Das Baby sucht sich den Geburtstag aus

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

16.März 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern schreibt darüber, dass sich Babys ihren Geburtstermin selbst aussuchen. Und erklärt, warum werdende Eltern Freunden und Familie den errechneten Geburtstermin nicht unbedingt sagen müssen.

Das Baby sucht sich den Geburtstag aus

Die letzten Tage einer Schwangerschaft sind eine ganz besondere Zeit. Die längste Zeit des Wartens ist vorbei und doch können einem die Tage jetzt wie eine kleine Ewigkeit vorkommen.

Die körperliche Belastung erreicht ihren Höhepunkt und alles wird ein bisschen beschwerlicher. Und vielleicht lässt auch das ständig nach der Geburt fragende Umfeld die Ungeduld steigen. Der errechnete Geburtstermin (ET) kommt unweigerlich immer näher. Und vielleicht zieht er auch einfach vorbei und das Baby ist immer noch nicht da. Denn die wenigsten Babys werden genau an diesem errechneten Tag geboren. Tatsächlich kommen gerade mal knapp vier Prozent der Babys genau dann zur Welt. 

Dieser Termin ist lediglich ein rechnerischer Mittelwert. Er basiert auf den von der Frau angegebenen Daten zu ihrem Zyklus oder in der Frühschwangerschaft ermittelten Ultraschallwerten. Und damit lässt sich ein voraussichtlicher errechneter Termin bestimmen, aber eben nicht der exakte Geburtstag des Kindes. 
 

Die Einleitung kann sich über Tage hinziehen

Die Reifung eines Babys verläuft individuell. Darum gibt es für die Dauer einer Schwangerschaft auch nur Durchschnittswerte. So kann ein Kind in der 39. Schwangerschaftswoche ebenso reif zur Welt kommen wie ein Kind in der 41. Schwangerschaftswoche. Statt von einem errechneten Termin auszugehen, ist es deshalb sinnvoller, einen Geburtszeitraum zu benennen, der ein paar Wochen oder Tage vor oder eben auch nach dem ET liegen kann. Denn das Baby bestimmt in der Regel seinen Geburtstermin – und nicht der Kalender.

Natürlich gibt es manchmal medizinische Gründe, warum eine Geburt eingeleitet werden muss. Allein das Überschreiten des voraussichtlichen Termins ist aber erst einmal kein Grund. Die Ungeduld ist verständlich. Meist ist zu Hause alles fertig vorbereitet für das Baby. Und gerade beim ersten Kind sitzt man dann da und kann gefühlt nichts mehr tun –außer eben zu warten. Aber das ist das Beste, was man machen kann. Denn eine Geburt einzuleiten heißt nicht, dass das Kind dann auch gleich kommt. Ganz im Gegenteil kann sich diese Einleitung sogar über Tage hinziehen und körperlich wie auch emotional sehr belastend sein. Darum sollte dieses Vorgehen jenen Situationen vorbehalten sein, in denen es einen wirklichen Grund dafür gibt. Ungeduld ist kein guter Grund.
 

Die Ungeduld sollte man nicht auf sich übertragen lassen

Manchmal ist die Schwangere selbst auch ganz entspannt, aber die Menschen in ihrer Umgebung fragen immer wieder nach. Sie übertragen damit nicht selten ihre eigene Ungeduld auf sie. Deshalb empfiehlt es sich, von Anfang an den voraussichtlichen errechneten Termin für sich zu behalten. Vielleicht nennt man Freunden und Familie einen Monat, in dem das Baby kommen wird. Oder noch unverbindlicher einfach die Jahreszeit, in die der Geburtstag wahrscheinlich fallen wird. Das entspannt die Situation.

Hier sind übrigens zwei unserer vier Kinder ein paar Tage vor dem errechneten Termin zur Welt gekommen, die anderen beiden über eine Woche später. Aber alle kamen in ihrem Geburtszeitraum. Kein Kind wurde zu früh und kein Kind zu spät geboren, sondern genau richtig an dem für sie selbst passenden Geburtstag.

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