Die 17.–20. Schwangerschaftswoche: was passiert?

Die große SSW-Serie

15.Dez 2019
Deutsch


Foto: Arren Mills on Unsplash
 

Wie schaut es gerade aus im Bauch?

In der 17. Woche ist die Scheitel-Steiß-Länge bei etwa 13 cm, das Gewicht liegt um die 100 Gramm. Ab der 20. Woche wird meistens schon die Gesamtgröße des Kindes angegeben. Sie beträgt in der Halbzeit ca. 25 cm (von Kopf bis Fuß) und das Baby ist ca. 250 Gramm schwer.

Süße, kleine, 3 cm große Füße können nun im Ultraschall bewundert werden, während das Baby vielleicht munter herumturnt – noch ist nämlich genügend Platz im Bauch und das Kind nutzt ihn aus, um seine Beweglichkeit zu trainieren. Geübt wird auch das Saugen, indem an den Fingern gelutscht wird, sowie das Greifen an der Nabelschnur. Spätestens jetzt sollte auch das Geschlecht sichtbar sein. Durch die Größe und die Mobilität spüren viele Schwangere das Baby jetzt endlich so richtig, oft in Form eines leichten Flatterns oder Streichelns.

Das Wachstum ist jetzt enorm: vor allem der Körper holt im Vergleich zum Kopf auf. Im Ultraschall zeigt sich bereits ein sehr kleines, aber relativ normal proportioniertes Kind – noch ist es etwas dünn, aber Masse wird gegen Ende der Schwangerschaft zugelegt.

Bei den Sinnesorganen tut sich einiges: Stimmen und Geräusche außerhalb des Bauches können zwar dumpf, aber doch gehört werden. Manche Frauen bemerken auch Reaktionen des Kindes, vor allem bei plötzlichen, lauten Geräuschen. Auch Geschmacks-, Geruchs- und Sehsinn entwickeln sich weiter.

Der Körper ist mit einem feinen Flaum bedeckt (die sog. Lanugohaare). Diese Härchen verlieren die meisten Babys noch vor der Geburt, manche kommen aber mit Resten davon zur Welt. Als zusätzlicher Schutz vor Feuchtigkeit und Kälte bildet die Haut nun die „Käseschmiere“. Der Name beschreibt auch eine weitere Funktion ganz gut: das Kind gelangt dadurch bei der Geburt leichter durch Becken und Scheide in die Welt.

 

Und wie geht es der Mutter?

Herzlichen Glückwunsch zum Erreichen des 5. Schwangerschaftsmonats und danach der Halbzeit! Nicht nur das Baby wächst in dieser Zeit stark – auch der Bauch macht mit. Darum kann es gut sein, dass du ziehende Schmerzen spürst, die bis in den Schambereich gehen. Auch Niesen kann sehr unangenehm sein. Grund dafür sind die Bänder, welche die Gebärmutter halten. Je größer und schwerer Baby und Gebärmutter werden, umso mehr Last müssen sie halten. Außerdem werden sie teilweise stark gedehnt und das spürt man mitunter schmerzhaft. Verunsichern dich die Schmerzen oder hast du das Gefühl sie werden stärker, verändern sich oder sind dauerhaft spürbar, wende dich unbedingt an einen Arzt bzw. eine Ärztin.

Hautveränderungen machen sich jetzt teilweise deutlich bemerkbar. Das betrifft vor allem die Pigmentierung. Neben der dunklen „Mittellinie“ (der Linea nigra) auf dem Bauch werden oft auch die Brustwarzen dunkler, Sommersprossen häufiger oder bisher nicht vorhandene Pigmentflecken im Gesicht oder Dekolleté sichtbar. Auch wenn sich die meisten Veränderungen nach der Schwangerschaft allmählich wieder zurückbilden, ist Sonnenschutz bei stärkerer Bestrahlung zu empfehlen.

Das Blutvolumen steigt nun ebenso an wie der Östrogenspiegel und die Schleimhäute werden besser durchblutet. Das hat schöne Nebenwirkungen wie eine tolle Haut und volle Haare, kann aber auch zu vermehrter Scheidenflüssigkeit führen. Solange der Ausfluss klar oder weißlich ist und neutral riecht, ist das nicht weiter bedenklich. Tampons sollten nicht verwendet werden, um bakterielle Infektionen zu vermeiden. Mehr Blut und größeres Baby heißt auch: mehr Druck auf die Blase. Es ist also ganz normal, wenn du öfter auf die Toilette musst. All diese Veränderungen können auch zu Kreislaufproblemen führen. Manche Frauen klagen in dieser Zeit über Schwindel oder schwitzen mehr. Achte darauf, Pausen zu machen, wenn du viel unterwegs bist und nicht zu schnell aufzustehen. Der Körper braucht etwas Zeit, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Auch mehrere kleine Mahlzeiten statt großer Mengen auf einmal helfen, den Kreislauf nicht unnötig zu belasten und den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Ebenfalls erleichternd: zwischendurch die Beine hochlegen.

Jeder Wachstumsschub beim Kind bedeutet auch, dass der Körper der Mutter mehr zu leisten hat und mehr „Bausteine“ benötigt. Das heißt, das zusätzliche Nährstoffe benötigt werden. Nicht unbedingt in Form von viel mehr Kalorien, sondern in der Qualität und Zusammensetzung der Lebensmittel. Eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse und Getreide ist jetzt besonders wichtig. Nahrungsergänzungsmittel können bei Mangel sinnvoll sein. Besprich das am besten mit Fachpersonal.

 

Untersuchungen:

In diesem Zeitraum finden im Rahmen des Mutter-Kind-Passes eine gynäkologische und internistische Untersuchung sowie ein Ultraschall statt. In Österreich sind diese Untersuchungen vorgeschrieben und nachzuweisen, wenn man später Kinderbetreuungsgeld erhalten möchte. Auch im deutschen Mutterpass ist in diesem Zeitraum eine Untersuchung und der 2. große Ultraschall vorgesehen.

 

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Quelle: https://www.netdoktor.at/familie/schwangerschaft/

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