Der richtige Babysitter

Blog-Gastartikel Stadt, Land, Mama

15.Okt 2016
Deutsch

Einen zuverlässigen und guten Babysitter zu finden ist wahrlich kein leichtes Unterfangen. Das weiß auch Katharina von Stadt, Land, Mama. Viel Spaß bei der Kolumne.

Der richtige Babysitter

Foto: Shutterstock 

Nichts ist so wichtig für Eltern wie der richtige Babysitter. Er ist der heilige Gral, sozusagen. Denn er bringt Eltern zum Träumen. Und zwar von Kino-Besuchen (zu zweit), Besuchen im Restaurant (ohne Kinder, die Nudeln ohne Sauce bestellen), regelmäßigem Sport (kein Mutter-Kind-Turnen), Abenden mit Freunden (und zwar nicht die Eltern aus der Kitagruppe).

Doch der perfekte Babysitter ist schwer zu finden. Wir Mütter träumen von einer Nanny, die die Kinder an den weichen Busen drückt, liebevoll und lustig ist, gerne singt, bastelt und spazieren geht. Sie sollte konsequent sein, aber kein Hausdrachen. Und sie muss immer Zeit haben, natürlich auch ganz spontan. Doch die Realität ist grausam: Überforderte Studentinnen, die sich für 12 Euro mit Lego beschmeißen lassen oder ehemalige Erzieherinnen, die für 15 Euro ihre Uralt-Erziehungsmethoden anwenden. Eine Freundin von mir fand ihre Babysitterin beim Heimkommen einmal ängstlich hinter dem Küchentisch verbarrikadiert, weil ihr fünfjähriger Sohn mit einer Schere in der Hand über die Bettgeh-Zeit diskutieren wollte. Und eine andere Freundin erwischte ihre Babysitterin dabei, wie sie ihre teuren Cremes testete, während der Nachwuchs vor dem Fernseher geparkt war.

Wir hatten Glück und hatten unsere Heilige gefunden. Ein Engel, dem es nichts ausmachte, 50 Mal Verstecken zu spielen. Die alleine vier Kinder großgezogen hatte – so jemand braucht keine Tipps mehr. Doch dann begingen wir den schlimmsten Fehler: Wir gaben ihre Telefonnummer im Bekanntenkreis weiter. Und plötzlich hatte unser Engel nicht mehr ganz spontan Zeit, wir sollten lieber feste Termine buchen.

Und so ging die Suche wieder von vorne los. Verlässt man sich auf professionelle Agenturen? Auf Internet-Inserate? Auf Zettel-Angebote an Laternen-Masten?Am Allerliebsten ist mir Mund-zu-Mund-Propaganda. Es ist beruhigend, wenn noch andere Menschen demjenigen vertrauen, dem Du Dein Liebstes – Deine Kinder- anvertraust.

Als ich neulich also schon ganz verzweifelt war, traf ich beim Spazierengehen die Nanny von Freunden. Sie ist ein absoluter Volltreffer. „Hast Du nicht eine Freundin, die auf meine Kinder aufpassen würde“, fragte ich? „Eine Freundin nicht, aber eine Zwillingsschwester“, sagte sie. Zwei Tage später saß die Volltreffer-Kopie bei uns im Wohnzimmer. Und es war Liebe auf den ersten Blick. Deshalb werde ich auch eins ganz sicher nicht tun: Ihre Handynummer weitergeben....

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