Die 9.-12. Schwangerschaftswoche: was passiert?

Die große MAM Magazin Serie.

23.Nov 2019
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Foto: Arren Mills on Unsplash

 

Wie schaut es gerade aus im Bauch?

Anfangs nur ca. 3 cm lang, hat das Baby bis zum Ende der 12. Woche schon ungefähr die Größe eines kleinen Hühnereis. Es beginnt nun die Fetalphase: man spricht dann nicht mehr vom Embryo, sondern vom Fötus. Nachdem alle Organe und Körpersysteme – und sogar schon die Zähne! – angelegt sind, geht es in den kommenden Wochen hauptsächlich ums Wachsen und weitere Ausreifen. Das immer größer werdende Hirn wird zum Beispiel langsam von knorpeligen Strukturen geschützt. Um das weitere, rasante Wachstum nicht zu behindern, sind sie weich und nur locker verbunden. Die sogenannte Fontanelle am Oberkopf bleibt auch noch lange nach der Geburt offen.

Der Fötus kann bereits einiges: er bewegt sich und kann sogar Schluckauf haben. Die Augen und Ohren sitzen nun an ihren endgütigen Positionen. Die Augenlider bleiben zwar bis zur Geburt verschlossen, doch die Wimpern bilden sich jetzt bereits. Auch der Geschmacksinn entwickelt sich.

Wunderbare Bilder aus dem Bauch hat übrigens der schwedische Fotograf Lennart Nilsson gemacht. Im November 2018 erschien sein Bestseller in einer neuen, überarbeiteten Auflage mit noch mehr Detailaufnahmen.

 

Und wie geht es der Mutter?

Auch wenn von einem Babybauch noch nicht viel zu sehen ist, drückt die wachsende Gebärmutter zunehmend auf die Blase. Der ganze Unterkörper wird stärker durchblutet - auch vermehrter Scheidenausfluss ist dadurch möglich und kein Grund zur Panik. Apropos Panik: auch die Gefahr einer Fehlgeburt sinkt nun drastisch!

Die Gewichtszunahme hält sich mit 1-3 kg noch in Grenzen. Es ist also nach wie vor nicht nötig, für zwei zu essen. Mach dir keine Sorgen, wenn du wegen starker Übelkeit sogar abgenommen hast. Dein Baby ist garantiert trotzdem gut versorgt.

Auch wenn manche meinen, es sei noch viel zu früh für Umstandskleidung: ein lockerer (Gummi-)Bund ist für viele Frauen jetzt schon angenehm, da der Unterbauch durch die größer werdende Gebärmutter, öfter drückende Blase und eine möglicherweise veränderte Verdauung bereits etwas aufgebläht sein kann. Warte mit dem großen Shoppen aber vielleicht trotzdem ein bisschen: dein Körper wird sich noch sehr verändern! Vor allem die Brust kann um einiges wachsen. Etwas weichere, größere Umstands-BHs finden aber einige Schwangere jetzt schon bequemer als den schicken Push-up-Bra – der ist vielleicht auch gar nicht mehr nötig … Die Brust bereitet sich bereits auf die spätere Stillzeit vor, kann sich größer, härter und wärmer anfühlen: alles Zeichen für die bessere Durchblutung und den beginnenden „Ausbau“.

Wichtige Untersuchungen stehen nun an: das Screening im ersten Trimester (Nackenfaltenmessung) wird jetzt durchgeführt. Erkundige dich bei deinem Arzt oder deiner Ärztin, wie das genaue Prozedere ist und welche Untersuchungen von der Kasse übernommen werden oder ob du privat eine genauere Pränataldiagnostik durchführen lassen möchtest.

Langsam ist es auch Zeit, sich an die sich ändernden Umstände in diversen Lebensbereichen anzupassen: Vorsicht ist zum Beispiel bei Sportarten mit Sturzgefahr angeraten. Grundsätzlich ist Bewegung aber – wie immer – sehr empfehlenswert. Sie hilft der Verdauung, beim Schlaf, beim Fit-Bleiben für die Geburt und die Zeit danach.

Verwöhne dich, so oft es geht, akzeptiere die vielleicht immer noch größere Müdigkeit – und plane eventuell noch einen schönen Urlaub zu zweit bzw. ohne Neugeborenes. Besonders der Beginn des 2. Trimesters eignet sich bei vielen hervorragend für eine Reise: die Übelkeit ist weg, der Bauch noch nicht im Weg und auch sonstige Schwangerschaftsbeschwerden halten sich meist in Grenzen.

Viele Frauen erzählen in diesem Zeitraum einem weiteren Kreis von der Schwangerschaft. Welche Rechte und Pflichten nun auch im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz auftreten, findet man für Deutschland übersichtlich vom Bundesministerium für Familie , in Österreich hat die Arbeiterkammer diverse Musterbriefe und Infos zusammengefasst und in der Schweiz informiert das SECO ausführlich.

 

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