Babys sind langweilig…

Blog Gastartikel: Christina von Einer schreit immer

18.Jun 2019
Deutsch

Babys haben etwas Magisches. Aber im Vergleich zum Kleinkind sind Babys auch ziemlich fad. „So richtig viel Spaß macht das Mamasein erst, seit die Kinder sich artikulieren können“, findet Christina vom Elternblog „Einer schreit immer“. 

Glückliche Familie

Pow! Die Bombe ist geplatzt! Darf man als Mutter sagen, dass man Säuglinge wenig aufregend und sogar richtig stressig findet? Da freut man sich die ganze Schwangerschaft auf den neuen Erdenbürger und dann? Schlafen, essen, brabbeln, kuscheln, brüllen und das war’s?

Klar – die Babyzeit hat schon etwas Einzigartiges. Kindchenschema, Runzelfüßchen, zahnloses Sabber-Lächeln. Und dann ist da noch dieser ganz besondere Geruch, nach frisch geschlüpftem Mini-Mensch. Alles ist neu und aufregend. Aber versteht mich nicht falsch: Man kann nun mal nicht den ganzen Tag kuscheln und das Kind anhimmeln. Und psssst - so ganz unter uns: Ich bin viel lieber eine Kleinkindmama!

Ich finde es toll, dass die Zwerge von Tag zu Tag klüger werden. Dass sie ihre Wünsche artikulieren können und eigene Interessen entwickeln. Dass sie zu richtigen Menschenleins mit eigenem Charakter werden und Humor entwickeln. Ihr Lieben ich gestehe heute: Ich finde das Kleinkind-Ding viel besser als das Gesten-Deuten in der Baby-Phase. Denn die Säuglings-Zeit hat mich manchmal mehr als überfordert… 
 

Warum weint das Baby?

In schlauen Büchern liest man ständig: „Schau dein Kind an, dann weißt du warum es weint.“ Ich verrate euch aber heute ein Geheimnis: Manchmal hatte ich keine Ahnung, warum mein Zwerg gerade lauthals brüllte: Frisch gestillt und gewickelt, weder Zähne im Anmarsch oder ersichtliche Blähungen. WARUM weint das Kind also? Und dann hatte ich in der Babyphase auch immer diese furchtbare Unsicherheit: „Kann man beim Baby etwas falsch machen? Muss ich das Kind den ganzen Tag bespielen und wenn ja wie? Wenn ich jetzt nicht sofort in die PEKiP-Gruppe gehe, wird das Kind dann nie eine gute Schule besuchen?“ Fragen über Fragen, die einen als Neo-Mutter ganz schön überfordern können. Also zumindest mich haben sie damals ermüdet.

Jetzt, wo die Kinder selbständig – zugegeben nicht immer sinnvolle – Entscheidungen treffen und wo sie Liebe verbalisieren können, beginnt bei mir das Genießen. Ich habe meinen Weg als Frau und Mutter gefunden und weiß, was ich meinen Kindern mit auf den Weg geben möchte und wie ich sie auf das vorbereiten kann, was kommt. Außerdem sehe ich nun rückblickend, dass ich gar nicht so viel falsch gemacht habe, denn die Beiden sind teilweise richtige Vorzeigekinder. Die Betonung liegt hierbei natürlich auf teilweise….

Wenn sich die Kinder kurz nachdem sie sich gegenseitig in den Schwitzkasten genommen haben sagen, dass sie einander gerne haben, dann ist das großes Kino. Und wenn sie plötzlich auf einen zulaufen und völlig uneigennützig und aus tiefster Seele und völlig ehrlich sagen: „Ich hab dich lieb, Mama!“, dann stehen mir sofort Tränchen in den Augenwinkeln.

Vielleicht ist es auch die Routine und das Selbstverständnis als Mutter, die mich wachsen lassen haben. Vielleicht habe ich erst nach und nach in meine Rolle gefunden. Oder vielleicht trinke ich einfach gerne auch hin und wieder Kaffee mit Freundinnen – und das mittlerweile sogar relativ stressfrei…

Wie auch immer. Liebe werdende Mamas, und liebe Mamas mit Schreibabys, die Phase des unergründlichen Weinens geht vorbei und darauf folgen, schneller als man denkt, zahlreiche, ausgesprochene liebe Worte!

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