem Wohnzimmer auf den Boden und beobachteten wie unsere kleine Havaneserdame sich vorsichtig näherte um sachte daran zu schnuppern. Sie war so aufgeregt! 

Als meine Tochter dann zu krabbeln und somit auch flink alles zu erforschen begann, bewies unsere Hündin ihre unglaubliche Geduld. Wenn es ihr zu viel wurde, ging sie einfach weg. Gleichzeitig achteten wir darauf, unserer Tochter von Anfang an den behutsamen und liebevollen Umgang mit Tieren vorzuleben.

Die vielen Tiere bei Oma waren für sie seit jeher ein Highlight. Der große Hund, der immer so laut bellte, sorgte für große Augen und die frei lebenden Katzen, die immer kuscheln kamen, wenn sie zum Essen gerufen wurden, ließen meine Tochter vergnügt quietschen. Etwa ein Jahr war sie alt, als sie zum ersten Mal auf dem Rücken eines Pferdes saß. Ich werde nie vergessen, wie schnell mein Herz schlug – trotz der Tatsache, dass sowohl Papa, als auch Oma, direkt neben ihr waren. 

Heute, ein paar Jahre später, darf ich miterleben, wie natürlich und schlau meine Tochter mit Tieren umgeht. Ohne ihr jemals Angst gemacht zu haben, ist sie fremden Hunden gegenüber reserviert und deutet die Signale der ihr vertrauten Tiere, als wäre es das Selbstverständlichste für sie. Vermutlich ist es das auch, hatte sie doch bereits so viele Möglichkeiten, sie zu beobachten. Die Scheu, die ich beispielsweise vor Pferden habe, da sie niemals so intensiv Teil meiner Kindheit waren – bis auf ein wenig Reitunterricht während der Volksschulzeit – kennt sie nicht. Achtung und Respekt, ja. Aber Angst? Nein. Wie schön!

Ich empfinde diesen natürlichen Zugang als eine unglaubliche Bereicherung. Für meine Tochter natürlich, aber auch für uns, wenn wir sie beobachten und mit ihr darüber lachen.

 

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