Bio-Nahrung für Babys – Teil 1

Was bedeutet „Bio“ eigentlich?

30.Okt 2016
Deutsch

Pestizid- Höchstwerte in Obst und Gemüse, Antibiotikarückstände in Fleisch, diese oder ähnliche Meldungen gehen beinahe wöchentlich durch die Medien. Doch handelt es sich bei solchen Nachrichten nur um Panikmache oder ist der Zustand der Produkte aus dem Supermarkt nebenan wirklich Grund zur Sorge? Fest steht jedenfalls, dass für unsere Babys und Kinder Bio-Kost oftmals die gesündere Alternative ist. Schließlich wollen wir für unseren Sprössling nur das aller Beste.

Bio-Nahrung für Babys – Teil 1

Fotos: Shutterstock 

Früher oder später stellt sich daher in vielen Familien die Frage: Sollen wir auf Bio Produkte umsteigen? Doch ist Bio wirklich immer gleich Bio? Worauf muss ich beim Kauf von Lebensmittel achten? Was hat es mit den unterschiedlichen Bio-Siegeln auf sich? Welchen kann man hier wirklich vertrauen? Und sind die höheren, teilweise extraorbitant erscheinenden Preise für Bio-Fleisch und Co überhaupt gerechtfertigt?

Im Rahmen dieser Reihe widmen wir uns in den kommenden Wochen sämtlichen Themen rund um Bio Kost für Babys. Zu Beginn wenden wir uns doch einmal der Frage zu, welche Voraussetzungen in Anbau und Produktion erfüllt sein müssen, damit ein Lebensmittel als „Bio“ bezeichnet werden darf. 

Im Anbau müssen folgende Prinzipien erfüllt sein, damit ein Nahrungsmittel mit dem Label „Bio“ versehen werden darf:  

1. Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel

Zur Schädlingsbekämpfung werden stattdessen mechanische Unkrautbekämpfungsmittel, sowie auch sogenannte Nützlinge eingesetzt. Außerdem setzt man auf resistente Sorten.

2. Verzicht auf leicht lösliche mineralische Düngemittel

Die Bodenfruchtbarkeit wird allein durch Zufuhr von organischer Masse wie Humus, Mist, Kompost sowie durch den Einsatz vielseitiger Fruchtfolgen gesteigert. Man setzt auf Leguminosen, Kleegras als Zwischenfrucht, und Untersaaten zur Düngung. Mineralische Dünger – also Düngemittel, die auf Basis von chemischen Stoffen hergestellt werden – sind in der Bio-Landwirtschaft verboten. 

3. Kein präventiver Einsatz von Antibiotika!

Die Verwendung von Antibiotika als Masthilfsmittel ist für biologisch gehaltene Tiere tabu. Lediglich im Notfall darf den Tieren Antibiotika verabreicht werden (unter Einhaltung der doppelten Wartezeit). Die Gesundheit der Tiere ist in erster Linie durch vorbeugende Maßnahmen zu sichern, Einsatz von Hormonen oder Wachstumsförderern ist verboten. Bio-Fleisch ist daher im Normalfall rückstandsfrei. Zwar sind im Zusammenhang mit Antibiotika-Rückständen bislang noch keine gesundheitlichen Folgen nachgewiesen, klar ist aber, dass sie zu einer erhöhten Resistenz des Körpers gegen Bakterien beitragen. Dies kann dazu führen, dass der Körper im Falle einer Infektion nicht mehr auf Antibiotika anspricht. 

4. Artgerechte Tierhaltung!

Ausreichend Platz im Stall, Stroh, genügend Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeit, keine Käfighaltung für Geflügel, natürliches Licht, ausreichend Auslaufflächen und Weidezugang.- dies sind die Grundsätze artgerechter Tierhaltung.

5. Verzicht auf gentechnisch veränderte Organismen!

Nicht erlaubt im Bio-Landbau sind z.b Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden – etwa um sie toleranter gegenüber Schädlingen, Insekten und Pflanzenschutzmitteln zu machen. 

6. Verwendung von hofeigenem Futter!

Die Fütterung erfolgt mit ausschließlich ökologischen (Bio) und nach Möglichkeit hauptsächlich hofeigenen Futtermitteln! Den Zukauf von Futtermitteln gilt es zu reduzieren.

7. Begrenzter, streng an die Fläche gebundener Viehbesatz!

Bio-Nahrung für Babys – Teil 1

Auch bei der Produktion von Biolebensmitteln gibt es laut EU Regelung einige Punkte zu beachten:

1.Verzicht auf Geschmacksverstärker und künstliche Aromen!

2.Verzicht auf künstlichen Farb- und Süßstoffe

3.Nur begrenzt Zusatzstoffe:

Bei der Verarbeitung zulässiger Zusatzstoffe gilt: erlaubt sind nur 10% der bei konventionelle Produkten genehmigten Zusatzstoffe, wie Geschmacksverstärker, Farbstoffe, künstliche Aromen oder Konservierungs- bzw. künstliche Süßstoffe. 

Jährliche Kontrollen der Bio-Betriebe durch autorisierte Kontrollstellen sowie regelmäßige bzw. stichprobenartige Schadstoffanalysen sollen die Einhaltung aller Punkte gewährleisten. 

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