Brauchen Babyfüße Schuhe?

06.März 2020
Deutsch

Babyfüße sind nicht nur entzückend, sondern auch absolut schützenswert, denn Studien* zeigen, dass bereits 4 von 5 (!) Kindern im Kindergartenalter schiefe große Zehen haben. Wie verläuft die richtige Entwicklung, wie kann man gesunde Füße fördern und was muss man beim Schuhkauf beachten? Wir haben die Antworten!


Foto: Shutterstock
 

Das Besondere an Kinderfüßen:

  • Sie sind ganz weich – und zwar nicht nur die Haut: ein Fettpolster sorgt noch dafür, dass der Fuß keine Wölbung hat.
  • Die Muskulatur ist noch nicht sehr ausgeprägt.
  • Das Nervensystem ist noch nicht voll entwickelt (zu kleine Schuhe werden darum nicht als unangenehm empfunden).
  • Im Alter von 0-2 Jahren wachsen Kinderfüße im Schnitt ca. 2 cm pro Jahr – es sollte ca. alle 2 Monate kontrolliert werden, ob die Schuhe noch passen.
     

Formel für den perfekten Schuh:

Innensohlen-Länge = Kinderfußlänge + 12 bis 17 mm

Der erste Schuh sollte kein Fußgewölbe haben, um die Entwicklung der Muskulatur zu fördern und eine möglichst flexible Sohle.
 

Barfuß ist am besten

Viele Fußprobleme entstehen auf Grund einer unterentwickelten Fußmuskulatur. Diese wird vor allem beim barfuß Gehen trainiert. Babyfüße brauchen auch keinen speziellen Halt, um Gehen zu lernen – das kommt von ganz alleine. Schuhe haben eine reine Schutzfunktion gegen äußere Umstände wie Kälte, Hitze, Schmutz, scharfe Gegenstände oder Flüssigkeiten.

Als erste Schuhe reichen darum meist Puschen, „Patschen“ oder „Füßlinge“ ohne feste Sohle. Diese gibt es auch als wasserdichte, gefütterte Modelle für die kühlere Jahreszeit. Man findet sie online unter dem Namen „Matschfüßlinge“, „Krabbelschuhe“ oder „Baby-Softschuhe“ von diversen Marken und Firmen. Auch mit robusten, gefütterten Lederpuschen können bei kühlem, aber trockenem Wetter erste Gehversuche draußen gemacht werden. Zusammen mit einer Matschhose mit integrierten Füßlingen wird daraus im Handumdrehen eine wasserdichte Outdoor-Variante.

Feste Schuhe sollten frühestens dann angeschafft werden, wenn das Kind alleine laufen kann.
 

Schuhgrößen oft falsch

Was die Auswahl bzw. den Kauf der richtigen Schuhe besonders schwierig macht: die von Händlern bzw. Schuhproduzenten angegebenen Schuhgrößen stimmen oft nicht. Eine Untersuchung des österreichischen Forschungsprojektes „Kinderfüße-Kinderschuhe“ stellte fest, dass von 631 überprüften Kinderschuhen bei nur 19 Paaren die angegebene Größe stimmte. Übrigens: die meisten Schuhe waren zu klein.

Umso wichtiger ist eine gute Beratung in einem Fachgeschäft, bei der nicht nur die Füße, sondern auch die Schuhe vermessen werden oder das selbstständige, gründliche Ausmessen der Innensohle.

Tipp: Schuhe mit herausnehmbarer Innensohle

Nimm die Sohle heraus, lass dein Kind, wenn möglich, mit dem Fuß darauf stehen (beide Füße auf gleicher Höhe) und überprüfe selbst, ob der nötige Freiraum vorne gegeben ist.
 

Achtung: Drucktest ist zu ungenau!

Wir kennen das: Mama oder Papa drücken vorne auf den Schuh, während das Kind ihn anprobiert und überprüfen, ob genug „Luft“ ist. Das Problem: Kinder ziehen dabei gern die Zehen ein, der Test ist also nicht aussagekräftig!

Sicherer ist es in der DIY-Variante, den Umriss des Fußes auf einen Karton zu malen und in den Schuh hineinzulegen. So können Eltern selbst tasten, ob der Schuh groß genug ist. Professioneller ist das Ausmessen mittels spezieller Fuß- und Schuhmessgeräte, die es auch im Online-Handel günstig zu kaufen gibt.

 

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Quellen:
*http://www.podologen.at/de/podologie-fuer-kinder/articlearchivshow-podologen-bestaetigen-forschungsergebnis-4-von-5-kinder-im-kindergarten-haben-schiefe-grosszehen
https://www.kinderfuesse.com/pdf/vortrag_wieland.pdf
https://www.kinderfuesse.com/pdf/kinder_in_zu_kurzen_Schuhen_paediatrie_podologie_3_2015.pdf
https://www.bisgaardshoes.com/de/ratgeber/entwicklungsphasen

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