Blähungen beim Baby

Was steckt dahinter und was hilft?

27.Okt 2019
Deutsch

Vorweg: Nicht immer, wenn ein Baby schreit „steckt ein Pups quer“! Babys weinen aus verschiedensten Gründen: zu heiß, zu kalt, zu nass, Hunger, Reizüberflutung, Verarbeitung von Eindrücken, Müdigkeit – und manchmal auch wegen Bauchweh. Schreit das Baby mit geballten Fäusten und angezogenen Beinen und lässt sich anderer Stress ausschließen (die Windel ist trocken, das Baby schwitzt nicht im Nacken, ist nicht hungrig und nicht übermüdet), können Blähungen der Fall sein.


Foto: Irina Murza on Unsplash

Ursachen für Blähungen bei Babys

Kein Wunder, denn Magen und Darm sind bei Neugeborenen noch nicht ausgereift. Es fehlen Verdauungsenzyme und bestimmte Bakterien im Darm. Außerdem muss die Muskulatur der Organe erst „lernen“ die Nahrung zu transportieren. Oft schlucken Kinder beim Trinken an Flasche oder Brust auch Luft – das kann Schmerzen zur Folge haben.

Bei Stillkindern kann die Ernährung der Mutter Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Milch und damit der Verdauung des Babys haben. Im Zweifel lieber eine Zeit auf Scharfes und Blähendes wie Hülsenfrüchte, Zwiebel oder Schokolade verzichten.

Bei Flaschenbabys kann Milch auf Kuhmilchbasis Probleme durch Allergien bereiten – am besten in der Kinderordination abklären!
 

Tipps & Tricks gegen Blähungen

Allgemein für alle Babys:

  • Tragen im Fliegergriff kann erleichternd sein.
  • Die aufrechte, angehockte Haltung und das leichte Schaukeln in einer guten Trage oder einem Tragetuch bringt Bewegung ins Bäuchlein und Erleichterung bei Blähungen.
  • Wärme: z.B. ein warmes Kirschkernkissen auf den Bauch legen. Vorher unbedingt Temperatur auf dem eigenen Handgelenk testen!
  • Eine kreisende, sanfte Babybauchmassage kann ebenfalls helfen – und wenn nicht, tut die extra Streicheleinheit auf alle Fälle gut.

Für Stillkinder:

  • Achte aufs richtige Anlegen, darauf dass dein Baby die ganze Brustwarze im Mund hat und
  • auf eine ruhige Umgebung (das vermeidet zusätzliches Schlucken von Luft).

Für Fläschchenkinder:

  • Milchflasche nicht schütteln, sondern rühren: das vermeidet zusätzliche Luft in der Flasche.
  • Außerdem gibt es spezielle Flaschen, die helfen können.
  • Auch hier ist eine ruhige Umgebung hilfreich, um möglichst wenig Luft beim Trinken zu schlucken.

Ob Blähungen vorliegen oder nicht, kann oft nicht mit 100%iger Sicherheit gesagt werden. Alle genannten Mittel und Vorkehrungen sind aber jedenfalls hilfreich, um weitere Probleme zu vermeiden. Wenn du dich unsicher fühlst oder dein Baby sehr verzweifelt ist und nichts zu helfen scheint, schau am besten bei einer Kinderordination vorbei oder sprich mit einer Hebamme!

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