Burnout: Wenn Eltern an ihre Grenzen kommen

Zeitdruck, Überlastung und Sorgen nehmen Überhand

04.Sep 2019
Deutsch

Völlig erschöpft und ausgebrannt – immer mehr junge Eltern gehen bei dem Versuch in die Knie, täglich alles für das perfekte Familienleben zu geben. Kinder und Beruf zu vereinbaren, kann für ein Eltern-Paar zu einer immensen Belastung werden und sogar zum Burnout führen. Ständiger Zeitdruck, Überlastung und Unmengen an Sorgen rauben vielen Partnerschaften den Atem. Und darunter leidet nicht nur der Nachwuchs.
 

Eltern mit Baby an ihren Grenzen

 

Die „eierlegende Wollmilchsau“

Eine Redewendung mit bedrückendem Tiefgang. Wer es nicht kennt: Unter einer eierlegende Wollmilchsau versteht man eine Sache oder Person, die nur Vorteile hat und allen Ansprüchen genügt. Nun ja. Eltern können heute gar nicht allen Ansprüchen genügen, denn die Überforderung im Alltag nimmt laufend zu. Familie, Beruf, eigene Bedürfnisse und Co. vereinen ist doch nicht so leicht wie gedacht. „Nach dem Nestbau und der Geburt wird sich alles einpendeln.“ Und: „Das Leben mit Kind wird nun angenehm und ruhig dahinplätschern“, dachtest du mal.

 

Aufmerksamkeit & Zeit

Aber die Bedürfnisse von Baby und Kleinkind nehmen zu. Vor allem brauchen Kinder Aufmerksamkeit und Zeit. Das wusstest du natürlich schon vorher, doch die geforderte Zeit hast du im Moment einfach nicht. Am Arbeitsplatz zerren die Kollegen an deinen Nerven. Ein Umzug steht an. Du bist eventuell alleinerziehend. Oder es entstehen plötzlich ganz neue Probleme, wie zum Beispiel die Erkrankung eines Familienmitglieds. All dies kann dazu führen, dass du rasch an den Rand des Burnouts gelangst.

 

Man will doch nur das Beste für sein Kind!

Selbstverständlich willst du aber dennoch nur das Beste für dein Kind. Du achtest auf seine Ernährung. Machst Termine für Treffen in der Krabbelgruppe aus oder organisierst Geburtstagspartys. Abends schlüpfst du in die Rollen der quietschenden Tiere aus den Geschichten, die du deinem Kleinen vorliest und bist danach total erschöpft, kannst aber die Nacht kaum durchschlafen. Wiederkehrende Gedanken kreisen im Kopf. Alles macht dich mürbe und matt. 

Eine Erkenntnis liegt nun auf der Hand: du bist ganz einfach keine „eierlegende Wollmilchsau“. Und das verlangt auch keiner von dir!

 

Wichtig: Wende dich an die richtige Stelle!

Sobald du merkst, dass du dich selbst an deinen freien Tagen nicht wieder erholen kannst, solltest du die Alarmsignale keinesfalls ignorieren! Du machst keine Fehler – du bist ganz einfach erschöpft!

Auch Väter sollen sich angesprochen fühlen! Als Papa musst du in diese neue Rolle erst mal hineinfinden. Traditionelle Rollenmodelle für Väter gibt es so nicht mehr. Viele Jung-Papas sind erst mal hilflos in der neuen Situation mit Baby. Vor allem dann, wenn das Neugeborene wegen Bauchschmerzen viel schreit oder gar unter den Drei-Monats-Koliken leidet.

Eines ist fürs uns wirklich wichtig zu sagen: Nimm Hilfe an – manchmal geht es ohne einfach nicht!

Deshalb lass´ dich von den Erwartungen rundherum nicht verunsichern. Finde deinen individuellen Weg und wende dich an Stellen, die dir weiterhelfen können. Hier haben wir dir die hilfreichsten Internetadressen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefasst:
 

  • Forum „Hilfe bei Burnout“ (DE)
    Informative Internetseite rund um das Thema Burnout.
     
  • Information zu Burnout (AT)
    Information, um aus den "Szenen der Erschöpfung" den nötigen Veränderungsbedarf zu erkennen.
     
  • Schweizer Expertennetzwerk für Burnout (CH)
    Eine wichtige Internetadresse zu den Grundlagen des Burnouts, Therapieempfehlungen und Vielem mehr.
     
  • Müttergenesungswerk Deutschland
    Hier findest du das Angebot einer Kur für Mütter, aber auch eine Mutter-Kind-Kur. 16 der 76 Kliniken des Müttergenesungswerks haben auch ein spezielles Väter-Prüfsiegel. Männer mit Kindern erhalten dort Therapieangebote.
     
  • Schreiambulanzen
    Deutschland
    Österreich
    Schweiz

Wenn du aber schon während der Schwangerschaft an deine Grenzen kommst und das Burnout immer näher zu kommen scheint, dann können wir dir diesen Artikel sehr ans Herz legen.

 

Foto: Shutterstock

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