Bitte nicht zu schnell entwickeln!

Blog Gastartikel: Mama Rocks

10.Aug 2018
Deutsch

Alles nicht so schlimm: Gastbloggerin Deborah von mama rocks verrät uns, weshalb es nicht schlimm ist, dass ihr Sohn noch nicht durchschläft und sie ihm regelmäßig sagt, er solle sich ruhig noch ein bisschen mehr Zeit zum Entwickeln lassen.
 

Bitte nicht zu schnell entwickeln!
Foto: mama rocks

Wir haben zwei Kinder. Vor rund zweieinhalb Jahren bekamen wir eine Tochter und vor sechs Monaten einen kleinen Sohn. Wir haben also zwei gesunde, zuckersüße Kinder. Und damit ist unsere Familienplanung nun auch bereits abgeschlossen.

Die Tatsache, dass es mein letztes Baby sein wird, beeinflusst die Beziehung zu meinem Sohn sehr stark. Bei meiner Tochter konnte es mir nicht schnell genug gehen: Wann kann ich sie endlich abstillen und meinen Körper zurückhaben? Wann dreht sie sich endlich? Wann wird sie mobil und muss nicht mehr die ganze Zeit herumgetragen werden? Ich konnte es wirklich kaum erwarten, dass sie ihre Meilensteine endlich erreichte. Dabei ließ sie sich bei der Motorik ganz schön Zeit.

Beim kleinen Bruder ist alles anders. Schon die Schwangerschaft war für mich – trotz starker Beschwerden – erträglicher, da ich mir mantramäßig sagte, dass es meine Letzte sein würde. Das Gleiche gilt für die vielen schlaflosen Nächte seither. Auch wenn mich mein Sohn seit Monaten alle zwei Stunden (oder auch mal häufiger) weckte, gibt mir der Gedanke daran, dass es das letzte Mal sein wird, dass mich ein Baby auf diese Art und Weise braucht, Kraft. Kraft, die ich dringend benötige, um die Tage mit Baby und Kleinkind durchzustehen.

Lass dir bitte Zeit, mein Kind

Bei anderen Dingen sage ich meinem süßen Jungen stets, dass er sich ruhig Zeit lassen soll. Er lächelt? Ach, wie werde ich diese Neugeborenen-Grimassen vermissen. Er dreht sich? Uffff, jetzt wird er schon mobil. Jetzt wird es für mich noch anstrengender mit zwei kleinen Kindern. Er hat die ersten Zähnchen? Ach wie doof, jetzt muss ich zwei Kindern die Zähne putzen. 

Ihr vermutet es wahrscheinlich schon: es geht weniger darum, dass mein Leben anstrengender wird, als dass der Kleine mit jedem Entwicklungsschritt ein bisschen weniger Neugeborenes ist. Ein bisschen weniger Baby und immer ein bisschen mehr Kleinkind. 

Leider lässt sich mein Sohn jedoch überhaupt keine Zeit. Im Gegenteil. Er scheint sich an der großen Schwester zu orientieren und entwickelt sich im Eiltempo. Und ich kann nichts anderes tun, als ihm wehmütig zuzuschauen, seine Fortschritte zu bewundern und mein Baby genießen, solange es noch eines ist.

Alles für die Nachwelt festhalten

Und dann gibt es noch die Dinge, die ich viel bewusster festhalte: Jeder neue Gesichtsausdruck, jede neue Erfahrung, jeder neue Laut, jede neue Fähigkeit wird akribisch dokumentiert. Mit Fotos, meist auch mit Videos. 

Ich habe sogar schon professionelle Fotoshootings – selbstverständlich für die ganze Familie – gebucht, sodass mir die Erinnerung an mein kleines süßes Baby für immer erhalten bleibt.

 

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