Das ist zu erwarten, wenn du Spätgebärende bist

Zusätzliche Untersuchungen vor und während der Schwangerschaft

19.Feb 2018
Deutsch

Erstgeburten werden ab dem 35. Lebensjahr immer selbstverständlicher. Für späte Familienplanung gibt es mehrere Gründe. Diese sind natürlich individueller Natur und nicht immer kontrollierbar. Aber solange du gesundheitlich in guter Verfassung bist, spricht eigentlich nichts dagegen. Denn eine vaginale Geburt ist selbst bei manchen Frauen Mitte Vierzig immer noch möglich.

Allerdings wird eine Schwangerschaft ab 35 in der Medizin als „Risikoschwangerschaft“ eingestuft. Das bedeutet vor allem, dass ab Feststellung einer erfolgreichen Befruchtung die Intervalle der Untersuchungen engmaschiger als gewöhnlich sind. Aber selbst, bevor das geplante Wunschkind in dein Leben tritt, sollte eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen stattfinden. Denn manchmal klappt es einfach nicht auf Knopfdruck. Um welche es sich dabei handelt, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Das ist zu erwarten, wenn du Spätgebärende bist

 

Foto: Shutterstock 

Untersuchungen im Rahmen einer Kinderwunsch-Therapie
 

Zyklusmonitoring

Dabei wird dein natürlicher Zyklusverlauf beobachtet und der genaue Eisprungtermin festgestellt. Das geschieht, damit der optimale Zeitpunkt der Empfängnis eingegrenzt werden kann. Der Verlauf der Gelbkörperphase (Lutealphase) in der zweiten Zyklushälfte wird ebenfalls beobachtet. Denn die dabei produzierten Hormone Progesteron und Östrogen, sind für eine Schwangerschaft enorm wichtig. Auch die Samenzellen werden nach dem Verkehr im Gebärmutterhals-Sekret beobachtet (Postcoitaltest).

Spermiogramm

Dabei wird die Samenqualität des Partners genau untersucht.

Eileiteruntersuchung

Die Eileiterfunktion wird durch die Bauchspiegelung in Vollnarkose, oder durch den Ultraschall in der Kontrastmittel-Untersuchung (HYCOSY) ohne Narkose ermittelt. Sie erfolgt spätestens nach drei erfolglosen Behandlungen des Eisprungs oder der Gelbkörperphase mit Hormonen.

Zusätzliche Untersuchungen während der Schwangerschaft                                                                  

Ultraschall                                                                                                                                 

Im Normalfall finden während der Mutterpass-Untersuchungen drei Termine für Ultraschalluntersuchungen statt. Die Untersuchungsdauer wird ab 35 erweitert, um nach möglichen Fehlbildungen beim Fötus zu suchen. Das können Dinge, wie angeborene Herzfehler, Fehlbildungen des Magen-Darm-Trakts oder der Nieren sein. Der Ultraschall wird dabei außen an der Bauchdecke und durch Einführen eines schlanken Schallkopfs in die Scheide durchgeführt. Zusätzlich kann die Durchblutung der Nabelschnurgefäße oder des Mutterkuchens (Plazenta) überprüft werden (Doppler-Ultraschall).
 

Ersttrimesterscreening (FiTS - First-Trimester-Screening)

Bei dieser Untersuchung zwischen der 11. und 14. SSW (Schwangerschaftswoche), werden mögliche Veränderungen der Werte in der Erbinformation festgestellt. Es wird das mütterliche Blut untersucht und die Nackenfaltenmessung (Nackentransparenzmessung) per Ultraschall durchgeführt. Eine verdickte Nackenfalte entsteht etwa durch Infektionen, Fehlbildungen des Fötus oder durch Stoffwechselerkrankungen.
 

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Die Fruchtwasseruntersuchung ist zu empfehlen, um das Ungeborene auf mögliche Chromosomen- und Erbkrankheiten hin untersuchen zu lassen. Das Fruchtwasser wird dabei aus dem Fruchtwassersack, der das Baby umgibt, entnommen. Diese Untersuchung wird zwischen der 15. und 18. SSW und ohne Betäubung durchgeführt. Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Punktionsnadel vorsichtig durch die Bauchdecke bis in die Fruchtblase gestochen. Dabei werden 15 bis 20 Milliliter Fruchtwasser entnommen. Die Fruchtwasserpunktion birgt aber auch Risiken in sich. In manchen Fällen kann sie eine Fehlgeburt auslösen.

 

Chorionzotten-Biopsie

Dabei wird dem Mutterkuchen Gewebe entnommen, um diese Zellen (Chorionzotten) genau zu untersuchen. Im Labor wird festgestellt, ob Chromosomenveränderungen oder Stoffwechselerkrankungen vorliegen. Bei dieser Untersuchung wird beim Ungeborenen zum Beispiel das Down-Syndrom (Trisomie 21) festgestellt. Auch hier wird entweder eine dünne Punktionsnadel durch die Bauchdecke bis in die Plazenta gestochen, oder ein dünner Katheter durch die Vagina, den Gebärmuttermund und den Gebärmutterhals geschoben. In seltenen Fällen kann es dabei zum Verlust des Kindes kommen.
 

Nabelschnurpunktion (Chordozentese)

Ab der 20. SSW lässt sich die Nabelschnurpunktion bei einem vorangehenden, auffälligen Ultraschallbefund durchführen. Hier sticht der Arzt eine sehr feine Nadel durch die Bauchdecke und die Gebärmutter in die Vene innerhalb der Nabelschnur und entnimmt daraus Blut. Im Labor werden Erkrankungen des Bluts, Stoffwechselerkrankungen, Chromosomenstörungen und Infektionserkrankungen wie Toxoplasmose untersucht.
 

Präimplantationsdiagnostik (PID)

Dabei handelt es sich um eine genetische Untersuchung, die sich an Paare richtet, die Erbanlagen für schwere Krankheiten tragen. Dabei werden Fehler an den Chromosomen festgestellt. Oder aber bei einer künstlichen Befruchtung nur diejenigen Embryonen in die Gebärmutter eingepflanzt, die bestimmte erwünschte Eigenschaften besitzen. Die PID ist jedoch umstritten und je nach Land bestimmten gesetzlichen Bedingungen unterworfen.

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