Braucht ein Kind Grenzen und wo fängt eigentlich Erziehung an?

Blog Gastartikel: Daniela von Die kleine Botin

08.Okt 2019
Deutsch

Nach etwa 2 Jahren ist es plötzlich da: Das erste „NEIN!“ wird ausgerufen, die ersten Kommandos gesetzt. Das geschieht meist unbewusst, weil wir es selbst auch so erlebt haben. Schließlich muss das Kind seine Grenzen kennen und wir müssen dafür sorgen, dass es uns nicht auf der Nase herumtanzen wird, oder? Ist es das, was alle „Erziehung“ nennen? Oder gibt es einen anderen Weg, der der richtige zu sein scheint?

Familienausflug

Viele Fragen rund um die „Erziehung“ tauchen auf, wenn man sich bewusst mit dem Kleinkind auseinandersetzt. Ob man sich einem bestimmten Stil zuordnen möchte, also autoritär, laissez-faire oder beziehungsorientiert begleiten möchte, das darf jede Familie für sich entscheiden.
 

Beziehung statt Erziehung

Wer den Weg der Beziehung statt der Erziehung gehen will, kann sich sicher sein, eine gute Basis für ein selbstbestimmtes Leben zu legen. Selbstwertgefühl und Eigenverantwortung sind Werte, die ein Kind im Laufe der Jahre dadurch erlangt, indem man ihm zutraut, ein eigenständiges, soziales und kompetentes Wesen zu sein – und zwar von der Geburt an.

Mit meinen inzwischen 8- und 5-jährigen Kindern lebe ich auf Augenhöhe, ich traue ihnen Eigenverantwortung in ihren Bereichen zu und erlebe das als sehr wertvoll. Wir haben natürlich genauso Konflikte und Reibepunkte. Das ganz normale Leben eben!
 

Was definitiv nicht heißt, dass es keine Regeln gibt!

Ich kommuniziere MEINE GRENZEN sehr deutlich und zeige damit meinen Mitmenschen (und auch meinen Kindern) wie weit es für mich gut ist. Warum ich es so lebe? Weil die Vermittlung der Grenzen immer die Eigenen darstellen soll (wie soll ich auch die persönlichen Grenzen der anderen kennen?) und weil die persönliche Sprache nie so angriffig wirkt, als wenn ich jemandem sage, wie sie oder er es tun soll.
 

Ein Beispiel? „SAG WAS DU SIEHST“

Anstatt genervt zu rufen: „Jetzt hast du schon wieder die Zahnpastatube offen gelassen!“
Reicht ein gelassenes: „Die Zahnpastatube ist offen.“

Das ist ein Beispiel aus meinem neuen Buch „DIE SCHIMPF DIÄT – In 7 Schritten zu einer gelassenen Eltern-Kind-Beziehung“, das im Rahmen des Projekts Mama-Coaching 2019 erscheint. Ich beschäftige mich seit 2012 mit dem Thema „Erziehung“ bzw. was ich daraus machen möchte und bin auf unterschiedliche Ausrichtungen getroffen. Mein eigenes Familienleben würde ich als offen, vertrauensvoll, begleitend und beziehungsorientiert beschreiben. Weil wir diesen Weg als Familie nicht allein „schaffen“ wollen, holen wir uns immer wieder Unterstützung in Form eines Coachs: Linda ist Familylab-Coach, vermittelt die Grundwerte Jesper Juuls und ist eine enge Vertraute und Co-Autorin meines Buches.
 

Gelassenheit ist der Schlüssel

Weniger erziehen, weniger schimpfen und mehr Geduld ist oft der Wunsch: Der Schlüssel dazu ist meiner Erfahrung nach Gelassenheit. Diesen Zustand erreichen wir nur dann, wenn wir achtsam und gut mit uns selber umgehen, denn ich kann nur dann GEBEN, wenn ich selber gut (emotional und körperlich) „genährt“ bin.

Du fragst dich, wie unterschiedlich Erziehungsstile auf der ganzen Welt sein können? Dann bist du bei diesem Artikel richtig aufgehoben! Und wenn du noch auf der Suche nach einer neuen Lektüre in puncto Erziehung bist, dann schau doch hier vorbei.

Sende diese Seite an einen Freund