Blutung im Wochenbett - der Wochenfluss

Achtung, Intimzone!

22.Okt 2018
Deutsch

Weil die Ablösung der Plazenta eine Wunde an der Gebärmutterwand hinterlässt, kommt es unmittelbar nach der Entbindung zum Wochenfluss. Er betrifft alle frischgebackenen Mamas, ganz unabhängig vom Geburtsverlauf. Für die meisten Frauen ist das nach den Strapazen der eben überstandenen Geburt ein Klacks und fällt kaum ins Gewicht. Immerhin gilt nun die volle Aufmerksamkeit dem Baby. Ein wenig Know-How über die Blutung im Wochenbett kann aber ganz und gar nicht schaden. Am besten ist, du weißt schon vorweg Bescheid und musst dich später nicht mit zu vielen Fragen an die Hebamme aufhalten. Im Grunde verhält es sich so ähnlich wie bei der Menstruationsblutung. Was genau dahintersteckt und wie du am besten damit umgehst, haben wir in einer Übersicht zusammengefasst.

Blutung im Wochenbett - der Wochenfluss

Foto: Shutterstock 

  • Beim Wochenfluss handelt es sich um ein Wundsekret. Es besteht aus Gewebe, Schleim und Blut, sehr ähnlich der Menstruationsblutung.
     
  • Schon in der Klinik wirst du mit großen Binden und Einweg-Netzhöschen versorgt. Denn nach der Geburt ist die Blutung stärker als während der Periode. Nach wenigen Tagen kannst du normale Binden verwenden.
     
  • Wegen der Wunden im Vaginalbereich solltest du auf Tampons verzichten.
     
  • Die Dauer der Blutung kann über mehrere Tage und Wochen gehen. Zuerst ist das Blut hellrot und der Fluss heftig. Sobald sich die Wunde in der Gebärmutter schließt, wird die Blutung dunkler. Nach der Zeit des Wochenbettes, also nach etwa 4 bis 6 Wochen, sollte der Ausfluss versiegt sein.
     
  • Damit es nicht zu Gesundheitsproblemen kommt, ist unbedingt ein gewisses Maß an Hygiene zu empfehlen!
     
  • Wenn sich der Wochenfluss im Körper staut, kann es zu Schmerzen im Unterbauch, zu Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen kommen. Keine Sorge, in den meisten Fällen kommt es nicht zu einer Infektion, denn es sind dabei nicht mehr Keime im Blut als bei der normalen Monatsregel. Solltest du aber Beschwerden haben, kontaktiere am besten gleich die Hebamme oder einen Arzt.
     
  • Massagen oder Sitzbäder können dir helfen, einen Wochenflussstau behutsam zu lösen.
     
  • Für den freien Fluss kannst du für eine Weile auf Höschen oder Schlüpfer verzichten und ins Bett eine saugende Unterlage nehmen. Ein altes Handtuch tut es vielleicht genauso. Denn je mehr Frischluft an die Haut kommt, desto schneller verheilt die Wunde.
     
  • Sollte dir ein unangenehmer Geruch auffallen oder die Blutungen nachdem sie schwächer geworden waren wieder stark ausfallen, am besten sofort die Hebamme kontaktieren. Vor allem, wenn die Plazenta nach der Geburt manuell gelöst wurde oder es zu einem Ausschaben (Kürettage) kam.
     
  • Lieber duschen statt baden, damit es nicht zur Infektion der Wunden im Unterleib oder der Brustwarzen kommt.
     
  • Sex ist auch während des Wochenflusses möglich. Am besten du stimmst dich dabei mit dem frischgebackenen Papa ab. Aus medizinischer Sicht spricht jedenfalls nichts dagegen. Tipp: ein Kondom schützt vor Keimen.
     

Besonders in der Zeit des Wochenbettes solltest du dich nur dem Baby und dir selbst widmen. Eine gute Vorbereitung macht dabei viel aus! Wir haben hier eine Checkliste für dich, die so komplett wie möglich ist.

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