Das hat Konsequenzen!

Blog Gastartikel Familianistas

27.Nov 2016
Deutsch

Gastbloggerin Nicole vom Schweizer Familienblog @Familianistas über ein Thema, über das alle Eltern in der Kindererziehung früher oder später mal stolpern: Konsequentsein.

Ganz Kind der frühen Achtzigerjahre, orientiere ich mich in Sachen Konsequentsein an Michael Schanze, am lieben Onkel aus dem Fernsehen. Ihr erinnert euch vielleicht: „Eins, zwei oder drei – letzte Chance, vorbei!“

Das hat Konsequenzen!

Foto: Shutterstock

 Ob beim Zähneputzen, Treppensteigen oder Zimmeraufräumen: Stellen die Kids auf stur, um zu testen, wie dehnbar Mamis Nervenstränge sind, ist bei „drei“ definitiv Schluss. Bis vor kurzem hat das eigentlich ganz gut funktioniert. Bis dann ein Satz über meine Lippen kam, den ich bereits beim Aussprechen bereut habe. Denn die Konsequenz fürs Konsequentsein kann für Eltern schon Mal in der Selbstbestrafung enden. Aber der Reihe nach: Es war einer jener Sommertage, an denen mein Kleinster schon frühmorgens meine Nerven strapazierte. Beim Frühstück befanden sich die falschen Flocken in seiner Müslischale, wogegen er lautstark protestierte. Beim Einkaufen bekam er vor dem Süßigkeitenregal einen hysterischen Anfall, weil er partout nicht einsehen mochte, warum die XXL-Packung M&Ms nicht in unserem Einkaufswagen landete, am Nachmittag im Freibad verweigerte er auch nach zweimaliger Ermahnung die Sonnencreme. Und da kam er über meine Lippen, der zum Konsequentsein verdammende Satz: «Wenn du dich nicht sofort hinsetzt, gehen wir nach Hause!» Der Kleine rannte von dannen. Und mir blieb nichts Anderes übrig, als unser Badezeug zusammenzupacken, den Schreihals einzufangen und aus der Badi zu zerren. Vom elterlichen Publikum um uns herum erntete ich zweierlei Blicke. Die einen schienen sagen zu wollen: Bravo, so geht Konsequentsein! Die anderen sahen eher mitleidig aus, als würden sie mich fragen wollen: Hast du dir das auch gut überlegt?

Zu Hause angekommen bemitleidete auch ich mich: Denn wer will schon bei 30 Grad mit einem quengelnden Buben zu Hause rumhocken? Ich definitiv nicht. Konsequenz verabreiche ich seither konsequent nur noch in homöopathischen Dosen und nur, wenn ich mir über die Konsequenzen meines Konsequentseins auch wirklich bewusst bin – das ist für alle Beteiligten entspannter.

 

 

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