Der Blick durch die Augen eines Babys: Teil 1

Das Sehvermögen von Babys vor und nach der Geburt

10.Dez 2017
Deutsch

Im Mutterleib

Die Entwicklung der Augen beginnt bereits ab der 6 SSW im Mutterleib. Circa zeitgleich also mit den Ohren. Ab der 16 SSW kann das Auge erstmals bewegt werden und schon ab der 26 SSW entwickelt sich die Netzhaut. Von diesem Zeitpunkt an, ist es funktionsfähig und lässt sich erstmals sogar öffnen. Schon bald darauf kann das Auge tatsächlich etwas erkennen und sogar auf Lichtreize reagieren.

Weil die Bauchdecke lichtdurchlässig ist, lernt bereits der Fötus schnell Hell und Dunkel zu unterscheiden. Testen kannst du das ganz einfach, indem du zum Beispiel deinen Bauch direkt mit einer Taschenlampe beleuchtest. Bestimmt wirst du schnell spüren, wie dein Ungeborenes aufgeregt auf das sanfte Licht, das es in Rottönen empfängt, reagiert.

Tipp: Bitte deine Hebamme bereits vorab darum, dein Neugeborenes nach der Geburt in ein rotes Handtuch zu wickeln. Es wird sich schnell an seine gewohnte Umgebung im Mutterleib erinnern, und sich dadurch besonders wohl fühlen.

Bei der Geburt

Der Sehsinn ist bei der Geburt noch am wenigsten ausgereift. Das Neugeborene kann die müden Augen, auf Grund der noch wenig ausgeprägten Muskulatur, anfangs kaum öffnen. Wie schnell es sich außerdem an die enorme Helligkeit gewöhnt, ist ganz unterschiedlich. Genauso wie seine Reaktion darauf. Während manche sichtlich fasziniert von Licht sind, halten andere die Augen gerne noch etwas länger geschlossen. Selbst wenn Neugeborene die Augen jedoch öffnen, sehen sie nur sehr unscharf und nehmen gerade mal Umrisse wahr. Aber keine Sorge, es erkennt dich ganz schnell an deiner Stimme und auch an deinem Geruch. Auch das Schielen soll dich keineswegs aus der Ruhe bringen. Die beiden Augäpfel müssen schließlich erst lernen, sich zu synchronisieren. 

Tipp: Zu Beginn solltest du, wenn möglich, darauf achten, sehr starkes, helles Licht in der Umgebung des Babys zu vermeiden.

 

Der Blick durch die Augen eines Babys: Teil 1Foto: Shutterstock

Im 1. Monat

Das Sehvermögen eines Babys im ersten Monat kannst du dir in etwa so vorstellen, wie die Sicht durch ein gefrorenes Fenster. Das Baby sieht also tatsächlich in etwa 30 Mal weniger scharf als ein Erwachsener und kann auch noch gar nicht zwischen nah und fern unterscheiden.

Es erkennt jedoch bereits scharfe Konturen, große Formen und kräftige Farben und lernt langsam Gegenstände in einer Entfernung von 20cm für kurze Zeit zu fokussieren. Umso öfters du deinem Baby sehr nahe bist, desto schneller wird es lernen dein Gesicht von anderen zu unterscheiden.

Tipp: Du wirst es kaum glauben, aber am meisten begeistern sich Babys im ersten Monat für Gegenstände in Schwarz und Weiß. Zurückzuführen ist das auf den hohen, für das Baby gut erkennbaren, Kontrast. Um zur Schulung des Auges beizutragen, kannst du ganz einfach schwarze Formen auf weißes Papier malen und dieses an die Seite des Babybettes kleben. Auf Grund des seitlich bereits besser ausgeprägten Sehfeldes des Babyauges, ist die Position des Babys dabei ausschlaggebend.

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