Bio-Nahrung für Babys – Teil 2

Der Bio-Siegel-Dschungel

21.Nov 2016
Deutsch

Die Regale in unseren Supermärkten sind voll von vermeintlichen Bio-Produkten mit verschiedenen Siegeln. Du willst endlich wissen, welches Siegel was bedeutet, welchem Siegel du dein Vertrauen schenken kannst? Wir haben einen kleinen Ratgeber für dich zusammengestellt, der Licht ins Dunkle bringen soll.

Bio-Nahrung für Babys – Teil 2

Foto: Shutterstock 

Was ist ein Bio Siegel?

Ein Bio-Siegel ist ein Güte- und Prüfsiegel. Es kennzeichnet jene Produkte, die mindestens den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung genügen. Beim Anbau solcher Produkte wurde unter anderem auf synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger verzichtet. Mehr erfährst du hier.

Die Herausgabe des Siegels ist reglementiert und erfordert vom Erzeuger die Einhaltung gewisser Standards sowie einer Dokumentationspflicht und der Kontrolle von externen Prüfstellen.

Welchen Siegeln kann ich vertrauen?

Die Definition „Bio“ ist ein durch das EU-Recht europaweit geschützter Begriff. Ebenso die Bezeichnungen „aus kontrolliert biologischem Anbau“ sowie „Öko“. Darüber hinaus gibt es private Labels, die erweiterte, teilweise sogar strengere Anforderungen stellen. So sind die privaten Standards wie beispielsweise von Demeter, Bioland, BioKreis oder Naturland tatsächlich mit strengeren Reglementierungen verbunden. Zertifizierungsgrundlage der privaten Siegel ist aber ebenfalls die EG Bio-VO. Das heißt, die Produkte müssen nach der EG Bio-VO zertifiziert sein und zusätzlich die Standards der Verbände erfüllen, um auch ein Verbandszertifikat zu erhalten. In Deutschland erkennst du als  Verbraucher Produkte in Bio-Qualität vor allem an dem sechseckigen Bio-Siegeln, welches 2001 vom Bundesministerium eingeführt wurde.

Bio-Nahrung für Babys – Teil 2

Foto: Wikipedia

Was muss ich beachten?

Die gute Nachricht vorab: Wo Bio drauf steht ist auch Bio drin. Einige Bezeichnungen wie "aus kontrolliertem Anbau", "aus alternativer Haltung", "von staatlich anerkannten Bauernhöfen", "aus integrierter Landwirtschaft", "ungespritzt" oder "ohne Spritzmittel" solltest du aber mit Vorsicht genießen!

Solche Formulierungen von Herstellern führen den Verbraucher in die Irre und sind gesetzlich weder geschützt noch in irgendeiner Weise externen Kontrolle unterlegen. So entsteht schnell der fälschliche Eindruck, dass es sich um ein Produkt aus biologischem Anbau handelt, was jedoch nicht der Fall ist.

Was sind die EU- Mindeststandards?

Im Juli 2010 wurde europaweit ein neues Bio-Siegel eingeführt. Durch die Einheitlichkeit wird ein breiter Markt abgedeckt, so hat sich mittlerweile in vielen Mitgliedsstaaten der EU das europäische Biosiegel etabliert. In Deutschland hingegen wurde es wegen der größeren Bekanntheit des staatlichen deutschen Siegels und der Logos der Anbauverbände erst einmal relativ wenig verwendet. Ab 2012 wurde dies jedoch verpflichtend - deshalb sieht man häufig beide Siegel in Kombination.

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Folgende Hauptanforderungen muss das Produkt dabei erfüllen: Das Produkt darf höchstens 0,9 % gentechnisch verändertes Material enthalten, zudem müssen mindestens 95 % der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau stammen. Im Pflanzenbau sind z.B nur bestimmte Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel zugelassen. Chemisch-synthetische Mittel dürfen nicht angewendet werden. Allerdings sind Blut-, Fisch-, Fleisch und Knochenmehl als Düngemittel zugelassen. Die Verordnung schreibt zudem bestimmte Stall- und Auslaufflächen für Tiere vor und bestimmt, welches Futter zulässig ist. Irreführende Bezeichnungen sind laut EG-Öko-Verordnung verboten, das heißt, wo Bio oder Öko drauf steht, muss auch Bio drin sein.

Gibt es Unterschiede in Österreich, Deutschland und der Schweiz?

Das deutsche Biosiegel (Sechseck) kennzeichnet mittlerweile mehr als 66.000 Produkte. Das staatliche Siegel ist für die Produzenten freiwillig und kann zusätzlich zum EU-Siegel beantragt werden. Es stellt jedoch keine strengeren Anforderungen an Bio-Produkte als die EG-Öko-Verordnung. Das staatliche österreichische AMA-Biosiegel ist ein Markenzeichen der Agrarmarkt Austria.

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Foto: bmlfuw.gv.at

Seit 2014 gelten die neuen AMA-Biosiegel-Richtlinien, die das frühere AMA-Biozeichen zu einem Bio-Gütesiegel weiterentwickelt hat. Es ist ein geschütztes, unabhängiges Gütesiegel, mit dem biologisch erzeugte Lebensmittel ausgezeichnet werden, die qualitativ die gesetzlichen Vorgaben übertreffen. In der Schweiz gängig ist ebenfalls das EU Siegel. Daneben existieren neben einige Verbände, die Produkte sehr streng reglementieren. Hierzu gehören etwa Bio Suisse, Demeter, Migrosund IP-Suisse. Mehr Infos zu Schweizer Bio Labels findest du hier

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