Babyausstattung: Weniger ist mehr

Blog Gastartikel: Von Guten Eltern

22.März 2017
Deutsch

Unsere Gastautorin Anja vom Blog Von Guten Eltern ist selbst Hebamme und derzeit zum vierten Mal schwanger. Warum sie in Sachen Babyausstattung beim vierten Kind auf das Motto „Weniger ist mehr“ setzt, erzählt sie uns in diesem Artikel.

Babyausstattung: Weniger ist mehr

Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir in Erwartung auf unser erstes Kind allerlei Dinge anschafften, die man ja mit Baby so „braucht“. Es war so schön, wenn der Postbote gefühlt täglich ein Päckchen brachte und wieder ein kleines oder großes Teil mehr bei uns einzog, das die Vorfreude auf unser Kind steigerte. Irgendwie wurde damit das Unvorstellbare greifbarer für uns. Aus der Wohnung eines Paares wurde nach und nach die einer Familie. Letztlich wurde sie das aber erst so richtig, als auch unsere erste Tochter hier angekommen war.

Drei Kinder weiter sind mittlerweile in der ganzen Wohnung kleine und große Dinge überall verteilt, die darauf hinweisen, dass hier nicht nur Erwachsene leben. Kleine Kleidungsstücke, Spielzeug oder auch Schultaschen verbreiten sich erstaunlich schnell. Da wir uns als Eltern ja auch noch irgendwo wiederfinden wollen, versuchen wir, zumindest Teilbereiche unseres Zuhauses „kindersachenfrei“ zu halten – leider mit eher mäßigem Erfolg. 

Als sich nun unser viertes Kind ankündigte, war wohl auch deshalb nicht gleich der erste Gedanke, was wir noch alles brauchen würden, sondern: „Wir müssen dringend aussortieren!“. Denn das, was man wirklich braucht mit steigender Kinderzahl, sind Platz und Zeit. Und viele Dinge nehmen tatsächlich beides weg. Je mehr überall rumsteht, umso weniger Raum ist da und man ist permanent mit dem Aufräumen all dieser Dinge beschäftigt. So haben wir also die bereits vergangenen Schwangerschaftsmonate primär dafür genutzt, Platz zu schaffen und uns von Dingen zu trennen, die wir gar nicht (mehr) benötigen. Ein gutes Gefühl!

Nun ist es nicht mehr allzu lange hin bis zur Geburt. So langsam ziehen auch die ersten Babysachen wieder ein. Auf der Leine hängen die gewaschenen Tragetücher und ein winziger Schlafsack. Im Schrank des Kleinkindes gibt es jetzt ein Fach mit Babysachen und im Wohnzimmer wartet ein neuer Kinderwagen auf seine erste Ausfahrt. Vieles, was wir beim ersten Kind noch hatten, gibt es dennoch bereits seit dem zweiten Kind schon nicht mehr. Weil wir es einfach nicht brauchten und auch jetzt nicht brauchen werden. Auch nicht nur dafür, uns auf das vierte Kind zu freuen. Denn die Vorfreude ist bei jedem weiteren Kind weniger an Dinge geknüpft, sondern an ein ganz konkretes inneres Gefühl, gefüttert aus den bisherigen schönen Erinnerungen. Vorfreude auf die erste Begegnung nach der Geburt, das erste Stillen oder das warme wohlige Gefühl, sein Baby im Tragetuch zu spüren. Die kleinen Minisachen im Schrank sind bezaubernd, keine Frage. Die Erinnerungen, die wir im Herzen an die Babyzeiten unserer drei Kinder tragen, sind bezaubernder. Darum haben wir Platz gemacht, statt die Wohnung mit zu vielen Dingen fürs Baby vollzustellen. Und einen Platz in unserem Herzen hat das kleine Menschlein in meinem Bauch sowieso schon lange.

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