Das Nabelschnurblut

Aufheben oder spenden?

11.Apr 2020
Deutsch

Die einen machen Werbung damit, dass eingefrorenes Nabelschnurblut das Leben der eigenen Kinder irgendwann retten kann. Die anderen sagen, dass man darüber noch viel zu wenig weiß, und die Methode reine Abzocke ist. Was ist dran an Nabelschnurblut? Soll man es einfrieren lassen oder spenden?


Foto: Shutterstock

Das kann Nabelschnurblut

  • es ist leicht zu gewinnen, denn weder Kind noch Mutter spüren etwas von der Blutabnahme und sie ist für gesunde Babys kein Risiko
  • die Stammzellen aus der Nabelschnur sind noch ganz rein, d.h. waren keinen Umweltgiften oder anderen schädlichen Einflüssen ausgesetzt
  • die Zellen aus dem Nabelschnurblut vermehren sich schnell
  • es kann ev. auch Geschwistern helfen

 

Das kann Nabelschnurblut (noch) nicht

  • Aus der Nabelschnur eines Babys kann nur sehr wenig Blut entnommen werden – das reicht z.B. nicht für die Behandlung von Erwachsenen
  • Erbkrankheiten können damit nicht einfach geheilt werden – die Stammzellen der Nabelschnur haben schließlich das gleiche Genmaterial und damit auch Gendefekte wie das Kind
  • bei Leukämie im Kindesalter ist man trotzdem von Fremdspenden abhängig, das eigene Nabelschnurblut kann nicht verwendet werden

 

Was man sich von Nabelschnurblut in Zukunft erhofft

  • eine künstliche Vermehrung der Zellen, so dass auch Erwachsene mit einer Spende behandelt werden können
  • Eine Behandlung von Gendefekten mit veränderten Stammzellen
  • Neue Therapieformen für diverse Erkrankungen

Eine Entscheidung ist auf Grund der jetzigen Faktenlage schwer – von offiziellen Stellen wird es nicht empfohlen.

Es kann in Zukunft Vorteile geben, das sind aber zum heutigen Zeitpunkt eher Spekulationen. Außerdem ist die Einlagerung von der finanziellen Situation abhängig: bei privaten Anbietern Nabelschnurblut einzulagern ist mit Kosten verbunden.

Die Kosten variieren je nach Anbieter und gewählter Dauer der Einlagerung. Es werden Bezahlmodelle angeboten, bei denen kleinere oder größere Einmalzahlungen gewählt werden und dann jährlich eine Gebühr bezahlt werden muss. Z.B. einmalig 990€ und jährlich 120€ Gebühr für eine 10-jährige Aufbewahrung. Für ca. 2700€ Einmalzahlung ist bei einem Anbieter eine 25-jährige Einlagerung ohne laufende Kosten möglich.

Gegen eine Spende spricht nichts – für ein gesundes Baby ist die Blutabnahme nicht schmerzhaft und sicher. Es entstehen keine Kosten, das gespendete Blut kann aber in der Regel für den Eigenbedarf nicht mehr zurückgefordert werden.

Es gibt allerdings die Möglichkeit einer „gerichteten Spende“, d.h. das Nabelschnurblut wird für ein erkranktes Geschwisterkind oder nahen Angehörigen verwendet. Diese Art der Nabelschnurblutspende ist für die Eltern kostenlos.

 

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Quellen:

https://transplant.goeg.at/nabelschnurblut

https://de.wikipedia.org/wiki/Nabelschnurblutstammzellen

https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/nabelschnurblut/

https://www.wissensschau.de/stammzellen/nabelschnurblut_einfrieren_vorteile_nachteile.php

https://www.vita34.at/bestellen/?gclid=CjwKCAiA7t3yBRADEiwA4GFlI_HaSEgioxhI_10sJYgBNkWAyI0QFzdxeibxXqiO3lZxqyyKwGqOmRoCRCgQAvD_BwE

https://www.derstandard.at/story/2000080816892/stammzellen-aus-nabelschnur-ein-geschaeft-mit-der-angst

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