Babyschlaf: Niemals forcieren, sondern liebevoll ermöglichen

Blog Gastartikel: Mini and Me

19.Jun 2018
Deutsch

„Jetzt muss es aber doch endlich mal schlafen!“ – Jeannine von Mini and Me beschreibt, warum es so wichtig ist, die Kleinen nicht zum Babyschlaf zu drängen, sondern sie auch hier liebevoll zu begleiten.

Babyschlaf: Niemals forcieren, sondern liebevoll ermöglichen

Foto: Fotolia via Mini and Me

Ob, wann und wie lange ein Baby schläft, ist für junge Eltern immer wieder Thema. Unzählige Artikel werden geschrieben und viele Mythen ranken sich um den viel diskutierten „Babyschlaf“. Das ist absolut verständlich, kann es doch so unglaublich anstrengend sein, wenn man selbst als Erwachsene, die den Schlaf so dringend benötigen würde, an vielen Tagen gefühlt am Zahnfleisch daherkriecht.

Bei uns war das nicht anders: Ich war ständig übermüdet und hätte die Energie als frischgebackene Mama wirklich dringend gebraucht. Die besorgten Nachfragen der Familie machten es nicht besser und nach einigen Wochen begann ich ebenfalls mich zu sorgen: Sollte mein Baby nicht schon länger schlafen? Das Baby meiner Freundin X schläft ja angeblich durch! Wie toll das sein muss! Ob mein Kind genug Schlaf bekommt? 

Es überrascht nicht, dass es gerade rund ums Thema Babyschlaf viele angebliche ExpertInnen – vor allem online – gibt, die ihre Tipps und Tricks verraten. Manche bieten auch kostenpflichtige Schlaftrainings an, versprechen Entspannung für die junge Family und warnen vor etwaigen gesundheitlichen Nachteilen fürs noch so kleine Kind, wenn es denn nicht rechtzeitig „lernt“, durchzuschlafen. Sie verunsichern und machen Angst, und aus Verzweiflung meinen leider immer wieder Eltern, dass so ein „Training“ gut wäre. Oftmals auf Kosten der Babys, deren existenzielles Bedürfnis nach Nähe und Verbundenheit, das sie so klar zeigen, dadurch oftmals übergangen wird. 

Die gute Nachricht: Gesunde Babys können schlafen. Sie wissen, wie das geht. Es gibt nichts, das wir ihnen „beibringen“ müssten. Ich möchte hier also dringend eine Lanze brechen für den inneren, ureigenen Rhythmus unserer Kinder. Fürs Vertrauen in ihre natürlichen Instinkte. Jedes Kind hat nunmal seinen eigenen Rhythmus und braucht unterschiedlich viel Schlaf.

Babys wissen, wann sie müde sind. Anders als wir, sind sie – bei liebevoller Co-Regulation durch die Bezugsperson und wenn wir sie achtsam begleiten – noch so sehr im Kontakt mit ihren Bedürfnissen, dass wir nur hinsehen und -hören müssen. Inniger Körperkontakt, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Bedürfnisse des kleinen Menschen vermitteln immerhin die Sicherheit: Ich bin für dich da. 

Es geht nicht um irgendwelche Uhrzeiten, die wir einhalten müssen. Es geht nicht darum, dem Kind irgendetwas „anzutrainieren“, mit dem wir Eltern uns wohlfühlen. Es geht um das Begleiten, um das Dasein, um zärtliche Nähe und wärmende Geborgenheit. 

Die Antwort auf unsere Übermüdung darf also nicht sein, Babyschlaf zu forcieren. Es ist an uns Eltern, ihn unseren Kindern zu ermöglichen.

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