Das anstrengende zweite Babyjahr

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

20.Jul 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern teilt ihre Erfahrungen mit uns und warum sie findet, dass das zweite Babyjahr oft viel anstrengender ist als das erste.
 

Eigentlich endet rund um den ersten Geburtstag die Babyzeit. Und ein bisschen denkt oder hofft man ja, dass jetzt vieles etwas leichter wird. Der kleine Knirps kann nun vielleicht sogar schon selbst laufen und isst auch schon länger am Familientisch mit. Nun, theoretisch ist die Antwort also „JA, stimmt!“, praktisch sieht es aber oft ganz anders aus. 

Denn natürlich ändert ein Baby das ganze Leben tatsächlich für immer. Doch selbst dieser Gedanke ist nicht selten schwer zu greifen für uns Eltern. Man verbindet zwar die erste Babyzeit gedanklich damit, dass dieser kleine Mensch in den ersten Lebensmonaten außerhalb des Mutterleibs besonders betreuungsintensiv ist, aber dennoch finde ich, dass das zweite Jahr die eigentlich größere Herausforderung darstellt. 

Das Chaospotenzial ist hoch

Nachdem man verzückt über den seltsamen Moment lächelt, wenn das eigene Baby das erste Mal alleine um die Ecke gelaufen bzw. getorkelt kommt, ahnt man sogleich, dass es nun erstmal aufregend wird. Denn Babys bzw. Kleinkinder, die krabbeln, klettern oder eben laufen, kann man ab diesem Zeitpunkt keine Sekunde mehr aus den Augen lassen. Das Unfall- und Chaospotenzial ist einfach enorm hoch. Und im besten Fall schlägt man nur die Hände über dem Kopf zusammen und fragt sich, wie DAS denn nun wieder passieren konnte. Die Antwort ist einfach.  Man hat eine Sekunde nicht aufgepasst oder ist einmal nicht schnell genug gewesen!

Die kleinen autonomen Wesen klettern überall hoch. Sie räumen alles aus. Sie verstecken alles Mögliche an allen erdenklichen Orten. Und wenn sie gerade nichts von diesen Dingen tun, trägt man sie garantiert auf dem Arm oder im Tragetuch durch die Gegend. Denn so selbstständig wie sie erscheinen, so viel hängen sie an Mama oder Papa. Dürfen sie das nicht, ist das Geschrei groß. Und das will ja keiner. 

Überhaupt fordert das Baby mit nur wenigen Wörtern und verdoppelten Silben vehement alles ein, was es gerade braucht oder tun möchte. Möchte man ihm trotzdem lieber nicht den Autoschlüssel für die Zentralverriegelung geben, wird einfach immer lauter geschrien. Wenn man den Schlüssel doch rausrückt, wird er eingespeichelt und das Auto lässt sich nicht mehr damit öffnen. Ja, ich spreche da aus ganz persönlicher Erfahrung.

Bei uns jedenfalls sind die Tage momentan wirklich recht chaotisch. Die Kleinste ist sehr autonom, steht auf, hangelt sich irgendwo hin, klettert auf Sofas und weiter auf deren Lehnen, auf Stühle und weiter auf Tische. Sie patscht mit ihren kleinen, von Brokkoliresten und Brotaufstrich eingeschmierten Händchen an den Fernseher. Zuckelt dann weiter ins Bad, um die Waschmaschine umzuprogrammieren oder auf magische Art und Weise die Tastensperre des Festnetztelefons zu deaktivieren. Nur um danach dessen Weckfunktion zu aktivieren, was wir Eltern natürlich erst um Punkt Mitternacht merken, wenn der Telefonwecker unaufhörlich klingelt und wir erstmal gar nicht wissen, was los ist, weil wir von dessen Klingelfunktion bisher nicht mal wussten…

Wie schön waren da die Babytage, wo die Kleinste einfach auf ihrer Krabbeldecke lag und mit einem einfachen kleinen Holzring zum Lutschen zufrieden war. Meistens jedenfalls. Doch dieses zweite Babyjahr ist natürlich nicht nur anstrengend, sondern vor allem ziemlich spannend und oft auch sehr lustig. Aber es bleibt erstmal weiterhin chaotisch hier.

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