Besondere Herausforderungen beim Stillen

Brustimplantate, Piercings, Tätowierungen – kannst du damit dein Baby problemlos an die Brust nehmen?

28.Mai 2018
Deutsch

Die beruhigende Antwort ist: grundsätzlich Ja!
Dazu gibt es jedoch, wie zu allen Themen rund ums Baby, natürlich mehrere Meinungen. In jedem Fall, solltest du aber deine Stillberaterinnen und Nachsorgehebammen über mögliche besondere Herausforderungen beim Stillen informieren. Sie helfen dir bei individuellen Problemen garantiert mit ihrem Fachwissen weiter. 

Wichtig ist, dass während des Stillens die Gewichtsentwicklung des Babys gut beobachtet wird. Unabhängig von der Brustgröße oder anderen Einflüssen kommt es nämlich für das Füttern an der Brust darauf an, wie es um dein Drüsengewebe bestellt ist und ob die Milchversorgung ausreicht. 

Besondere Herausforderungen beim Stillen

Foto: MAM

Stillen mit Brustimplantaten

Bei der OP für die Brustvergrößerung mit Implantaten verlaufen die Einschnitte in der Unterbrustfalte oder nahe der Achselhöhle. Also nicht direkt an den Milchdrüsen. Auch das Implantat selbst wird hinter den Milchgängen der Drüsen eingesetzt, wodurch die Stillfähigkeit nicht beeinträchtigt werden sollte. 

Außerdem wurde bei Silikonimplantaten oder Sojaimplantaten glücklicherweise nach einer langfristigen Beobachtung die Befürchtung ausgeräumt, dass Schadstoffe in die Brustmilch übergehen könnten. 

Was allerdings schon als Hindernis für das Stillen mit Brustimplantaten gilt, wäre die mangelnde Sensibilität an den Brustwarzen (Mamillen). Das kommt tatsächlich aber nur sehr selten vor.

Speziell nach dem ersten Milcheinschuss kann es durch Narben und dem Druck im Gewebe auch zu Schwellungen und Schmerzen kommen. 

 

Stillen mit Brustwarzenpiercing

Auf das Tragen von Piercings solltest du bereits während der Schwangerschaft verzichten. Denn die Stichkanäle sollten beim Stillen bereits komplett abgeheilt sein, sodass es durch den Kontakt mit dem Speichel des Babys oder anderen Einflüssen nicht zu Infektionen kommt. 

Sollte dich ein Ausreißen der Haut oder etwa die Entstehung von Brustabszessen plagen, wird das Stillen außerdem schmerzhaft und kann schlimmstenfalls auch zu Stillschwierigkeiten führen. 

Wegen einer Narbenbildung direkt an den Mamillen kann es auch häufiger als ohne Piercing zu einem Milchstau kommen. In diesen Fällen solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. 

Für eine ausreichende Hygiene ist das Verwenden von Stilleinlagen die perfekte Hilfe, um die Brustwarzen zu schützen. Denn während der Stillzeit kann es durchaus vorkommen, dass Muttermilch auch aus dem Stichkanal austritt. 

Natürlich kann es jedoch auch vorkommen, dass während des Stillens der Stichkanal sogar ganz oder teilweise zu wächst. Für ein erneutes Stechen solltest du dann auf jedem Fall bis einige Monate nach dem Abstillen warten. 

 

Stillen mit Tätowierungen

Bereits bestehende Tattoos an der Brust stellen jedenfalls kein Hindernis dar. 

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit solltest du aber trotzdem vom Stechen eines neuen Tattoos absehen. Nicht nur wegen möglicher Infektionskrankheiten, sondern auch wegen der Schmerzen durch die Nadeln, die dir in dieser Zeit besonders zusetzen könnten. 

Es gibt außerdem mittlerweile Bedenken, dass sich die Pigmente der Tinte auf den gesamten Organismus gesundheitsgefährdend auswirken könnten. Diese sammeln sich nämlich unter der Haut und in den Lymphknoten und können so in den Blutkreislauf gelangen. 

Und speziell an der Brust macht das Tätowieren während des Stillens auch optisch wenig Sinn, weil sich die Form der Brust nach dem Abstillen ohnehin wieder verändert.

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