Corona-Virus, Schwangerschaft & Baby

Wie hoch ist das Risiko einer COVID-19 Erkrankung für Mutter und Kind?

20.März 2020
Deutsch

Wir haben für euch zusammengefasst, was man bisher zum Corona-Virus, einer Erkrankung mit COVID-19 und den Folgen für Schwangere, Ungeborene und Kinder weiß (Stand 16.3.2020).


Foto: Shutterstock
 

1. COVID-19 / SARS-CoV-2 Symptome und Verlauf

Derzeit ist noch kein Impfstoff gegen das Corona-Virus erhältlich. Es können lediglich Symptome bekämpft werden. Eine ärztliche Behandlung ist bei einer Erkrankung sinnvoll, um einen schweren Verlauf zu vermeiden. Um die Ansteckung anderer zu vermeiden, sollte bei Beschwerden ein ärztlicher Notdienst angerufen und die weiteren Anordnungen befolgt werden. Die Zeitspanne zwischen Ansteckung und den ersten Anzeichen (Inkubationszeit) beträgt durchschnittlich 5-6 Tage (Spannweite gesamt 1-14 Tage).
 

Die Symptome können laut Robert Koch Institut folgende sein:

  • über 80% haben Fieber
  • über 60% Husten
  • fast 20% Kurzatmigkeit
  • unter 20% Halsschmerzen, Muskel-/Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen
  • selten: Durchfall, Erbrechen, Schnupfen
     

Die Krankheitsverläufe sind allerdings sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von symptomlosen Erkrankungen über leichten Husten bis hin zu schweren Lungenproblemen, Multi-Organversagen und Tod. 

Was wir bisher zum Verlauf (vor allem aus China) wissen:

  • 80% der Erkrankungen verlaufen mild bis moderat.
  • Erkrankungen mit tödlichem Ausgang betreffen in erster Linie Menschen über 60
  • und/oder Menschen mit schweren chronischen Vorerkrankungen
  • Unter 20-Jährige sind mit 2,4% der Fälle (in China) kaum betroffen – sie können aber Risikogruppen anstecken
  • Schwere Verläufe treten aber auch außerhalb der Risikogruppen auf
  • Bei Kindern scheinen die Verläufe meistens mild zu sein
  • Momentan weist nichts darauf hin, dass COVID-19 bei Schwangeren schwerer verläuft
  • Auf Grund der immunologischen Veränderungen während einer Schwangerschaft kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Schwangere womöglich für eine Ansteckung empfänglicher sind. 
  • Eine Ansteckung ist auch zu vermeiden, weil noch nichts über Langzeitfolgen bekannt ist (z.B. Lungenschäden)

Die Übertragung erfolgt aus heutiger Sicht hauptsächlich über eine Tröpfcheninfektion. Eine Schmierinfektion über kontaminierte Flächen ist nicht ausgeschlossen, es ist bisher aber nicht klar, welche Rolle dieser Weg bei den Infektionszahlen spielt. Das Virus kann jedenfalls mehrere Stunden auf Oberflächen überleben. Desinfizieren tötet es ab.

Es gibt bisher keine Hinweise, dass sich COVID19 auf den Fötus überträgt oder Schwangere schwerer erkranken.

Die Stiko (Ständige Impfkommission Deutschland) empfiehlt Schwangeren daher eine Grippe-Impfung, und zwar auch jetzt noch mit Abklingen der Grippe-Saison um Doppelinfektionen mit Influenza und COVID-19 zu vermeiden.

 

2. Kann ich das Corona-Virus auf mein Baby übertragen?

Es gibt bisher auch keine Anhaltspunkte, dass sich das Corona-Virus auf den Fötus im Mutterleib überträgt. Grund dürfte sein, dass das Virus vor allem in der Lunge und im Darm aktiv ist, aber nicht im Blut – somit gelangt es höchstwahrscheinlich nicht zum Ungeborenen.

Bisher wurden in Muttermilch, Nabelschnurblut und Fruchtwasser von erkrankten Müttern KEINE Viren gefunden.

Einzelne Fälle von Neugeborenen, bei denen SARS-CoV-2/COVID-19 nachgewiesen wurde, sind bekannt. Allerdings konnte nicht mehr festgestellt werden, ob der Virus vor, während oder nach der Geburt übertragen wurde.

 

Empfehlungen für Schwangere/Mütter:

  • Regelmäßig mindestens 30 Sekunden mit Seife Hände waschen
  • Möglichst wenig ins Gesicht fassen
  • Ev. Grippe impfen lassen, um Doppelinfektion zu vermeiden
  • Nur erkrankten Schwangeren wird das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen, um die Ansteckung anderer zu vermeiden.
  • Das Tragen einer Atemschutzmaske allein schützt nicht. Besser regelmäßig Hände waschen und Kontakt zu anderen vermeiden, Abstand halten
  • Du kannst weiter stillen
  • öffentliche Verkehrsmittel meiden
  • Wie alle: halte dich unbedingt an Ausgangsbeschränkungen. Auch wenn keine Ausgangsbeschränkungen in deiner Region bestehen, bleib so viel wie möglich zu Hause und vermeide unnötige Kontakte. Auch wenn die Erkrankung bei Schwangeren nicht schwerer zu verlaufen scheint, bleibt ein Risiko und du kannst andere Menschen anstecken, obwohl du dich nicht krank fühlst
  • In Österreich wird empfohlen, ärztliche Kontrollen von gesunden (!) Schwangeren wie z.B. Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen zu verschieben, Impfungen können durchgeführt werden (Stand 16.3.2020)
     

Bei allen Fakten gilt: es gibt noch sehr wenige Daten oder Studien zum Thema, so dass viele Fragen nicht mit Sicherheit beantwortet werden können! Vorsicht ist in diesem Fall auf alle Fälle besser als Nachsicht. Panik ist nicht angebracht, aber den Ernst der Lage sollten besonders Schwangere nicht unterschätzen. Halte Reisewarnungen unbedingt ein.

Für manche scheinen die regional verhängten Einschränkungen in Anbetracht der noch geringen Zahlen überzogen zu sein. Gefährlich ist der rasante Anstieg, da der Corona-Virus sehr ansteckend ist. Erkranken zu viele Menschen gleichzeitig, können die Intensivpatienten nicht mehr behandelt werden, da es z.B. nicht genügend Beatmungsgeräte gibt. Und auch für andere medizinische Notfälle gibt es dann womöglich keine Kapazitäten mehr.

In diesem Sinne: Passt auf euch und euer Umfeld auf, damit es nicht so weit kommt!

 

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Quellen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30360-3/fulltext
https://www.youtube.com/watch?v=4GPhIQaOKco&feature=youtu.be&fbclid=IwAR3XnSpIishVWwC0w0PstdQEeFGQrJCDJmIYfqqIWT-E7WZUFYe-v2o9NZE
https://wien.orf.at/stories/3039253/
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/coronavirus-das-sollten-eltern-und-schwangere-wissen/211680

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