Bi- oder tri-lingual - Mehrsprachige Erziehung

Vorteile, wenn dein Kind mehrsprachig aufwächst

12.Jun 2017
Deutsch

Immer mehr Kinder wachsen heutzutage mehrsprachig auf. Und das ist auch gut so. Was früher beinahe als Makel galt, ist heute nahezu ein Muss. Nicht nur in mehrsprachigen Familien wird auf Sprachförderung Wert gelegt. Auch Kindertageseinrichtungen bieten mittlerweile bilinguale, neuerdings auch trilinguale Betreuung an. Mehrsprachigkeit und insbesondere mehrsprachige Erziehung liegt im Trend und ist eine Bereicherung für die ganze Familie.

 

Bi- oder tri-lingual - Mehrsprachige Erziehung Fotos: Shutterstock

 

Mehrsprachigkeit öffnet viele neue Welten

Eine mehrsprachige Erziehung macht das Denken flexibel und ermöglicht Kindern eine Zukunft mit zahlreichen Bildungs- und Berufschancen. Außerdem bereitet sie den Boden für interkulturelles Verständnis.

Bei Familien, in denen Kinder mehrsprachig aufwachsen, ist wichtig, wer mit Sprössling welche Sprache spricht. Naheliegend ist, wenn jedes Familienmitglied hauptsächlich in seiner Muttersprache spricht. Und das schon am Beginn, also vom Babyalter an. Unterscheide also ganz klar zwischen Mama-Sprache und Papa-Sprache.

Die ersten Worte lassen bei Kindern aus mehrsprachigen Familien teilweise länger auf sich warten. Das bedeutet aber nicht, dass dein Sprössling die angebotenen Sprachen nicht versteht. Im Gegenteil. In der Regel entwickeln Kinder sehr rasch ein umfangreiches Sprachverständnis. Sie brauchen ganz einfach mehr Zeit, um ihre Kenntnisse zu vertiefen, um sie dann zum für sie richtigen Zeitpunkt auszudrücken.

Bi- oder tri-lingual - Mehrsprachige Erziehung

Mehrsprachigkeit macht kreativ

Hirnforscher, Psychologen und Linguisten sind heute vom großen Nutzen einer mehrsprachigen Erziehung überzeugt. Denn es entwickelt sich dadurch ein kreativer Denkprozess, der statt einer linearen Struktur komplexe, ideenreiche Erkenntnisse ermöglicht.

Und in Kinderbetreuungsstätten hat sich ein kreativer Umgang in der bilingualen Lernpädagogik bereits bewährt. Da werden während vieler alltäglicher Abläufe Worte und Sätze in einer Zweitsprache immer wieder rhythmisch wiederholt. Beim Tanz oder während anderer körperlicher Aktivitäten, entsteht bei den Kindern durch eine spielerische Vermittlung rasch ein Verständnis für die neue Sprache. Spielanleitungen werden in beiden Sprachen vorgesprochen, und durch das Singen einfacher Lieder lernen die Kinder die richtige Sprachmelodie. 

Mehrsprachigkeit ist eine Herausforderung - und das ist gut so

Natürlich ist ein Mehraufwand mit einer mehrsprachigen Erziehung verbunden. Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind in Gefahr läuft, keine der angebotenen Sprachen richtig zu beherrschen. Auch, dass es später zu Lernschwierigkeiten kommen könnte.

Studien haben aber belegt, dass dem gar nicht so ist, Denn Kinder die bilingual aufwachsen, erlernen eine dritte Sprache überdurchschnittlich gut. Vor allem, wenn sie in der Grundschule entsprechend gefördert werden. Denn auch grammatikalische Schwächen kommen durch frühe Mehrsprachigkeit seltener vor.

Bedenken wegen Ausgrenzung oder Selbstwertproblemen der Kinder wurden eigentlich durch das professionelle Angebot an mehrsprachigen Einrichtungen entschärft. Und die Tatsache, dass es heute immer mehr internationale, multilinguale Paare gibt, spricht für eine entsprechend positive Entwicklung in der Gesellschaft. Kinder sind in diesen Dingen ohnehin gelassener als Erwachsene. 

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