Brelfie, der umstrittene Trend - Teil 2

Stillen und Abpumpen: ist Brust zeigen ein No-Go?

01.Aug 2018
Deutsch

In Teil 1 haben wir kurz beschrieben, wie sich das Stillverhalten in Europa gesellschaftlich verändert hat. Heute ist selber Stillen genauso wie ein Brelfie schon fast der Standard. Es gibt aber dennoch genügend Frauen, die nicht Stillen können oder wollen. Auch das sollte selbstverständlich respektiert werden, und dabei sollte es keinesfalls zu einer Ausgrenzung kommen. Denn Stress durch zu hohe Ansprüche kann Schuldgefühle auslösen. Und schadet letztlich nicht nur der Mutter, sondern auch dem Baby. Außerdem gibt es jede Menge kulturelle Unterschiede. 
 

Brelfie, der umstrittene Trend - Teil 2
Foto: Shutterstock

Während die einen zu jeder Zeit und überall den Still-BH öffnen und sich dabei gelassen dem Baby widmen, gibt es Frauen, die sich lieber zurückziehen und mit etwas Abstand die Ruhe beim Säugen ihres kleinen Augensterns genießen. Mamis, die lieber vorher zu Hause abpumpen oder das Kleine mit Folgemilch aus der Babyflasche füttern, sieht man ja mindestens genauso oft auf der Parkbank oder auch im Restaurant. 
 

#brelfie

Durch die Still-Selfie-Initiative für "Normalize Breastfeeding", hat das Zeigen der Brüste beim Stillen eine neue Dimension erreicht. Egal ob im Eltern-Kind-Café oder zu Hause auf dem Sofa – überall lichten sich stillende Mamas ab und posten die schönsten Brelfies auf ihren Social Media Seiten. Wie so oft kam der Mut zur Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit aus den Rängen der Stars und Models. 

Alyssa Milano, Miranda Kerr, Gwen Stefani, Gisele Bündchen, Alanis Morissette und Karolína Kurková, um die prominentesten Unterstützerinnen der #worldbreastfeedingweek zu nennen. Ellie Gordon hat sich übrigens mit Töchterchen Bluebelle Beatrice an einer Brust und der Pumpe an der anderen, schon 2015 völlig selbstsicher abgelichtet.

Ob sich dadurch die Akzeptanz in der Gesellschaft ändert?
Immerhin ist es ein weiterer Schritt zu mehr Selbstbewusstsein für Stillmamas rund um den Globus!
 

Brust zeigen im Ländervergleich

Ob stillen oder nicht stillen bleibt eine individuelle Entscheidung. Allerdings geben nicht nur Trends den Ton an, sondern auch kulturelle Gegebenheiten. In einigen Stämmen Afrikas, Südamerikas oder auf manchen Südseeinseln ist das Zeigen nackter Haut selbstverständlich. Stillende Mütter gehören zum Alltagsbild. Hingegen Länder, die aus religiösen Gründen die Körperbedeckung der Frau fordern, sind weniger freizügig in der Zur-Schau-Stellung ihrer Intimzonen. Dazu zählt natürlich auch die Brust der Frau. Sieht man eine Stillende, dann legt sie immer ein sichtschützendes Tuch über Baby und Busen. 

Eines ist jedenfalls sicher: die Brust zu geben gehört zwar zu den intimsten Momenten im Leben einer Mutter, ist aber weit von sexueller Lust entfernt. Deshalb ist die damit verbundene Befangenheit eigentlich völlig unangebracht. Ein Gesetz zum Schutz des Stillens in der Öffentlichkeit gibt es bisher leider nur in Ländern wie Schottland oder Australien. In den meisten anderen Ländern kann in Cafés, Museen oder Kaufhäusern das Stillen untersagt werden. Es ist wohl besser, wenn du an diesen Orten nach einer ruhigen, ungestörten Ecke Ausschau hältst. Auf keinen Fall solltest du dich aber einschüchtern lassen. 

Wichtig ist, dass es dem Baby und dir selbst rundum gut geht!

 

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