Babys und Kinder mit Albinismus

Fakten und Mythen

24.März 2017
Deutsch

Der Begriff Albinismus stammt aus dem Lateinischen und beschreibt die Farbe Weiß. „Weißlinge“ kommen nicht nur in der Pflanzen- und Tierwelt vor, sondern auch beim Menschen. Rund um die Krankheit herrschen allerhand Mythen. Doch was ist überhaupt Albinismus? Wie entsteht er und was sind die Symptome? Wir haben es uns mal genauer angesehen.  

1. Entstehung und Vorkommen von Albinismus

Bereits in der Fötalperiode während der Schwangerschaft werden Melanozyten gebildet. Diese Zellen sind für die Ausschüttung des Farbstoffes Melanin zuständig. Menge und Qualität des Farbstoffes werden durch eiweißauflösende Enzyme beeinflusst, den so genannten Proteasen. Diese bauen in einer kettenartigen Reaktion Melanin auf. Wenn eines der Enzyme während dieses Stoffwechselprozesses nicht reagiert, kommt es zu Störungen. Eine davon ist Albinismus. Albinismus wird molekulargenetisch klassifiziert, woraus mehrere Albino Typen abgeleitet werden. Weitere Erbkrankheiten können den Albinismus begleiten und in einigen wenigen Fällen zu Behinderungen führen. In Afrika kommt die Krankheit übrigens deutlich häufiger vor, als in Europa und Asien.

 

Babys und Kinder mit AlbinismusFotos: Shutterstock

2. Symptome von Albinismus

Haut und Haare

Die Symptome, die uns zuerst in den Sinn kommen, wenn wir Albinismus hören: Sehr helle Haut und Haare. Nicht immer muss jedoch die Pigmentierung der Haut- und Haarfarbe extrem von der der Eltern abweichen. Bei einigen Menschen, die unter Albinismus leiden, bleibt die Melatonin-Produktion nämlich weitgehend unverändert. Oder aber es kommt erst im Laufe der Entwicklung zu Veränderungen der Haut, dies ist bei Kindern oder Jugendlichen oft der Fall. Die Einwirkung von Sonnenlicht kann zu Sommersprossen und anderen Pigmentflecken führen. Je nach Stärkegrad kann die Haarfarbe weiß, rotblond, gelblich oder durchaus auch braun sein.

Augen und Sehvermögen

Die Augenfarbe kann von sehr hellem blau bis braun reichen. Auch hier kann es zu Farbveränderungen kommen. Die schwache Pigmentierung der Iris kann die Augen sehr durchscheinend und blass erscheinen lassen. Das Auge kann bei bestimmtem Lichteinfall sogar rötlich wirken, da ähnlich wie beim Blitzlicht einer Kamera, das Tageslicht von der Augenrückwand reflektiert wird. Oftmals ist das Sehvermögen der Betroffenen beeinträchtigt. Hierbei handelt es sich vor allem um: 

1. Nystagismus: schnelle, unkontrollierbare, rhythmische Bewegung der Augen

2. Strabismus: Schielen

3. Photophobia: Lichtempfindlichkeit

4. Astigmatismus: Hornhautverkrümmung, die zu einer Fehlsichtigkeit führt​

Babys und Kinder mit Albinismus

3. Hat mein Baby Albinismus? Was tun?

Ganz im Gegenteil zu der weit verbreiteten Meinung wird Albinismus bei einem Baby nicht immer unmittelbar nach der Geburt festgestellt. Oftmals kommt der Verdacht erst im Zusammenhang mit Augenproblemen beim Baby oder Kleinkind auf.

Klarheit kann letztlich nur ein Gentest liefern. Lautet die Diagnose Albinismus, so müssen entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Neben einer eventuell notwendigen Sehfrühförderung gehören hierzu auch die Punkte Sonnenschutz, Schutz der Augen durch eine Sonnenbrille oder die Verwendung spezieller Kontaktlinsen.  

Lasst euch von einem Spezialisten Beraten. Auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe für Betroffene und deren Angehörige kann helfen. Mehr Infos findest du hier

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