Der Beikost-Start macht mich wehmütig

Blog Gastartikel: Moana von Miss Broccoli

01.Okt 2019
Deutsch

Wenn das Baby beginnt, Beikost zu essen, beginnt auch ein neuer Abschnitt in der Stillbeziehung zwischen Mama und Baby. Von dem Zeitpunkt an wird Mahlzeit um Mahlzeit durch den Babybrei ersetzt und oft ist Stillen nur noch in der Nacht ein Thema. Warum Moana vom Blog Miss Broccoli wehmütig wird, wenn es ums Abstillen geht, erzählt sie im aktuellen Gastartikel.

Baby Beikost

Foto: Miss Broccoli

Ich kann mich noch gut daran erinnern wie mein Sohn zum ersten Mal an meiner Brust trank und es auf Anhieb problemlos funktionierte. Ich hatte das Glück, ohne Probleme stillen zu können (abgesehen von zwei Milchstaus und einer Brustentzündung) und hatte oft sogar zu viel Milch.

Schon mit meinem Neugeborenen war ich viel unterwegs und da ist Stillen ja wirklich sehr praktisch. Sobald man jedoch beginnt, das Baby mit der Beikost zu füttern, wird es komplizierter. Denn man braucht so vieles dafür. Babybrei, Lätzchen, Lappen, Löffel, Feuchttücher, … Die Liste ist lang. Dann kommt zusätzlich noch die Frage auf, wo man das Baby überhaupt in Ruhe platzieren kann, damit es seinen Brei isst?
 

Stillen: Eine der schönsten Sachen der Welt

Beim Stillen geht es um viel mehr als nur um Nahrungsaufnahme. Stillen bedeutet für mich Liebe, Geborgenheit und Vertrauen. Da mein zweites Baby wohl auch mein letztes Baby sein wird, genieße ich die Stillzeit in vollen Zügen. Sogar noch viel mehr als bei meinem ersten Kind. Lange wollte ich mich auch gar nicht erst mit dem Thema Beikost auseinandersetzen. Denn ich wusste: Sobald das Baby beginnt, Babybrei zu essen, fängt auch langsam die Zeit des Abstillens an.
 

Der Beikost zum Trotz: Stillen gehört weiterhin dazu

Bei meinem ersten Sohn freute ich mich unglaublich, ihm endlich Beikost zu kochen. Er war damals knapp 4 Monate alt, liebte all meine Brei-Kreationen und nach 2 Monaten stillte ich auch nur noch in der Nacht. Als mein zweiter Sohn 4 Monate alt wurde, dachte ich: „Ups, schon so viel Zeit verstrichen? Er ist ja noch so klein.“ Also habe ich noch weitere 2-3 Wochen zugewartet, bis ich ihm den ersten Babybrei servierte. Mein Kleiner fand den Brei jedoch ziemlich uninteressant und wollte lieber an einer Brotrinde saugen. Und natürlich auch weiterhin an meiner Brust.

Als mein Kleiner 5 Monate alt war, startete ich einen erneuten Versuch mit der Beikost und seitdem isst er ganz brav seinen Mittagsbrei. Es ging erstaunlich schnell, sodass bald jede Mittagsmahlzeit durch Brei ersetzt werden konnte. Nach weiteren 4 Wochen gab es den ersten Abendbrei und mein Baby war sichtlich begeistert, gemeinsam mit uns am Tisch zu essen. Das Abstillen nahm also seinen natürlichen Lauf und ich stillte nach und nach immer weniger. Aber mein Kleiner durfte weiterhin an der Brust trinken, wenn er wollte. Zum Glück blieb noch die Nacht.
 

Eine neue Freiheit dank Abstillen?

Trotz dieser Wehmütigkeit konnte ich mich ja freuen, denn es gab mir auch neue Freiheiten. Alle 3 Stunden stillen kann ganz schön anstrengend sein und ans Weggehen mit Freunden ist dabei nicht zu denken. Das ist nun inzwischen wieder möglich. Ich kann nun endlich mal wieder am Abend mit einer Freundin etwas Trinken oder mit dem Papa schön im Restaurant essen.

Der Prozess des Abstillens ist langsam. Und das ist auch gut so, denn so können sich Baby und Mama dran gewöhnen. Das ist beim Abstillen wohl das allerwichtigste. Noch immer genieße ich die Momente unserer Zweisamkeit, wenn er völlig entspannt in meinen Armen liegt. Es ist ein Zustand der Vertrautheit und Geborgenheit – wirklich wunderschön. Wenn er mir lange und voller Liebe in die Augen schaut, dann geht mein Herz auf und ich versuche, diesen Moment für immer festzuhalten.

Wie es mir in meiner zweiten Schwangerschaft erging und warum vieles anders war als beim ersten Mal, liest du in meinem letzten Gastartikel!

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