Das große Warten – die letzten Tage einer Schwangerschaft

Blog Gastartikel: Little Paper Plane

21.Dez 2018
Deutsch

Die letzten Tage einer Schwangerschaft scheinen die längsten zu sein. Zumindest empfindet Gastautorin Evelyn von Little Paper Plane das Warten so. Und das nicht nur, weil man körperlich nicht mehr kann…

Das große Warten – die letzten Tage einer Schwangerschaft

Es kann sich nur mehr um Tage handeln. Vielleicht auch nur um Stunden. Alles ist schwer, allen voran der Bauch, diese riesige Kugel, die nur noch kurz ein Teil von mir sein wird. Neun Monate wartet man darauf, dass das Baby kommt. Neun Monate voller Ungeduld und Vorfreude. Und die letzten Tage fühlen sich dann an wie Lichtjahre, zäh, lang und unendlich.

Das Leben rund um einen herum hat einfach ein ganz eigenes Tempo in den letzten Tagen einer Schwangerschaft.
Irgendwo ist man wehmütig, denn auch wenn der Bauch nervt, man hat sich ja doch an das Strampeln des Minis darin gewöhnt. Und die Vorfreude mischt sich ohnehin mit etwas Angst und ganz viel Zuversicht.

Irgendwie kommt es einem so vor, als wären die letzten 40 Wochen viel zu schnell verflogen. Man wollte doch noch so viel vorbereiten, so viel unternehmen, und nun ist es aber auch schon bald wieder vorbei. Jetzt heißt es warten, ausharren, bis man den Weg in die Klinik antreten muss.

Dazu mischt sich dieser große Respekt, den man vor der Geburt hat. Denn auch wenn man sich unglaublich auf das kleine Baby freut weiß man, dass diese letzte Hürde schmerzhaft werden wird. Ja, am Ende lohnt es sich, aber es ist vollkommen in Ordnung und auch ganz normal Angst vor den großen Wehen zu haben.

Man hat meistens eine leise Vorahnung, dass es bald ernst werden wird. Das Ziehen im Bauch wird intensiver und das Baby womöglich ruhiger, als würde es für den Endspurt Kraft tanken wollen.

Die Tasche ist gepackt, die Dokumente sind bereitgelegt, alles zielt nur auf den einen Moment hin, in dem das Baby endlich da ist. Wenn das große Warten ein Ende hat, wenn man die Wärme des kleinen Geschöpfes auf der eigenen Haut spüren kann, den ersten Schrei wahrnimmt und heiße Tränen über die Wangen kullern.

Es sind diese letzten Tage vor der Geburt, die einfach ein Innehalten sind, ein in sich gehen und begreifen, dass bald alles anders sein wird. Dass die Warterei zwar im Moment noch zäh ist, aber ganz bald ein Ende haben wird. Und einen Anfang. Einen Anfang, der unser Leben auf den Kopf stellen und unsere Kraft testen wird. Wenn eine Schwangerschaft endet, beginnt ein neues Leben, nicht nur für das Baby, sondern auch für uns Mütter und Väter. Egal ob es das erste oder das vierte Baby ist. Und ja, es scheint als würden die Tage vor der Endbindung niemals aufhören, als würde die Warterei niemals aufhören. Aber es wird aufhören. Und - Oh Baby – wie sehr sich dieses Warten lohnt!

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