Babys Tragen: Woher kommt dieser Brauch?

Die Babytrage in vielen Kulturkreisen

04.März 2017
Deutsch

Dass Babys „Traglinge“ sind, hat sich herumgesprochen. Deshalb gibt es so gut wie überall auf der Welt die unterschiedlichsten Modelle an Tragesystemen zu erwerben. In jeder größeren Stadt werden inzwischen Workshops für das richtige Anlegen des Tragetuchs angeboten. Während neun Monaten im Mutterleib ist dein Baby in der immer enger werdenden Gebärmutter herangewachsen. Es hat sich an das wiegende Tragegefühl in deinem Körper gewöhnt. War untrennbar mit dem vertrauten Bewegungsablauf verbunden, hat deinen beruhigenden Herzschlag gehört und sich wohl und geborgen gefühlt. Ist das Baby mal auf der Welt, ist die Umstellung groß, schließlich muss es sich an viele neue Eindrücke gewöhnen. Durch eine Tragehilfe bleibt das gemütliche Gebärmuttergefühl ein wenig erhalten. Und sei es nur während der Zeit, in der das Baby besonders nach deiner Körpernähe sucht.

Babys Tragen: Woher kommt dieser Brauch?

Fotos: Shutterstock

Babytragen ist keine Neuheit

Von Vietnam bis nach Äthiopien, bei vielen Naturvölkern rund um den Globus hat das Tragen eine jahrhundertelange Tradition. Vor allem Mütter tragen seit Menschengedenken den Nachwuchs im Baby- und Kleinkindalter auf ihrem Rücken. Der Hauptgrund: So kann man stets eine rasche Nahrungsaufnahme gewährleisten. Und die Hände sind frei für die täglichen Arbeiten. In manchen Ländern hat sich die Tradition des Babytragens über die Zeit kaum verändert. Auch die Tragehilfen sind ähnlich wie vor vielen Jahrhunderten geblieben.

„Cradle Boards“ etwa sind Tragesysteme der „Native Americans“. Die ursprünglichen Einwohner Nordamerikas haben ihre Babys auf Bretter „gezurrt". Gezurrt mag an dieser Stelle etwas befremdlich klingen, Experten sind sich aber einig, dass diese Methode gerade bei Kindern mit Koliken sehr heilsam war. Die Babys wurden in Decken gewickelt und eng verschnürt. So wurde der Eindruck der Enge in der Gebärmutter wiederhergestellt. Mit dem Rücken an ein Brett gegurtet war die Wirbelsäule zwar gestreckt, aber durch das feste Angurten vollkommen entlastet. Sehr wahrscheinlich ist auch, dass man die Kinder an Bretter schnallte um sie vor Wildtieren zu schützen und einem Wiegenraub zu verhindern. 

Babys Tragen: Woher kommt dieser Brauch?

Bauchtragen – Rückentragen – Hüfttragen

Grundsätzlich ist das Tragen deines Babys in einer Tragehilfe – sei es nun Tuch oder Gurtsystem – in jedem Falle zu empfehlen. Denn Körpernähe vermittelt ihm definitiv das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Auf diese Weise ist dein Schatz bei deinen Aktivitäten auch immer dabei. Das Baby ist aktiv am Geschehen beteiligt, muss aber nicht laufend im Mittelpunkt deiner Aufmerksamkeit stehen.

Selbstverständlich gibt es aber auch bestimmte Anforderungen an die Tragehilfen. Zu beachten ist, dass aufgrund der fehlenden Wärmeregulation im Babykörper vor allem in den kalten Klima-Regionen für einen Ausgleich gesorgt werden muss. Hier haben sich spezielle Tragejacken oder Tragecovers bewährt. Ergonomische Schwächen beim Tragen sollten auch unbedingt berücksichtigt werden, damit es nicht zu Haltungsfehlern kommt. Weder beim Kind, noch bei dir. 

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