Barfuß laufen tut dem Baby gut!

Warum mehr Gründe dafür sprechen, als dagegen

19.Jul 2019
Deutsch

Endlich kommt das Barfuß-Laufen richtig in Mode! Expertinnen aus den Reihen der Pädagogik und Physiotherapie klären auf, und vermitteln uns die Vorteile von Hautkontakt mit dem Boden für das Baby und Kleinkind.  

Babyfüße

Foto: Shutterstock

Über das Tasten mit dem Mund, Händen und Füßen, erfahren sie die Welt und verarbeiten Sinneseindrücke. Die Füße werden dabei früh eingesetzt. Z.B. bei den ersten Drehungen vom Rücken auf den Bauch, und umgekehrt. Die frei beweglichen Füßchen mit nackter Sohle spielen dabei laut Spezialisten eine wichtige Rolle. Selbst bei einer angeborenen Fußdeformation soll der frühe Haut-Boden-Kontakt helfen. Die Sorge vor Verletzungen, sollte dabei im wahrsten Sinne des Wortes kein Hemmschuh sein! Warum das so ist, haben wir uns genauer angesehen, und für dich in einer Übersicht zusammengefasst.
 

  • Verbesserung der Koordination

Motorische Fähigkeiten können sich mit der bewusst eingesetzten Fuß- und Beinfreiheit bereits ab der Geburt besser entwickeln. Unterstützt werden diese auch durch viel Hautkontakt mit Mama und Papa wie zum Beispiel durch regelmäßige Baby-Fußmassagen, die nicht nur dem Bonding, sondern eben auch der initialen Stimulation der Fußreflexzonen dienen.
 

  • Stärkung der Muskulatur

Der gesamte Bewegungsapparat wird kräftiger. Eine gut entwickelte Fußmuskulatur stützt dabei von Anfang an die gesamte Fußunterseite. Außerdem wird durch das Barfuß-Sein die Durchblutung verbessert.
 

  • Vorbeugen von Haltungsschäden

Durch eine von vornherein erhöhte Stabilität wird Gelenk- und Haltungsbeschwerden, aber auch Fußfehlstellungen entgegengewirkt. Denn während der vollständigen Beckenaufrichtung (ab dem 4. Lebensjahr), wird dann auch die optimale Bildung der Quer- und Längswölbung des Fußes gefördert.
 

  • Erhöhtes Körperbewusstsein

Der Kontakt mit dem Boden und der Erde fördert die ursprüngliche Bindung zur Umwelt. So wird auch die Selbstwahrnehmung des Kindes vertieft. Insbesondere, wenn dein Kleines viel im Park oder im Garten frei krabbelt und seine ersten Gehversuche macht.
 

  • Aufbau und Stabilisierung des Immunsystems

Die Sorge besteht bei vielen Familien, dass nackte Füße das Baby anfälliger für Erkältungen machen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. In der Regel stärken nackte Füße die Fähigkeit des Körpers, die Temperatur zu regulieren. Solange der Rumpf warm ist, dürfen die Füße ruhig kühl sein! Und was die Hygiene betrifft, so sollte ein tägliches Fußbad vor dem Zubettgehen - genauso wie das Händewaschen - die Verbreitung von Krankheitserregern ausreichend eindämmen.
 

  • Barfuß gegen Schweiß-Füße

Je nach Beschaffenheit des Schuhwerks, kommt es beim aufrechten Gang zu einer Art Fußbremse. Das Gehen wird vom Kind völlig anders erlebt, als wenn es sich barfuß fortbewegt. Schwitzen im Schuh ist schon früh beim Training der ersten Schritte möglich. Vor allem beim Tragen dick gefütterter Winter-Boots. In der ersten Zeit des Laufen Lernens reicht es generell, wenn Schuhe nur kurzfristig, zum Schutz bei Minusgraden, genauso wie auf heißem Asphalt, oder bei akuter Verletzungsgefahr (Schnittwunden) getragen werden.
 

Fazit: Schuhe tragen ist eigentlich nur in bestimmten Situationen nötig. Auch wenn es erst mal ungewöhnlich erscheint. Babys und Kleinkinder sind besser dran, wenn sie ohne Mini-Pantöffelchen und Co. herumlaufen. Ja, zugegeben, die kleinen Dinger sehen super süß aus, sind aber tatsächlich nicht förderlich für das Fußwachstum. Als Schutz für die kleinen Zehen tun es weiche Leder Krabbelschuhe mit Barfuß-Effekt. Diese gibt es in einer atmungsaktiven Sandalenvariante bis zum 4. Lebensjahr!

Wichtig ist mit Baby und Kleinkind ohnehin, dass die Ausrüstung immer auf das jeweilige Vorhaben abgestimmt wird. Wie das geht, erfährst du hier!

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