Der Nabel eines Babys

Fakten rund um Nabelschnur und Nabelpflege

25.Feb 2017
Deutsch

Die gewundene Nabelschnur ist die engste Verbindung zwischen dir und deinem Baby. Für die Versorgung des Kindes während der Schwangerschaft ist dessen Kreislauf über diesen Strang aus Gefäßen direkt mit deinem Blutkreislauf verbunden. Er versorgt das Ungeborene mit allem, was es benötigt. Aus den Hohlräumen der Plazenta – dem Mutterkuchen – entwickeln sich zwei Arterien und eine Vene. Zusammen bilden sie die Nabelschnur.

Die Vene hat dabei die Aufgabe das Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Die beiden Arterien sind für den Abtransport von Abfallprodukten zuständig. Zum Beispiel von Kohlendioxid. Die Geburt macht diesen Versorgungsweg dann überflüssig. Denn das Baby verfügt nun über seinen eigenen Blutkreislauf. Der Geburtsvorgang wird durch den Abgang der Nachgeburt beendet. Der Mutterkuchen wird zusammen mit der Nabelschnur während den letzten Wehen ausgestoßen.

Der Nabel eines Babys

Fotos: Shutterstock

Sofern es keine Komplikationen während der Schwangerschaft gibt, wie zum Beispiel eine Nabelschnurumschlingung, kann sie unmittelbar nach der Geburt getrennt und abgeklemmt werden. Es gibt den Trend, die Verbindung der Nabelschnur mit der Placenta nicht aktiv zu durchtrennen, sondern zu warten, bis sie von selbst trocknet und sich löst. Die sogenannte Lotusgeburt soll sich positiv auf die postnatale Erfahrung des Kindes auswirken und den Zustand des völligen Wohlbefindens beim Baby fördern – auch, weil jegliche Hektik entfällt. Außerdem wird das Neugeborene länger mit mütterlichen Antikörpern sowie Eisen versorgt und das Infektionsrisiko ist weitaus geringer, als wenn die Nabelschnur direkt abgeschnitten wird. Im deutschsprachigen Raum hat sich diese Methode allerdings noch nicht etabliert. 

Einige Tage nach der Geburt ist der Nabelstumpf in der Regel getrocknet und färbt sich dunkel, da die Blutversorgung unterbrochen ist. Nachdem im abgeklemmten Nabelstumpf keine Nervenenden vorhanden sind, kannst du deinem Baby durch versehentliches Berühren nicht weh tun. Nach drei bis zehn Tagen sollte der getrocknete Nabelrest dann von selbst abfallen.

Der Nabel eines Babys

Jetzt erst heilt die Wunde und formt den Bauchnabel. Meist ist der Bauchnabel bei Neugeborenen vorgewölbt. Das ist ganz normal. Hat sich der Nabel aber bereits nach innen vertieft und wölbt erneut wieder vor, kann es sich um einen Nabelbruch handeln. Ob dem so ist, solltest du mit dein Kinderärzt/ärztin abklären. Eine Nachsorgehebamme untersucht aber im Regelfall den Verlauf des Heilungsprozesses beim Nabel. Sie zeigt dir auch, wie du die Pflege durchführen kannst. Dabei wird zwischen offener und geschlossener Nabelpflege unterschieden. Es handelt sich dabei zum einen um spezielle Wickeltechniken, damit genug Luft zum Nabel gelangen kann und Nässen verhindert wird. Das Anlegen von Kompressen soll zum anderen zusätzlich als Schutz vor Keimen und Bakterien dienen.

Wichtig ist grundsätzlich, dass der Nabel vor Verschmutzung geschützt und trocken gehalten wird. Eine Nabelentzündung sollte unbedingt professionell behandelt werden.

Übrigens: Der Nabel ist die tiefste Vertiefung im Bauchbereich. Philosophisch wird er als Sitz von Lebensfeuer und Lebensluft, aber auch von Sprache und Gesang aufgefasst. Und als körperliche Mitte interpretiert.

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